Angesichts der eskalierenden Aggression der USA gegenüber der Insel Kuba durch eine „Maximaldruck“-Kampagne und die Androhung einer militärischen Intervention finanziert die US-Regierung heimlich ein riesiges Netzwerk kubanischer Medien, die sich als unabhängig ausgeben, um einen Regimewechsel gegen die unabhängige sozialistische Regierung voranzutreiben. Diese Medien präsentieren sich als „unvoreingenommener investigativer Journalismus“, werden jedoch stillschweigend von Washington über USAID, die National Endowment for Democracy und die Open Society Foundation finanziert, um Unzufriedenheit in der karibischen Nation zu säen und sie für eine potenziell „unmittelbar bevorstehende“ Invasion durch die Trump-Regierung vorzubereiten. (Vgl. axios.com)
Kuba steht vor einigen der schlimmsten Stromausfälle seiner Geschichte, bedingt durch die US-Blockade, die versucht, die Insel in die Knie zu zwingen. Als kommunistischer Staat, der sich den Anordnungen der USA widersetzt, steht Kuba seit 1959 im Fadenkreuz Washingtons, das versucht, die Regierung zu stürzen. MintPress beleuchtet diesen zwielichtigen Zusammenhang rund um den Regimewechsel.
Unabhängiger Journalismus, präsentiert vom Außenministerium
CubaNet ist eine der einflussreichsten und etabliertesten Nachrichtenagenturen, die über das Geschehen auf der Karibikinsel berichtet. Die 1994 von regierungskritischen Aktivisten gegründete Website ist zur bevorzugten Informationsquelle für die Mainstream-Medien geworden, die regelmäßig darauf verweisen und sie als objektives und unvoreingenommenes unabhängiges Medium präsentieren (z.B. The Washington Post, The Wall Street Journal, Fox News und The Los Angeles Times). Reporter von CubaNet haben in großen US-Zeitungen – wie USA Today – Gastkommentare verfasst, in denen sie einen sofortigen Regierungswechsel auf der Insel forderten. (Vgl. eu.usatoday.com)
Doch CubaNet ist nicht so unabhängig, wie es scheint. Die Plattform wird vom US-amerikanischen Sicherheitsapparat finanziert. CubaNet hat Millionen von Dollar an Fördermitteln von USAID und der National Endowment for Democracy, sowie von der Open Society Foundation erhalten.
So wurde beispielsweise ein derzeit laufender USAID-Zuschuss in Höhe von 500.000 Dollar an CubaNet vergeben, um „junge Kubaner auf der Insel durch objektiven und unzensierten Multimedia-Journalismus anzusprechen“. Obwohl dies vordergründig ein lobenswertes Ziel ist, deutet bereits die einzeilige Beschreibung des Zuschusses darauf hin, dass sein Zweck darin besteht, die kubanische Regierung zu untergraben und anzugreifen.
Darin heißt es (Hervorhebung hinzugefügt):
Der freie Informationsfluss aus Kuba soll sich nach und nach erhöhen, um die Desinformationskampagnen des Regimes auszugleichen.
