Die „Isaak-Abkommen“: Eine neue Front in Israels globaler Ausrichtungsstrategie

von | 4. Dez. 2025

Eine neue Initiative, die in diesem Jahr still und leise ins Leben gerufen wurde, verdient weitaus mehr Aufmerksamkeit, als sie derzeit erhält: die Isaak-Abkommen, ein Projekt, das darauf abzielt, einen politischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Block zwischen Israel und lateinamerikanischen Staaten zu bilden.

Die Initiative wurde von einer neuen US-amerikanischen Non-Profit-Organisation, American Friends of Isaac Accords (AFOIA), ins Leben gerufen und mit Mitteln der Genesis Prize Foundation finanziert. Sie steht in direktem Zusammenhang mit dem Genesis-Preisträger 2025 und derzeitigen argentinischen Präsidenten Javier Milei, dessen Regierung zu einem der stärksten globalen Verbündeten Israels geworden ist.

Oberflächlich betrachtet werden die Isaak-Abkommen als „lateinamerikanische Version der Abraham-Abkommen“ dargestellt: wirtschaftliche Zusammenarbeit, kultureller Austausch, Bildungsprogramme und gemeinsame Entwicklung. Die zusammen mit der Initiative veröffentlichten Erklärungen offenbaren jedoch die tieferen Absichten.

Danny Danon, Israels UN-Botschafter, beschreibt die Abkommen als einen Weg, um der regionalen „Feindseligkeit gegenüber dem jüdischen Staat“ entgegenzuwirken und unentschlossene lateinamerikanische Länder in Israels Einflussbereich zu ziehen.

Die offizielle Erklärung der US-Regierung geht sogar noch weiter und bezeichnet die Abkommen als Instrument zur Stärkung der Verbündeten der USA, zur Ausrichtung der Hemisphäre gegen „radikale internationale Organisationen“, zum Ausbau der Sicherheitszusammenarbeit und zur Bekämpfung des Antisemitismus.

Mit anderen Worten: Es handelt sich um den Aufbau eines geopolitischen Blocks und nicht nur um einen kulturellen Austausch.

Die AFOIA selbst wurde 2025 von der Genesis Prize Foundation gegründet – einer Institution, die von einer Gruppe russisch-israelischer Milliardäre (Fridman, Aven, Khan, Polovets, Knaster) finanziert und geprägt wird und historisch sowohl mit der israelischen Regierung als auch mit politischen Netzwerken der Diaspora verbunden ist. Mileis mit 1 Million Dollar dotierter Genesis-Preis dient als Startkapital für das gesamte Projekt.

Hinter dieser Philanthropie steht eine klare Strategie, die darauf abzielt, eine Partnerschaft zwischen Israel und Lateinamerika auf diplomatischer, wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Ebene zu formalisieren, und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem die Region in Bezug auf Gaza, die Macht der USA und die Richtung der Weltpolitik tief gespalten ist.

Die Ziele der Initiative spiegeln dies wider:

  • Stärkung der Position Israels in der OAS und der UNO durch lateinamerikanische Stimmen.
  • Ausbau bilateraler Sicherheitsprogramme.
  • Bekämpfung von „Extremismus“ und „Antisemitismus“.
  • Einbindung lateinamerikanischer Demokratien in eine langfristige, von den USA unterstützte Partnerschaft mit Israel.

Mileis Argentinien treibt bereits eine radikale geopolitische Neuausrichtung voran, einschließlich der Verlegung seiner Botschaft nach Jerusalem, der Übernahme der Sicherheitsstrukturen der USA und Israels und der Positionierung als regionale Brücke für die Interessen Israels.

Die Abkommen formalisieren diese Vision und bieten Israel einen strukturierten Weg, um mit dem Segen der USA und philanthropischer Unterstützung Einfluss in ganz Lateinamerika zu nehmen.

Ob dies das nächste große geopolitische Projekt in der westlichen Hemisphäre wird, hängt davon ab, wie andere lateinamerikanische Staaten darauf reagieren. Die Absicht ist jedoch klar: Die Isaak-Abkommen sind kein kleines Kulturprogramm, sondern ein Versuch, die Allianzen in der Hemisphäre in einer Zeit globaler Brüche neu zu gestalten.

Quelle: X

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