Das US-israelische Debakel im Nahen Osten löst globalen Schocks aus – Folge: 27 Länder ringen um Weltbankfinanzierungen

von | 30. Mai 2026

Seit Beginn des US-amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran Ende Februar haben 27 Länder Schritte unternommen, um die Notfallfinanzierungsmechanismen der Weltbank zu aktivieren, berichtete Reuters am 22. Mai. Drei Länder haben bereits die Genehmigung für eine beschleunigte Finanzierung erhalten, während die übrigen 24 dabei sind, die Verwaltungsverfahren abzuschließen.

Kenia und der Irak haben öffentlich bestätigt, dass sie Notfallhilfe der Weltbank beantragen, wobei Nairobi mit stark steigenden inländischen Kraftstoffpreisen konfrontiert ist und Bagdad aufgrund von Störungen bei den Seefrachtexporten mit stark gesunkenen Öleinnahmen zu kämpfen hat.

Die 27 Länder stammen aus einem Pool von 101 Ländern, die Zugang zu vorab vereinbarten Kontingentfinanzierungen haben, darunter 54, die an der „Rapid Response Option“ der Weltbank teilnehmen – einem Mechanismus, der es staatlichen Kreditnehmern ermöglicht, bis zu 10% ihrer noch nicht ausgezahlten Projektreste sofort umzuwidmen.

Weltbankpräsident Ajay Banga hat eine dreistufige Finanzierungsstruktur skizziert. Zwischen 20 und 25 Milliarden US-Dollar stehen sofort über bestehende Kriseninstrumente zur Verfügung; dieser Betrag kann innerhalb von sechs Monaten auf 60 Milliarden US-Dollar steigen, wenn die Bank Teile ihres breiteren Portfolios umschichtet. Hierbei könnten längerfristige strukturelle Veränderungen das Gesamtvolumen auf rund 100 Milliarden US-Dollar erhöhen.

Die Aktivitäten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) waren dagegen minimal. Obwohl Geschäftsführerin Kristalina Georgieva davon ausgegangen war, dass bis zu ein Dutzend Länder zwischen 20 und 50 Milliarden US-Dollar an Nothilfe beantragen würden, teilten Quellen Reuters mit, dass nur sehr wenige formelle Anträge gestellt worden seien und sich die Länder in einer „Abwartehaltung“ befänden.

Der IWF hatte zuvor gewarnt, dass der Krieg der USA und Israels gegen den Iran die globalen Wirtschaftsaussichten erheblich verschlechtert habe, indem er die Energiemärkte gestört, die Inflation angeheizt und die Wachstumsaussichten weltweit geschwächt habe. Er erklärte, der Krieg habe das erwartete globale Wachstum von 3,4 auf 3,1% gesenkt, die Inflation erheblich verschärft und erhebliche Risiken einer weiteren Verschlechterung der Energieversorgungswege mit sich gebracht.

Der IWF fügte hinzu, dass anhaltende Kämpfe den regionalen wirtschaftlichen Schaden vertiefen, die Weltwirtschaft möglicherweise in ein rezessionsähnliches Wachstum treiben, die Unsicherheit an den Finanzmärkten verstärken und die allgemeine geopolitische und wirtschaftliche Instabilität beschleunigen könnten.

Quelle: The Craddle

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