Bitcoin gibt uns durch seine Dezentralität ein ganz neues Werkzeug an die Hand

von | 22. Jun 2023

Die dezentrale Struktur von Bitcoin

Bitcoin wird weder von einer Firma, Organisation oder sonst jemandem geleitet oder ausgegeben. Kein Staat hat die Kontrolle darüber, und auch nicht über seine Menge, die nie über 21 Millionen steigen wird.

Risiken, die Dezentralität zu untergraben, kann ich mir im Moment nur dahin gehend vorstellen, dass einmal ein Staat oder eine enorm große Organisation wie BlackRock versuchen könnte, mehr als 50 Prozent der Mining-Ressourcen zu kontrollieren. Dadurch könnte Einfluss auf die Gestaltung von Bitcoin genommen werden. Das erscheint mir aber derzeit mehr fiktiv, als eine real vorhandene Gefahr zu sein

Ein neues Werkzeug zum Aufbau von Vermögen

Das neue an dem Werkzeug Bitcoin ist, dass wenn wir es möchten, wir ganz direkt Bitcoin halten können. Ohne auf eine Exchange, ein Fintech-Unternehmen oder einen anderen Dienstleister zurückgreifen zu müssen.

Allerdings sind wir dann auch zu 100 Prozent verantwortlich für unsere Coins. Denn kommen wir nicht mehr dran, weil wir dazu den Seed benötigen würden, diesen aber nicht mehr haben, kann uns keiner den Zugang dazu wiederherstellen.

Und noch schlimmer: wir können weiterhin die Bitcoin auf dem Blockchain-Explorer sehen, haben aber keinen Zugang mehr dazu. Die positive Seite ist die, dass auch niemand anderes ohne den Seed Zugang dazu bekommen kann. Es kann also niemand z.B. das Konto einfrieren oder die Coins beschlagnahmen, wie das bei Bankkonten immer mal wieder der Fall ist.

Für den Aufbau von Vermögen mit Bitcoin ist das so eine Sache. Da kommt es sehr stark auf den Zeithorizont an. Schauen wir in die Vergangenheit, so ist der heutige Wert praktisch von Null ab entstanden. Schauen wir nur kürzer zurück, ist die starke Volatilität eine gewisse Herausforderung.

Jeden Montag vergleichen wir Gold in Bitcoin übers letzte Jahr, das bringt interessante Blickwinkel auf Gold und Bitcoin mit. Diese Reihe soll als Beispiel dienen, wie eine Preisentwicklung ausschauen würde, würden wir generell in Bitcoin und nicht in Euro oder Dollar rechnen. Die Artikelreihe findest du hier.

Egal ob Bitcoin oder anderes: niemand kennt die Zukunft. Sie beinhaltet immer Faktoren, die wir heute noch nicht kennen.

Ein neues Werkzeug zum Aufbau finanzieller Unabhängigkeit

Der finanziellen Unabhängigkeit, in der Sichtweise, dass wir unabhängig finanzielle Transaktionen und Entscheidungen vornehmen können, werden immer mehr Steine in den Weg gelegt. Meistens mit der Begründung für mehr Sicherheit und gegen kriminelle Handlungen.

Geldwäschegesetz

Ich möchte einmal auf das Geldwäschegesetz schauen, denn das zeigt mit am besten unsere fehlende finanzielle Unabhängigkeit auf.

Auf der Seite der Anwaltskanzlei Herfurter in Frankfurt werden sechs zentrale Punkte aufgelistet, von denen vor allem die folgenden vier für uns relevant sind:

  • Bei Transaktionen ist es notwendig, dass Empfänger und Auftraggeber ermittelt werden.

  • Finanzdienstleister sind dazu verpflichtet, Geldtransfers ab einer Höhe von 1.000 € zu prüfen.

  • Bargeldzahlungen ab 10.000 € müssen grundsätzlich von allen Unternehmen, Personen und Institutionen einer Überprüfung unterzogen werden.
    Bei Geldtransfers, die bargeldlos erfolgen, ist eine Prüfung erst ab einem Geldbetrag von 15.000 € notwendig.

  • Ein Transparenzregister sorgt für Klarheit, da in ihm alle wirtschaftlich Berechtigten aufgelistet sind. Ausländische Staatsbürger, die in Deutschland eine Immobilie erwerben möchten, müssen seit 2020 auch im Transparenzregister eingetragen werden.

Und dann folgt ein weiterer Abschnitt mit dem Titel: ‚Warum werden Konten bei Verdacht auf Geldwäsche gesperrt?

Quelle: Anwaltskanzlei Herfurter

Interessant ist bei diesem Titel das Wort ‚Verdacht‘. Nicht, dass da etwas bewiesen sein müsste, der Verdacht genügt bereits. Die Konsequenzen, die Menschen bei einer Kontosperrung erleben, ist enorm.

Bargeldobergrenze

In einem Artikel der ING Bank wird auf die Diskussion verwiesen, bei der es um die Verschärfung der Bargeldobergrenze, im Klartext also um deren Herabsetzung geht.

Das Europäische Parlament fordert, Bargeldzahlungen auf 7.000 Euro zu begrenzen, um Kriminellen das Waschen von illegal erworbenem Geld zu erschweren.

