Immer wieder werden Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung als Begründung für strengere Regulierungsmaßnahmen genannt, ein Muster, das sich in vielen Ländern und Themenbereichen beobachten lässt. Auch im aktuellen Fall der philippinischen Wertpapieraufsicht dienen diese Schlagworte erneut als Argument, um gegen internationale Krypto-Börsen vorzugehen.
Immerhin richten sich die neuen Vorschriften ausschließlich gegen die Plattformen selbst und nicht gegen die Nutzer. Das unterscheidet die philippinische Herangehensweise von der in Ungarn, wo auch Privatanwender betroffen sind, wie wir das bereits in einem anderen Artikel dargelegt haben, der in unseren Artikelempfehlungen unter diesem Beitrag zu finden ist.
Die Philippinen – Die SEC geht gegen OKX, Bybit und Kraken vor und beruft sich auf „nationale Sicherheit“
Warum stehen OKX, Bybit und Kraken auf den Philippinen unter Beschuss?
Ishika Kumari – 6. August 2025
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Die philippinische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission, SEC) hat nicht registrierte Krypto-Plattformen ins Visier genommen, weil sie philippinische Nutzer ohne Genehmigung bedienen und bewerben.
- Rechtliche Schritte und weltweite Kooperationen mit Technologieunternehmen sollen den unbefugten Zugang blockieren und Anleger schützen.
Die philippinische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission, SEC) hat Alarm geschlagen wegen zehn Krypto-Unternehmen, darunter die großen Börsen OKX, Bybit und Kraken, die ohne ordnungsgemäße Genehmigung auf den Philippinen aktiv sind.
In einer am 4. August veröffentlichten öffentlichen Mitteilung warnte die Behörde philippinische Anleger davor, diese Offshore-Plattformen zu nutzen, da sie die neu eingeführten SEC-CASP-Regeln und -Richtlinien für „Crypto Asset Service Provider“ (CASP) [neues Regelwerk der philippinischen Aufsicht für alle Dienstleister rund um digitale Vermögenswerte], die seit dem 5. Juli 2025 gelten, missachten. (Vgl. SEC Philippines)
Die Behörde erklärte,: „Diese Plattformen besitzen keine Lizenz, Registrierung oder Autorisierung der SEC, um auf den Philippinen zu operieren oder Kapital von der Öffentlichkeit einzuwerben. Ihr Vorgehen ist nicht genehmigt und setzt philippinische Anleger erheblichen Risiken aus.“
Philippinische SEC warnt vor Risiken
Mehrere Krypto-Plattformen, darunter MEXC, Bitget, Phemex, CoinEx, BitMart, Polonie und andere, sind weiterhin im Land verfügbar und werden aktiv bei lokalen Nutzern beworben. Die SEC warnte, dass das Anbieten oder Bewerben von Krypto-Dienstleistungen, etwa Handel oder Derivate, ohne ordnungsgemäße Registrierung gegen das Wertpapierrecht verstößt.
Obwohl die Behörde betonte, dass die Liste nicht abschließend sei, kündigte sie rechtliche Schritte an, darunter Unterlassungs- und Einstellungsverfügungen sowie strafrechtliche Anzeigen.
Die Behörde plant zudem, mit Technologieriesen wie Google, Apple und Meta [Betreiber von Facebook, Instagram und WhatsApp] zusammenzuarbeiten, um unautorisierte Werbung zu blockieren.
Eine ähnliche Zusammenarbeit gab es bereits im vergangenen Jahr, als die Behörde Google und Apple aufforderte, die App von Binance aus den lokalen App-Stores zu entfernen, um den Anlegerschutz zu stärken.
Worüber ist die SEC besorgt?
In ihrer jüngsten Mitteilung betonte die SEC die Risiken für die nationale Sicherheit, die von diesen Plattformen ausgehen, darunter potenzielle Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Außerdem bekräftigte sie ihre Absicht, unabhängig gegen Verstöße vorzugehen, mit Unterlassungs- und Einstellungsverfügungen, strafrechtlichen Anzeigen und der Sperrung von Websites sowie Apps, die nicht registrierte Dienstleistungen anbieten.
Die Behörde bekräftigte ihr Engagement zum Schutz der Anleger und zur Wahrung der Marktintegrität und warnte, dass Verstöße gegen das Wertpapierregulierungsgesetz (Securities Regulation Code, SRC) und den Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) [US-amerikanisches Antikorruptionsgesetz] schwerwiegende rechtliche Konsequenzen haben können.
Dennoch ist das Land trotz dieser strengen Warnungen nicht grundsätzlich gegenüber Kryptowährungen geschlossen.
Tatsächlich befinden sich die Philippinen auf dem Weg zu einem wichtigen Fintech-Hub, wobei digitale Zahlungen voraussichtlich bis 2025 ein Volumen von 31,68 Milliarden US-Dollar [~27,40 Milliarden Euro] erreichen und über 65 Millionen digitale Geldbörsen (Wallets) genutzt werden.
Quelle: AMBcrypto
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Das Vorgehen kann viele Bürger ungewollt kriminalisieren, die mit den Gesetzen nicht ständig auf dem Laufenden sind.
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