Afrikas Krypto-Boom: Blockchain.com expandiert nach Ghana – Institutionen dominieren den Markt

von | 14. März 2026

Auf den ersten Blick scheint das Wachstum der Nutzung von Kryptowährungen in Afrika etwas sehr Erfreuliches zu sein. Beim zweiten Blick kommt allerdings Ernüchterung auf. Man hat den Eindruck, dass fast der gesamte Kryptomarkt von Institutionen und professionellen Marktteilnehmern beherrscht wird; Privatleute spielen nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Wir sehen in Afrika somit einen ähnlichen Trend wie in anderen Ländern: dass Krypto immer mehr etwas für die Großen ist, was verschiedene Gründe hat. Aber egal welcher, es ist meilenweit von der dezentralen Idee der Kryptowährungen entfernt.

Blockchain.com startet Krypto-Expansionsplan für Ghana – Details

Die institutionelle Einführung von Kryptowährungen in Afrika beschleunigt sich angesichts zunehmender regulatorischer Klarheit.

Benjamin Njiri – 11. März 2026

Globale Kryptofirmen verstärken ihre Aktivitäten in Afrika, um die Chancen zu nutzen, die mit der massiven Akzeptanz in der Region verbunden sind.

Blockchain.com ist das jüngste Unternehmen, das sich dem Wettbewerb anschließt. Das Unternehmen kündigte seine Expansion in das westafrikanische Land Ghana an, nachdem es zuvor erfolgreich in das benachbarte Nigeria gestartet war. Das Unternehmen betreibt eine Kryptobörse sowie Brokerage-Dienstleistungen [Vermittlungsdienste beim Kauf und Verkauf von Vermögenswerten] für Privatkunden und institutionelle Kunden.

Nach Angaben des Unternehmens verzeichnete es in Nigeria ein Wachstum von 700 Prozent. Nun sieht es eine ähnliche Chance in Ghana. Owen Odia, General Manager für Afrika bei Blockchain.com, verwies dabei auf das große Interesse in der gesamten Region.

„Unser Wachstum in Nigeria im vergangenen Jahr hat das enorme Potenzial digitaler Vermögenswerte in der afrikanischen Region gezeigt.“

Neben der Nutzung als Absicherung gegen die Volatilität lokaler Währungen verwenden Nutzer in der Region Kryptowährungen auch für Zahlungen, Überweisungen ins Ausland und zum Sparen.

Krypto-Akzeptanz in Afrika

Interessanterweise wurde die anfängliche Akzeptanz in Nigeria hauptsächlich durch die Abwertung der lokalen Währung ausgelöst, nachdem der Naira (NGN) seit 2021 gegenüber dem US-Dollar um mehr als 70 % gefallen ist. Dadurch sind sogenannte Stablecoins [Kryptowährungen, deren Wert an Vermögenswerte wie den US-Dollar gekoppelt ist] wie USDT (Tether) und USDC (USD Coin) zu einer besseren Alternative geworden.

Allein im vergangenen Jahr führte Nigeria laut Chainalysis [US-amerikanisches Blockchain-Analyseunternehmen, das Daten über Kryptowährungs-Transaktionen auswertet] die Länder südlich der Sahara mit einem gesamten Krypto-Transaktionswert von über 92 Milliarden US-Dollar [~79 Milliarden Euro] an.

Das war dreimal so viel wie in Südafrika mit rund 30 Milliarden US-Dollar [~26 Milliarden Euro], dem zweitaktivsten Kryptomarkt der Region. Äthiopien belegt den dritten Platz, angetrieben durch massive ausländische Investitionen in das Mining von Bitcoin, wobei das Land seine vergleichsweise günstige Elektrizität nutzt.

Kenia ist der viertgrößte Kryptomarkt, während Ghana die Top-Fünf abschließt.

Quelle: Chainanalysis

Da Ghana eine Grenze mit Nigeria teilt und zu den Ländern mit hoher Krypto-Akzeptanz gehört, erscheint die Expansion von Blockchain.com plausibel.

Wachsende institutionelle Nachfrage nach Kryptowährungen

Afrikas Kryptoaktivität stieg im Jahr 2025 um 52 % und erreichte einen On-Chain-Wert von über 205 Milliarden US-Dollar. „On-Chain-Wert“ bezeichnet den Gesamtwert der Transaktionen, die direkt auf einer Blockchain gespeichert und nachvollziehbar sind. Damit liegt die Region weltweit bei der Krypto-Akzeptanz nach dem asiatisch-pazifischen Raum (APAC – Asia-Pacific) und Lateinamerika auf Platz drei.

Überraschenderweise zeigt ein genauerer Blick auf die beiden größten Kryptomärkte der Region, dass die Aktivität von Privatanlegern relativ gering ist im Vergleich zu institutionellen Akteuren. Insbesondere in Südafrika gibt es das höchste Volumen großer Transaktionen, die überwiegend von professionellen und institutionellen Unternehmen durchgeführt werden.

Quelle: Chainalalysis

Laut Chainalysis ist die starke institutionelle Aktivität in Südafrika auf einen fortschrittlichen regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte zurückzuführen. Dieser Rahmen hat es regionalen Banken ermöglicht, Angebote rund um Kryptowährungen zu prüfen.

Auf Ebene der Vermögenswerte gehören Bitcoin, Tether (USDT) und Ethereum zu den am häufigsten gehandelten Kryptowährungen in der Region.

Unterdessen arbeiten andere Länder wie Nigeria, Kenia (Vgl. Kenya Law) und Ruanda daran, regulatorische Klarheit zu schaffen, um ihre lokalen Kryptosektoren weiterzuentwickeln. Es bleibt abzuwarten, wie stark diese regulatorischen Bemühungen die breitere Akzeptanz von Kryptowährungen in der Region weiter vorantreiben werden.

Zusammenfassung

  • Blockchain.com plant eine Expansion nach Ghana, nachdem das Unternehmen in Nigeria aufgrund der hohen Nachfrage nach Kryptowährungen große Erfolge verzeichnet hat.
  • Diese Nachfrage spiegelt einen breiteren Trend wider: Die Kryptoaktivität in Afrika stieg im Jahr 2025 um 52 % auf über 200 Milliarden US-Dollar.

Quelle: AMB Crypto

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