(Vgl. foreignassistance.gov)
Eine weitere Nachrichtenorganisation, die riesige Geldsummen aus Washington erhält, ist ADN Cuba. Der Name bedeutet wörtlich „Kubas DNA“. Das Medium hat sich online eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut und verzeichnet über 100.000 Abonnenten auf YouTube, über 200.000 auf Instagram und über 1,3 Millionen auf Facebook. Es beschreibt sich selbst als „unabhängiges Medienunternehmen, das sich für Freiheit und Demokratie in Kuba einsetzt“. Tatsächlich hat es jedoch seinen Sitz in Spanien. Und es scheint nicht besonders auf Transparenz hinsichtlich seiner Finanzierung bedacht zu sein. (Vgl. adncuba.com)
Klar ist jedoch, dass ADN Cuba Millionen von Dollar vom US-amerikanischen Sicherheitsapparat erhalten hat. Im September 2024 bewilligte USAID einen Zuschuss in Höhe von 1,1 Millionen Dollar an ADN Cuba – eine gigantische Summe für eine Organisation, die auf ihrer Website kaum einen Artikel pro Tag veröffentlicht. Es kam zu einer Zuweisung von 1,5 Millionen Dollar für den Zeitraum 2022–2024 hinzu. (Vgl. foreignassistance.gov)
Tatsächlich hat ADN Cuba seit 2020 allein von USAID mehr als 3 Millionen Dollar erhalten. (vgl. mronline.org) Diese Verbindung wird den Lesern nicht offenbart – selbst in Artikeln, die direkt über die Finanzierung kubanischer Medien durch USAID berichten – und wird in die Fußnoten obskurer Datenbanken zur Finanzierung durch die US-Regierung verbannt. (Vgl. adncuba.com)
Diario de Cuba ist ein weiteres spanisches Nachrichtenmedium, das eine Vielzahl von Artikeln veröffentlicht, die alle eines gemeinsam haben: Eine tiefe Abneigung gegen die kubanische Regierung. Die BBC beschreibt es und CubaNet als wichtige Quellen für unparteiische Nachrichten, die von Journalisten betrieben werden, die „ohne Zensur berichten und ein umfassenderes Bild der Realität des Landes zeichnen“.
Und genau wie CubaNet hat Diario de Cuba eine siebenstellige Summe an Fördermitteln aus Washington erhalten. Zwischen 2016 und 2020 erhielt Diario de Cuba 1,3 Millionen US-Dollar an USAID-Geldern – fast genauso viel, wie CubaNet im gleichen Zeitraum. Diese großzügige Finanzierung hat es dem Medium ermöglicht, ein weltweites Publikum zu erreichen, mit über 600.000 Followern allein auf Facebook.
Netzwerke für Regimewechsel
Die Central Intelligence Agency (CIA) hat früher Hunderte von Medienunternehmen weltweit direkt (und heimlich) finanziert. Nachdem jedoch eine Reihe von Skandalen bekannt wurde und weitere Informationen über ihre ruchlosen Aktivitäten an die Öffentlichkeit gelangten, beschloss Washington, viele seiner umstrittensten Auslandsoperationen an Organisationen wie die National Endowment for Democracy (NED) und die U.S. Agency for International Development (USAID) auszulagern.
Carl Gershman, der langjährige Präsident der NED, erläuterte damit die Entscheidung von 1983, seine Organisation zu gründen:
Es wäre furchtbar, wenn demokratische Gruppen weltweit als von der CIA subventioniert wahrgenommen würden.
NED-Mitbegründer Allen Weinstein pflichtete ihm bei und erklärte The Washington Post:
Vieles von dem, was wir heute tun, wurde vor 25 Jahren verdeckt von der CIA durchgeführt.
Unter dem Deckmantel der Demokratieförderung und der Menschenrechte leitet die US-Regierung Gelder an politische und soziale Gruppen auf der ganzen Welt weiter, um ihre strategischen Ziele, darunter Regimewechsel, zu maximieren. In den letzten Jahren haben die USA die beiden Organisationen NED und USAID genutzt, um regierungsfeindliche Proteste in Hongkong zu finanzieren, eine Farbrevolution in Belarus anzustreben, die Regierung der Ukraine im Jahr 2014 zu stürzen und Anfang dieses Jahres Unruhen im gesamten Iran zu organisieren.
In Kuba spielten die NED und die USAID eine entscheidende Rolle bei der Organisation eines (gescheiterten) Aufstands gegen die Regierung im Jahr 2021. Insbesondere die USAID gab Millionen von Dollar aus, um die San-Isidro-Bewegung – ein Kollektiv aus Musikern, Künstlern und Journalisten – zu finanzieren, zu organisieren und zu fördern, damit diese eine Konterrevolution auf der Insel anführte.