ING

Und dann können wir lesen, dass es in Deutschland noch ganz liberal abläuft, was die Bargeldobergrenze betrifft:

In der EU ist die Bargeld-Obergrenze nicht einheitlich geregelt: In 18 von 27 Mitgliedstaaten gibt es schon eine Bremse, zwischen 500 Euro in Griechenland und 15.000 Euro in Kroatien.

ING

In früheren Zeiten gab es einmal den 1.000 D-Mark-Schein. So einen Schein müsste man, konvertiert als 1.000 Euro-Schein gedacht, in Griechenland in Zwei schneiden, damit man die Bargeld-Obergrenze einhalten könnte. Dabei waren damals 1.000 DM mindestens so viel wert, wie es heute 1.000 Euro sind.

Der Geldwaschautomat, wie er laut Bundesfinanzministerium funktioniert

Beim Bundesfinanzministerium bekommen wir sogar eine Info-Graphik, wie Geldwäsche funktioniert. Was wir dort allerdings nicht finden, ist die Erwähnung des Wortes ‚Bargeld‘.

Die Info-Graphik muss ich hier wiedergeben, denn sie ist einfach nett gemacht, fast wie aus einem Kinderbuch. Es gibt sogar Reinigungskosten, die die Geldwäscher natürlich in ihre Rentabilitätsrechnungen mit einbeziehen müssen. Vergessen haben sie aber dafür das Waschmittel, ist ja vielleicht in den Reinigungskosten mit drin. Alles eher lustig, als dass es die Realität gut abbilden würde.

Bildquelle: Bundesministerium der Finanzen

Ich nehme einmal an, dass der kleinste Teil der Geldwäsche mit Bargeld abläuft, aber das selbe Argument für mehr Überwachung und Restriktionen betrifft ja auch den Crypto-Bereich, für den die MiCA (Markets in Crypto-Assets) verabschiedet wurde.

Das Spannungsfeld zwischen einer Unabhängigkeit und den Möglichkeiten, die damit einher gehen, diese auch zum Schaden anderer auszunutzen zu können, kann nicht aufgelöst werden.

Ich denke, dass es lediglich ein Vorgaukeln darstellt, dass dieses Spannungsfeld durch Restriktionen gelöst werden kann. Vielmehr führen Restriktionen in der Regel zu mehr Kontrolle und einer Einschränkung des Handlungsspielraums von jedem Einzelnen.

Bietet Bitcoin finanzielle Unabhängigkeit?

Bitcoin ist da eine ganz andere Sache, denn wenn die Coins auf einem selbst verwalteten Wallet liegen, sind es auch die eigenen Coins, über die der Wallet-Besitzer die volle Verfügungsgewalt hat.

Schauen wir uns einmal von den weiter oben genannten Punkten zur Geldwäsche die ersten drei davon an. Als erstes fällt dabei auf, dass die Gesetzgebung nur Institutionen betrifft und diese von sich aus aktiv werden müssen.

Bei meinen Ausführungen der Wallets gehe ich immer von Wallets aus, die nicht bei einer Exchange oder einem Fintech-Unternehmen liegen, sondern selbst verwaltete Wallets mit eigenem Private Key.

  • Bei Transaktionen ist es notwendig, dass Empfänger und Auftraggeber ermittelt werden.
    Dies entfällt bei Bitcoin komplett, weil niemand da ist, der den Empfänger und Auftraggeber ermitteln soll.

  • Finanzdienstleister sind dazu verpflichtet, Geldtransfers ab einer Höhe von 1.000 € zu prüfen.
    Es ist bei einer Transaktion zwischen zwei Wallets kein Finanzdienstleister involviert, wodurch diese Regelung nicht greift.

  • Bargeldzahlungen ab 10.000 € müssen grundsätzlich von allen Unternehmen, Personen und Institutionen einer Überprüfung unterzogen werden.
    Bei Geldtransfers, die bargeldlos erfolgen, ist eine Prüfung erst ab einem Geldbetrag von 15.000 € notwendig.

    Nachdem niemand bei einer Transaktion zwischen zwei Wallets involviert ist, gibt es wiederum niemand, der die Prüfung übernehmen sollte.

Das Werkzeug Bitcoin zur finanzieller Unabhängigkeit

Das Werkzeug Bitcoin zur finanzieller Unabhängigkeit ist derzeit, wird es dezentral und nicht über Exchanges und Fintechs benutzt, sehr wirkungsvoll. Das liegt daran, dass keine Meldungen abgegeben werden müssen.

Möchte der Staat Informationen, so muss er sich diese selbst beschaffen.

Über das Tracking der Bitcoin-Transaktionen, lassen sich oft die dahinter stehenden Personen herausfinden, denn die wenigsten haben anonym Bitcoin gekauft. Es kann auch sein, dass der Empfänger bekannt ist und von daher ‚eine Spur der Bitcoins‘ ermittelt werden kann. Bei Zahlungen über das Lightning-Netzwerk ist das schwieriger.

Die finanzielle Unabhängigkeit ist mit Bitcoin deutlich gestärkt, aber niemand kann dem Kontroll- und Überwachungswahn zu 100% entkommen.

Für Zahlungen über das Lightning-Netzwerk können aber leicht von äußeren Blicken geschütze Transfers stattfinden, denn so lange die Bitcoin-Transaktionen im Lightning-Netzwerk stattfinden, sind die Transaktionen nur mit sehr hohem Aufwand, wenn überhaupt, nachvollziehbar.

Quellen:

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