Die US-Steuerbehörde IRS stuft physisches Gold und sogar die beliebten, mit Goldbarren unterlegten börsengehandelten Fonds (ETFs) als Sammlerstücke ein – eine Kategorie, zu der auch Kunst, Briefmarken und Antiquitäten gehören. Diese Einstufung wirkt sich auf die Steuerbelastung beim Verkauf aus. Die meisten Besitzer erfahren dies erst im ungünstigsten Moment: nach dem Verkauf, wenn nichts mehr daran zu ändern ist.
Hier ist die Regel, die Sie kennen sollten, bevor Sie etwas unterschreiben.
Kurzantwort: Wie wird Gold beim Verkauf besteuert?
Langfristige Gewinne aus physischem Gold und mit Edelmetallen besicherten ETFs werden wie Sammlerstücke besteuert: zu Ihrem regulären Einkommensteuersatz, der auf maximal 28% begrenzt ist. Genau diese Obergrenze wird von vielen Anlegern missverstanden und in zahlreichen Medienberichten falsch dargestellt. Wenn Sie in der Steuerklasse von 12% sind, zahlen Sie 12%, nicht 28%. Der Satz von 28% trifft nur Anleger, deren regulärer Steuersatz ansonsten höher wäre, und er fällt im Vergleich zu den langfristigen Steuersätzen von 15 oder 20% auf Gewinne aus Aktien ungünstig aus.
Gold, das ein Jahr oder weniger gehalten wird, führt in der Regel zu kurzfristigen Gewinnen, die zu den regulären Einkommensteuersätzen besteuert werden. Es können zusätzlich staatliche Steuern und – für einige Steuerzahler mit höherem Einkommen – die Netto-Kapitalertragsteuer von 3,8% anfallen. Die Wahl des Verkaufsjahres kann einen strategischen Vorteil darstellen; machen Sie sich daher zunächst mit den Regeln vertraut.
Die 28-Prozent-Regel – Die Details
Zwei wichtige Details zur 28-Prozent-Regel:
- Es handelt sich um eine Obergrenze, nicht um einen Pauschalsatz. Gewinne aus dem Verkauf von langfristig gehaltenen Sammlerstücken werden mit Ihrem regulären Steuersatz besteuert, der jedoch höchstens 28% beträgt. Viele Rentner, die in einem Jahr mit bescheidenem Einkommen verkaufen, zahlen weit weniger als den in den Schlagzeilen genannten Steuersatz.
- Sie gilt erst nach einem Jahr. Wenn Sie Gold verkaufen, das Sie ein Jahr oder weniger gehalten haben, gilt der Gewinn als kurzfristig und wird als normales Einkommen besteuert, ohne jegliche Obergrenze. Für jemanden in der 35-Prozent-Steuerklasse kostet ein Verkauf einen Monat früher mehr Steuern, als wenn er noch einen Monat warten würde.
Höherverdiener sollten außerdem die Zusatzsteuer von 3,8% auf Netto-Kapitalerträge, sowie etwaige staatliche Einkommensteuern einkalkulieren, die bei Gold ebenso wie bei Aktien zusätzlich anfallen.
Dasselbe „Gold“ wird auf drei verschiedene Arten besteuert
Der Streit um die ETFs überrascht die meisten Menschen. Fonds, die physische Barren in einem Tresor lagern, sind in der Regel als Grantor Trusts strukturiert, sodass die US-Steuerbehörde IRS direkt durch die Fondsverpackung hindurch auf das darin enthaltene Metall blickt. Sie haben nie eine Münze in der Hand gehabt, werden aber so besteuert, als hätten Sie es getan.

Derivate hingegen sind Aktien von Unternehmen, die wie jede andere Aktie besteuert werden. Gold in einem herkömmlichen IRA- oder 401(k)-Konto wird bei Auszahlung in der Regel als normales Einkommen besteuert und nicht zum Steuersatz für Sammlerstücke. Bei einem Roth-Konto gilt eine andere Regelung.
Anschaffungskosten: Wo Verkäufer Tausende sparen oder verlieren
Sie werden auf den Gewinn besteuert, nicht auf den Verkaufspreis, und der Gewinn hängt von Ihren Anschaffungskosten ab. Die Anschaffungskosten setzen in der Regel bei dem Betrag an, den Sie tatsächlich für das Gold bezahlt haben, einschließlich etwaiger Händleraufschläge und anfallender Anschaffungskosten, und nicht nur beim Spotpreis. Ein Verkäufer, der nur den Spotpreis zum Kaufdatum angibt, zahlt zu viel Steuern.
Das klassische Problem ergibt sich bei Münzen, die vor Jahren bar gekauft wurden. Wenn Sie nicht nachweisen können, was Sie bezahlt haben, kann das Finanzamt Ihre Anschaffungskosten als null ansetzen und den gesamten Verkaufspreis besteuern. Sammeln Sie vor dem Verkauf alles, was Sie finden können:
- Rechnungen und Quittungen des Händlers – der Goldstandard als Nachweis
- Kreditkarten- oder Kontoauszüge, aus denen der Kauf hervorgeht
- Aufzeichnungen über das Erwerbsdatum, damit Sie den Preis und den Aufschlag von damals rekonstruieren können
Selbst eine teilweise Rekonstruktion ist besser als gar nichts, und ein Ordner mit Unterlagen, der vor dem Verkauf zusammengestellt wurde, ist danach Tausende wert.