Mitglieder von San Isidro standen im Juli an der Spitze einer Welle landesweite Proteste. Die Demonstrationen wurden sofort von westlichen Mainstream-Medien, prominenten Persönlichkeiten und US-Politikern, darunter Präsident Biden, aufgegriffen. Die Internetnutzer wurden mit der künstlich inszenierten „SOS Cuba“-Kampagne überschwemmt, die tagelang im Internet für Aufsehen sorgte.
Letztendlich gelang es den koordinierten Bemühungen der USA jedoch nicht, die einfachen Kubaner davon zu überzeugen, auf die Straße zu gehen, und die Bewegung ebbte schnell ab.
Esteban Rodríguez, ein wichtiges Mitglied der San-Isidro-Bewegung, ist Produzent bei ADN Cuba.
Wenn die US-Gelder ausgesetzt werden, brechen „unabhängige“ Medien sofort zusammen
Wie wichtig die Gelder der US-Regierung für das Überleben und den Betrieb dieser Medien sind, wurde Anfang letzten Jahres deutlich, als die Trump-Regierung beschloss, die Mittel für USAID und die NED einzufrieren. Bei der Bekanntgabe dieser Entscheidung bezeichnete Elon Musk, der damalige Leiter des Ministeriums für Regierungseffizienz, insbesondere USAID als „Schlangennest radikal-linker Marxisten, die Amerika hassen“.
Die Auswirkungen auf die kubanischen Medien waren unmittelbar. Sobald die Gelder ausblieben, standen Dutzende von Organisationen vor der sofortigen Auflösung. CubaNet veröffentlichte einen dringenden Leitartikel, in dem die Leser gebeten wurden, die Finanzlücke zu schließen. CubaNet-Direktor Roberto Hechavarría Pilia fügte hinzu:
Wir stehen vor einer unerwarteten Herausforderung: Der Einstellung wichtiger Finanzmittel, die einen Teil unserer Arbeit gestützt haben. Wenn Sie unsere Arbeit schätzen und daran glauben, die Wahrheit am Leben zu erhalten, bitten wir Sie um Ihre Unterstützung. Ohne [USAID]-Mittel wird es extrem schwierig sein, weiterzumachen.
(Vgl. diariodecuba.com)
Diario de Cuba befand sich in einer ähnlich prekären Lage. Sein Direktor, Pablo Díaz Espí, stellte fest, dass „die Unterstützung für den unabhängigen Journalismus durch die Regierung der Vereinigten Staaten ausgesetzt wurde, was unsere Arbeit erschwert“, und bat die Leser um Spenden.
Musks Entscheidung enthüllte unbeabsichtigt ein weitverzweigtes Netzwerk von über 6.200 Reportern und fast 1.000 Medien weltweit, die still und leise von der CIA-Tarnorganisation geschult, unterstützt und finanziert wurden – alles unter dem Deckmantel der Förderung „unabhängiger“ Medien und der Informationsfreiheit.
Ein weiteres angeblich unabhängiges kubanisches Medium, das in eine Krise geriet, war El Toque (Die Berührung). El Toque wurde 2014 gegründet und erhielt Hunderttausende Dollar von der NED. Es erscheint auf Spanisch und Englisch und versucht, die Wechselkurse in Kuba zu manipulieren.
Die Kürzung der Fördermittel traf das Medium hart: Die Redaktion kündigte an, dass sie sofort die Hälfte ihrer Belegschaft (15 Mitarbeiter) entlassen und die Zusammenarbeit mit Dutzenden von Freiberuflern einstellen müsse, während man nach alternativen Finanzierungsquellen suche. (Vgl. latamjournalismreview.org)
El Estornudo (Das Niesen) wird ebenfalls großzügig von der NED finanziert. Allein im Jahr 2021 gewährte die Stiftung dem investigativen Journalismus-Portal 180.000 US-Dollar. Es erhält zudem umfangreiche Unterstützung von der Open Society Foundation, betont jedoch, dass diese US-Gelder keinerlei Auflagen unterliegen und keinen Einfluss auf seine Berichterstattung haben.
