Bitcoin Firmen bleiben vorerst im MSCI Index – Zwangsverkäufe für Fonds aufgeschoben

von | 10. Jan. 2026

Im folgenden Artikel geht es um eine vorläufige Entscheidung von MSCI, im Moment alles so zu belassen, wie gehabt. Das bedeutet, dass Unternehmen wie beispielsweise Strategy aktuell in den relevanten MSCI Indizes verbleiben und es zu keinem Ausschluss kommt. Ein solcher Ausschluss hätte bedeutet, dass Fonds die Aktien hätten abstoßen müssen, was entsprechend hohen Druck auf den Aktienpreis ausgeübt hätte.

MSCI spielt im globalen Finanzsystem eine Schlüsselrolle, und genau deshalb ist seine aktuelle Entscheidung für den Kryptomarkt so relevant. MSCI, ausgeschrieben Morgan Stanley Capital International, zählt zu den einflussreichsten Indexanbietern weltweit und erstellt zentrale Leitindizes wie den MSCI World, den MSCI Emerging Markets oder den MSCI All Country World Index (ACWI). An diesen Indizes sind Billionen US Dollar an Kapital gebunden. Sie dienen Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen, börsengehandelten Fonds (Exchange Traded Funds, ETFs) und institutionellen Mandaten als Benchmark und Investitionsgrundlage.

Der entscheidende Punkt ist dabei die Mechanik der Indexnachbildung. Fällt ein Unternehmen aus einem MSCI Index heraus, sind viele Fonds gezwungen, die entsprechenden Aktien automatisch zu verkaufen. Bleibt ein Unternehmen hingegen im Index, bleibt auch das institutionelle Kapital investiert.

MSCI hat entschieden, die aktuelle Indexbehandlung vorerst unverändert zu lassen. Das gilt für alle sogenannten Digital Asset Treasury Companies (DATCOs), also Unternehmen, bei denen digitale Vermögenswerte mindestens 50 Prozent der Gesamtvermögenswerte ausmachen. Strukturell ist diese Entscheidung kurzfristig positiv, denn ein Ausschluss hätte zwangsläufig massive Zwangsverkäufe großer Indexfonds ausgelöst. Gleichzeitig zeigt der Vorgang aber auch die bereits bekannte kritische Seite, wie sehr Kryptowährungen und Bitcoin Treasury Strategien zunehmend zum Spielball großer institutioneller Akteure werden. Auch wenn Kryptowährungen für uns Privatanleger weiterhin dezentral nutzbar sind, wird ihre Preisentwicklung und die Bewertung entsprechender Unternehmen immer stärker von Entscheidungen großer Indexanbieter und Kapitalverwalter beeinflusst.

Bitcoin und Krypto: MSCI wird die Digital Asset Treasury nicht aus seinen Indizes entfernen – Erleichterung für Strategy

Rémy R. – 07. Januar 2026

Gute Nachrichten für Digital Asset Treasury (DAT) [Schatzhaltung in digitalen Vermögenswerten wie Bitcoin, also eine Unternehmens-„Treasury“, die primär Kryptowährungen hält]. In einer Ende November veröffentlichten Notiz hatten Analysten von JPMorgan für Ernüchterung bei Strategy [US-Unternehmen für Softwareentwicklung, bekannt für seine Bitcoin-Treasury-Strategie] und bei Unternehmen mit einer Treasury-Strategie in Bitcoin oder anderen Kryptowährungen gesorgt. Denn als bekannt wurde, dass MSCI [Indexanbieter für Aktienindizes, die von Fonds als Vergleichsmaßstab genutzt werden] erwog, die Digital Asset Treasury aus seinen Indizes auszuschließen, stürzten die Aktien dieser Unternehmen ab. Heute dürfte sich der Verkaufsdruck jedoch abschwächen, weil MSCI letztlich bekannt gegeben hat, dass es die Digital Asset Treasury vorerst nicht aus seinen Indizes entfernt (zumindest vorerst).

Die wichtigsten Punkte aus diesem Artikel:

  • MSCI hat letztlich entschieden, Digital Asset Treasury vorerst nicht aus seinen Indizes zu entfernen. Das entlastet den Druck auf diese Unternehmen.
  • Eine breiter angelegte Konsultation zu „nicht operativen“ Unternehmen könnte ihre künftige Aufnahme dennoch infrage stellen. Unsicherheit bleibt.

MSCI macht bei der Digital Asset Treasury einen Rückzieher: kein Ausschluss aus den Indizes!

Zur Erinnerung: MSCI, ursprünglich Morgan Stanley Capital International, bevor es 2009 zu einem unabhängigen Unternehmen wurde, ist ein auf die Erstellung von Börsenindizes spezialisiertes Unternehmen. Diese werden anschließend von Investmentfonds genutzt, um die Entwicklung eines bestimmten Marktes nachzuverfolgen.

In einer kürzlich auf seiner Plattform veröffentlichten Mitteilung erklärt MSCI, dass der Konzern nach der Ende 2025 durchgeführten Konsultation zu den Digital Asset Treasury beschlossen hat, diese „vorerst“ bei seiner Indexüberprüfung im Februar 2026 nicht aus den MSCI Global Investable Market Indexes auszuschließen. (Vgl. MSCI)

Eine Nachricht, die den Abwärtsdruck auf die Digital Asset Treasury verringern dürfte, etwa bei Strategy von Michael Saylor mit seiner Treasury von 673.783 Bitcoin [Wert in Euro]. Doch es gibt ein „Aber“, wie wir gleich sehen werden.

Aber das Damoklesschwert ist für Strategy und ähnliche Unternehmen nur pausiert

Auch wenn es vorerst keinen Ausschluss von Digital Asset Treasury-Unternehmen gibt, präzisiert die MSCI-Mitteilung:

„(…) Allerdings beabsichtigt MSCI, eine breitere Konsultation zur Behandlung nicht operativer Unternehmen im Allgemeinen zu eröffnen. Diese breitere Konsultation soll Kohärenz sicherstellen und die fortlaufende Ausrichtung an den übergeordneten Zielen der MSCI-Indizes gewährleisten, die darauf abzielen, die Performance operativer Unternehmen zu messen, und Einheiten auszuschließen, deren Haupttätigkeiten auf Investitionen ausgerichtet sind.“

Auszug aus der MSCI-Ankündigung

Denn laut MSCI seien institutionelle Investoren [wie Fonds, Versicherungen oder Pensionskassen] besorgt, dass manche Unternehmen mit einer Digital Asset Treasury „Merkmale aufweisen, die Investmentfonds ähneln, die nicht für eine Aufnahme in MSCI-Indizes geeignet sind“.

Doch diese Digital Asset Treasury könnten „eine Teilmenge einer größeren Gruppe von Einheiten darstellen, deren geschäftliche Tätigkeiten hauptsächlich auf Investitionen und nicht auf den operativen Betrieb ausgerichtet sind“.

Mit anderen Worten: Investitionen in Kryptowährungen wären dann nicht mehr die einzigen, die ungerechtfertigt ins Visier geraten. Betroffen sein könnten auch Unternehmen mit zu hohen Reserven (daher der Charakter eines „Investmentfonds“) in einem oder mehreren verschiedenen Vermögenswerten, etwa in Öl oder Gold, jedoch ohne tatsächlich ausgeprägte operative Tätigkeiten oder entsprechende Geschäftsmodelle. Es bleibt also abzuwarten, ob Strategy dem weiterhin entgehen kann, insbesondere dank seiner Aktivitäten im Bereich der Softwareentwicklung.

Quelle: Journal du Coin

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