Geerbtes Gold und geschenktes Gold sind Gegensätze
Diese beiden Begriffe werden ständig verwechselt, doch der Unterschied entscheidet über die gesamte Steuerbelastung.
Bei geerbtem Gold wird in der Regel eine „Stepped-up Basis“ angewendet: Ihre Anschaffungskosten werden auf den Marktwert zum Zeitpunkt des Todes zurückgesetzt, und die Haltedauer gilt automatisch als langfristig, sodass ein Verkauf kurz danach oft nur einen geringen oder gar keinen steuerpflichtigen Gewinn ergibt.
Geschenktes Gold ist die Falle. Es übernimmt die ursprüngliche Anschaffungskostenbasis und die Haltedauer des Schenkenden. Wenn Ihre Mutter Ihnen also Münzen übergibt, die sie vor Jahrzehnten gekauft hat, und Sie diese verkaufen, müssen Sie Steuern auf den Wertzuwachs all dieser Jahrzehnte zahlen. Familien, die entscheiden müssen, ob sie Gold jetzt verschenken oder später vererben sollen, sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie zwischen diesen beiden steuerlichen Behandlungen wählen. (Vgl. theepochtimes.com)
Die Frist, die Sie wählen
Bei fast allen anderen Steuerregeln müssen Sie sich nach dem Zeitplan anderer richten. Diese hier wartet auf Ihre Unterschrift. Sie entscheiden, in welchem Jahr der Gewinn verbucht wird – das bedeutet, Sie können in einem Jahr mit geringerem Einkommen verkaufen, einen großen Verkauf auf zwei Steuerjahre aufteilen oder zunächst Ihre Unterlagen zusammenstellen. Es kommt ganz darauf an, die Regelung für Sammlerstücke bereits vor dem Verkauf zu kennen – und nicht erst danach.
Häufig gestellte Fragen zum Steuersatz für Gold-Sammlerstücke
Müssen alle 28% auf Goldgewinne zahlen? Der Wert von 28% ist ein Höchstsatz, kein Pauschalsatz. Langfristige Gewinne aus Gold werden mit Ihrem regulären Einkommensteuersatz besteuert, der auf 28% begrenzt ist. Ein Verkäufer, der in die Steuerklasse von 12% oder 22% fällt, zahlt also diesen niedrigeren Satz. Die Obergrenze spielt nur für Anleger eine Rolle, deren regulärer Steuersatz 28% übersteigen würde. Kurzfristige Gewinne aus Gold, das ein Jahr oder weniger gehalten wurde, unterliegen keiner Obergrenze und werden als reguläres Einkommen besteuert.
Werden Gold-ETFs wirklich als Sammlerstücke besteuert?
Die physisch gedeckten Gold-ETFs werden als Sammlerstücke besteuert. ETFs, die Goldbarren in Tresoren halten, sind in der Regel als Grantor Trusts strukturiert, sodass die Anteilseigner so behandelt werden, als besäßen sie einen Anteil am Metall selbst, und langfristige Gewinne unterliegen dem Steuersatz für Sammlerstücke von bis zu 28%. Fonds, die Mining-Aktien halten, werden wie gewöhnliche Aktienfonds mit 15% oder 20% besteuert. Prüfen Sie die Steuerunterlagen des Fonds, bevor Sie Vermutungen anstellen, denn der Ticker allein gibt darüber keinen Aufschluss.
Was ist, wenn ich keine Belege für Gold habe, das ich bar gekauft habe?
Handeln Sie, bevor Sie verkaufen. Suchen Sie nach Zahlungsbelegen, Korrespondenz mit Händlern oder Notizen, aus denen hervorgeht, wann Sie Ihr Gold gekauft haben, und ermitteln Sie daraus den Preis und den üblichen Aufschlag zu diesem Zeitpunkt. Eine dokumentierte Teilbasis ist weitaus besser als gar keine, denn ohne Belege kann die Steuerbehörde Ihre Anschaffungskosten als Null ansetzen und den gesamten Verkaufserlös besteuern. Bei großen Beständen kann Ihnen ein Steuerberater dabei helfen, eine stichhaltige Dokumentation Ihrer Anschaffungskosten zu erstellen.
Weiß die IRS, wenn ich Gold verkaufe?
Die Meldepflicht gemäß Formular 1099-B hängt von der Transaktion, dem Status des Händlers als Makler, der Form des Edelmetalls und den geltenden Mengenschwellen ab. Die aktuellen Anweisungen der IRS sehen Ausnahmen für viele Verkäufe von Edelmetallen vor. Darunter Transaktionen unterhalb der Mindestmenge, die für einen von der CFTC (Commodity Futures Trading Commission) genehmigten regulierten Terminkontrakt erforderlich ist. Zusammenhängende Verkäufe innerhalb von 24 Stunden können jedoch zusammengefasst werden. Unabhängig davon, ob ein Formular 1099-B ausgestellt wird, müssen Sie einen steuerpflichtigen Gewinn oder Verlust melden.
Quelle: Zero Hedge
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