Aus dem Mainstream: Wissenschaftler entdecken ein drittes Auge im menschlichen Körper und den Grund für dessen Existenz

von | 13. Juni 2026

Wissenschaftler, die das mysteriöse „dritte Auge“ untersuchen, das tief in der Mitte des menschlichen Schädels verborgen ist, sagen, dass es nach Millionen von Jahren der Evolution eine Schlüsselrolle spielt, und wissen, wie es entstanden ist. Forscher aus Großbritannien und Schweden nannten dieses uralte Organ das „composite ancestral median eye“ (zusammengesetztes medianes Ur-Auge) und glauben nun, dass die Spezies, aus der sich der Mensch entwickelte, darauf angewiesen war, nachdem sie vor etwa 500 Millionen Jahren ihre beiden seitlichen Augäpfel verloren hatte.

Ihrer Studie zufolge gruben sich diese uralten wirbellosen Arten, also Lebewesen ohne Wirbelsäule, unter der Erde ein und verloren die Funktion ihrer normalen Augen, sodass sie zur Wahrnehmung von Licht auf dieses zentrale Organ angewiesen waren.

Das als Zirbeldrüse bezeichnete Organ wird von Medizinern bereits seit der Zeit der alten Griechen beschrieben. Man ging jedoch lange davon aus, dass es sich unabhängig von den Augen entwickelt habe – bis neue Erkenntnisse einen Zusammenhang mit der Art und Weise aufzeigten, wie die fernen Vorfahren der Menschheit ihre Augen nutzten.

Heute sind die Überreste des dritten Auges noch immer im menschlichen Schädel zu finden. Es nimmt zwar kein Licht mehr wahr, erhält aber weiterhin Informationen über Licht und Dunkelheit von unseren Augen und nutzt diese, um den Schlafrhythmus des Menschen zu regulieren. Konkret produziert das dritte Auge das Hormon Melatonin, das chemische Signal, das dem Körper mitteilt, dass es Nacht ist und er sich ausruhen muss.

Dies hilft bei der Synchronisierung des zirkadianen Rhythmus, des 24-Stunden-Zyklus, der die Schläfrigkeit fördert und andere physiologische Prozesse des Körpers während des Tages und der Nacht beeinflusst. Dazu gehören die Steuerung des Fortpflanzungssystems und der Immungesundheit, und einige Wissenschaftler vermuten, dass er sogar unsere Stimmung und die Fähigkeit zur Regulierung der Körpertemperatur beeinflusst.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Vorläuferart des Menschen ihre normalen seitlichen Augen verlor und stattdessen ein zentrales Auge in der Mitte des Kopfes entwickelte

Es handelt sich zwar nicht mehr um ein echtes Auge, doch besteht es aus speziellen Zellen, den sogenannten Pinealozyten, die Melatonin ausschütten. Ziel der in Current Biology veröffentlichten Studie war es, herauszufinden, wie sich das menschliche Auge und die Netzhaut über Hunderte von Millionen von Jahren hinweg entwickelt haben. Forscher unter der Leitung von Professor Thomas Baden, einem Neurowissenschaftler an der University of Sussex, entdeckten, dass die frühesten menschlichen Vorfahren sowohl seitliche Augen als auch eine mittlere lichtempfindliche Struktur im Kopf hatten.

Als einige dieser frühen Vorfahren vor einer halben Milliarde Jahren begannen, sich einzugraben und sich von Plankton zu ernähren, verloren sie ihre seitlichen Augen und verließen sich fortan hauptsächlich auf diese mittlere Struktur, um die Richtung zu erkennen und zu wissen, ob es an der Oberfläche Tag oder Nacht war.

Viel später, so glauben Wissenschaftler, entwickelten sich Teile dieses dritten Auges weiter und wanderten an die Seiten des Kopfes, wo sie sich zu den lebenswichtigen Netzhäuten entwickelten, die wir heute in unseren Augen haben.

Baden erklärte der BBC Science Focus:

Das Bedürfnis zu wissen, welche Tageszeit gerade ist oder wo oben und unten ist, wenn man sich in tiefem Wasser befindet – das verschwindet nicht. Wir vermuten daher, dass wir zu diesem Zeitpunkt die ursprünglichen Seitenaugen verloren, das ursprüngliche mittlere Auge jedoch beibehalten haben, weil es genau dafür nützlich ist. Daher ist die Netzhaut älter als das Auge, wenn man so will.

Das internationale Team führte keine neuen Experimente durch und nahm auch keine Scans selbst vor. Stattdessen werteten sie sorgfältig mehrere bestehende Studien und genetische Daten von Tieren, wie Fischen und Neunaugen aus, um zu untersuchen, wie dieses Auge bei mit dem Menschen verwandten Arten noch immer einen Zweck erfüllt.

Der Mensch hat noch immer Überreste dieses dritten Auges in seinem Schädel, wobei die Zellen der Zirbeldrüse Melatonin ausschütten, um den Schlaf zu regulieren (Archivbild)

Die Ergebnisse haben das Verständnis der Wissenschaftler von diesem geheimnisvollen Auge verändert, indem sie bewiesen haben, dass unsere Netzhaut und die Zirbeldrüse beide aus derselben uralten Struktur hervorgegangen sind und sich nicht getrennt voneinander entwickelt haben.

Einige Arten besitzen noch immer ein sichtbares drittes Auge, darunter ein Reptil aus Neuseeland namens Tuatara, und dieses Organ verfügt genau wie ihre normalen Augen über eine Linse und eine Netzhaut. Seine Hauptaufgabe besteht nicht darin, detaillierte Bilder zu sehen, sondern Veränderungen im Licht wahrzunehmen, insbesondere das Licht, das von oben vom Himmel kommt. Dies hilft dem Tuatara, seinen Tagesrhythmus zu regulieren und sein tägliches Verhalten zu steuern, beispielsweise zu wissen, wann er sich in der Sonne aalen oder sich verstecken sollte.

Obwohl es keine glaubwürdigen wissenschaftlichen Beweise dafür gibt, herrscht seit langem der Glaube, dass das menschliche „dritte Auge“ auch mit übernatürlichen Fähigkeiten, wie Intuition, innerer Sicht und hellseherischer Wahrnehmung in Verbindung steht. Diese Kraft ist eng mit Traditionen der hinduistischen und yogischen Kultur verbunden, in denen das dritte Auge mit dem „Ajna-Chakra“ in Verbindung gebracht wird, einem Energiezentrum auf der Mitte der Stirne eines Menschen. Alte Texte, die sich mit der Praxis des Yoga befassen, beschrieben das Erwachen dieses Chakras als die Fähigkeit, Hellsehen, Telepathie und spirituelle Einsicht zu erlangen.

Quelle: Daily Mail

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