Paxos Labs sammelt 12 Millionen US-Dollar ein, um DeFi zugänglicher zu machen. Im Kern entsteht eine Art White-Label-Schicht, über die Institutionen wie Banken ihren Kunden einen einfachen Zugang zu DeFi ermöglichen können, etwa für On-Chain-Renditen oder Kredite.
Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie DeFi zunehmend als Struktur im Hintergrund fungiert, während die Nutzung zentral gesteuert wird. Der Freiheitsgedanke von DeFi gerät bei dieser Art der Anwendung gänzlich unter die Räder. Nicht nur, dass Institutionen über einen vereinfachten Zugang zu DeFi punkten können, auch steuerliche Regulierungen erschweren es Kleinanlegern, direkt mit DeFi zu interagieren, was den Anreiz zusätzlich erhöht, den Weg über eine Institution zu wählen.
Paxos Labs sammelt 12 Millionen US-Dollar, um DIESES DeFi-„Produktproblem“ zu lösen
Die Nachfrage nach On-Chain-Renditen ist von 18 Milliarden US-Dollar auf 6 Milliarden US-Dollar gesunken, was einem Rückgang auf ein Drittel des ursprünglichen Wertes entspricht.
Benjamin Njiri – 16. April 2026
Paxos Labs hat 12 Millionen US-Dollar eingesammelt, um das zu lösen, was das Projekt als DeFi-„Produktproblem“ bezeichnet. Bemerkenswert ist, dass Paxos Labs aus dem Krypto-Infrastrukturunternehmen Paxos hervorgegangen ist (Spinn-off).
Mit seinem neuen Produkt Amplify ist Paxos Labs der Ansicht, dass es für Nutzer extrem einfach werden kann, Renditen zu erzielen, Vermögenswerte zu leihen und zu verleihen, und das in großem Maßstab.
In einer Erklärung sagte Spencer Bogart, General Partner bei Blockchain Capital [Risikokapitalgesellschaft, die in Blockchain- und Krypto-Projekte investiert], ein früher Investor und eines der führenden Unternehmen der jüngsten Finanzierungsrunde:
Das Infrastrukturproblem ist weitgehend gelöst. Das Produktproblem, also was Nutzer und Plattformen tatsächlich mit diesen Vermögenswerten On-Chain tun, ist heute die größte offene Chance im Finanztechnologiesektor (Fintech), und dies ist das Team, das es aufbauen wird.
Für Ungeübte: Paxos ist ein White-Label-Emittent, also ein Dienstleister, der anderen Unternehmen hilft, ihre eigenen markengebundenen Stablecoins zu erstellen und zu verwalten.
Das Spin-off Paxos Labs war jedoch notwendig, um die mangelnde Klarheit in Bezug auf die Regulierung von DeFi zu adressieren. Nun möchte das Team über markengebundene Stablecoins hinausgehen.
Pläne von Paxos Labs für Amplify
Amplify ist eine neue technische Plattform von Paxos Labs, der es Nutzern ermöglicht, Vermögenswerte zu minten [Erstellen neuer Token auf einer Blockchain], Renditen zu erzielen und Vermögenswerte zu leihen.
Für institutionelle Akteure zielt Amplify darauf ab, Anwendungen und andere Finanztechnologieunternehmen dabei zu unterstützen, On-Chain-Vermögenswerte produktiver zu machen.
Das Endziel? Nutzer in die Lage zu versetzen, Renditen zu erzielen.
Bhau Kotecha, Mitgründer von Paxos Labs, kommentierte die Entwicklung:
Ist „Kaufen und Halten bei JP Morgan“ wirklich das, wofür digitale Vermögenswerte geschaffen wurden? Das ist ein Scheitern. Das ist nicht die Mission. Der erste Schritt war, die Menschen hineinzubringen. Der nächste Schritt besteht darin, ihre Vermögenswerte produktiv zu machen. Genau daran arbeiten wir.
Nach Angaben des Teams hat Amplify bereits erste Erfolge gezeigt. Das Projekt nennt Partner wie die datenschutzorientierte Blockchain Aleo, die Neobank Hyperbeat [digitale Bank ohne klassische Filialen] und Toku [Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte] und berichtet von einem Anstieg der verwalteten Vermögenswerte, nachdem die Plattform vergangene Woche live gegangen ist.
Das Projekt setzt darauf, dass sinkende Zinssätze der Fed [Zentralbank der USA] als Katalysator wirken, damit Nutzer Kapital On-Chain einsetzen. Dennoch hat sich die On-Chain-Rendite ebenso deutlich abgekühlt wie der breitere Markt.
Tatsächlich ist der insgesamt gebundene Wert (Total Value Locked, TVL) in großen Renditeprotokollen wie Spark Savings und Pendle von 18 Milliarden US-Dollar im September 2025 auf 6 Milliarden US-Dollar im April 2026 gesunken. (Vgl. DeFiLlama)
Das entspricht einem Rückgang um zwei Drittel und unterstreicht eine risikoscheue Haltung der Investoren gegenüber On-Chain-Renditen.

Quelle: DeFiLlama
Zusammenfassung
- Paxos Labs hat 12 Millionen US-Dollar eingesammelt, angeführt von Blockchain Capital, um das sogenannte „Produktproblem“ zu lösen und On-Chain-Renditen skalierbar sowie Krypto-Vermögenswerte produktiv zu machen.
- Die Nachfrage nach On-Chain-Renditen ist seit dem Höchststand im September von 18 Milliarden US-Dollar auf aktuell 6 Milliarden US-Dollar gefallen.
Quelle: AMB Crypto
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