Während westliche Medien die kubanische Medienlandschaft oft als einen Kampf zwischen David und Goliath darstellen – zwischen mutigen, unabhängigen Medien, die Repressionen ausgesetzt sind, und einem ausufernden, staatlich geförderten Propagandaapparat – machen die gigantischen Summen, die an diese „Außenseiter“ ausgezahlt werden, sie zu den mit Abstand am besten finanzierten Medien auf der Insel.
Ein Artikel in The Guardian aus dem Jahr 2023 porträtierte beispielsweise den 24-jährigen Fotojournalisten Pedro Sosa, der sowohl für El Toque als auch für El Estornudo arbeitete. Darin wurden die beiden Medien als „Anbieter echter Berichterstattung im Gegensatz zu den langweiligen staatlichen Medien“ dargestellt und die Journalisten als arme und schutzbedürftige Wahrheitsverkünder, die für „Freiheit“ eintreten und einer „Razzia“ durch den Staat ausgesetzt sind.
Aber es rutschte ihm auch heraus, dass die Arbeit für von den USA unterstützte Medien gar nicht so schlecht für die Karriere ist, wie oft dargestellt wird, sondern tatsächlich ein äußerst lukrativer Beruf ist. Beiläufig wird erwähnt, dass die Gehälter beim winzigen El Toque zehnmal so hoch sind, wie die selbst der erfahrensten Journalisten, die in den kubanischen Staatsmedien arbeiten. In Wirklichkeit gehören diese unterdrückten Verfechter der Meinungsfreiheit also zu den reichsten Menschen auf der ganzen Insel – dank der Macht des US-Dollars, der sie fürstlich dafür bezahlt, einen ständigen Strom regierungskritischer Nachrichten zu produzieren.
Letztendlich hätten sich die von den USA unterstützten Medien keine Sorgen machen müssen, und die Finanzierung durch NED und USAID wurde nach einigen Umstrukturierungen wieder aufgenommen.
Posten für die eigenen Leute
All dies verblasst jedoch im Vergleich zu den Mitteln, die die USA für Radio und TV Martí bereitgestellt haben. Der 1985 von der Reagan-Regierung gegründete Sender mit Sitz in Miami beschäftigt Dutzende Vollzeitmitarbeiter und erhält jährlich mehrere zehn Millionen Dollar aus Washington.
Im Gegensatz zum Rest der Medienbranche genießen die Mitarbeiter von Radio und TV Martí hohe Arbeitsplatzsicherheit und sechsstellige Gehälter, obwohl die kubanische Regierung viele ihrer Sendungen stören und blockieren kann, sodass nur sehr wenige Menschen ihre Inhalte konsumieren. Seit seiner Gründung hat Washington mindestens 800 Millionen Dollar für Radio und TV Martí ausgegeben.
Die hier vorgestellten Medien stellen nur einen kleinen Teil des Netzwerks regierungskritischer Medien dar, die von den Vereinigten Staaten finanziert werden. Die meisten Empfänger amerikanischer Gelder bleiben anonym – eine Entscheidung, die zum Teil getroffen wurde, um ihre Identität zu verbergen und ihre Glaubwürdigkeit innerhalb Kubas zu wahren.
Die National Endowment for Democracy betrachtet Kuba als „langjährige Priorität“ und finanziert derzeit offiziell 32 separate Projekte auf der Insel. (Vgl. orinocotribune.com)
Zu den medienbezogenen Fördermitteln gehört ein 80.000-Dollar-Projekt mit dem Titel „Strengthening Access to Information“, das Folgendes verspricht:
Um den Zugang zu Informationen zu verbessern und kritisches Denken zu fördern, wird die Organisation täglich Berichte und Analysen in verschiedenen Formaten veröffentlichen und dabei unabhängige Sichtweisen zu Themen bieten, die das tägliche Leben der Bürger betreffen, darunter Meinungsfreiheit, öffentliche Sicherheit, Menschenrechte und andere dringende gesellschaftliche Belange.
Ein weiterer Zuschuss in Höhe von 115.000 US-Dollar mit dem Titel „Expanding Access to Uncensored Media“ sieht Folgendes vor:
Zur Förderung unabhängiger Berichterstattung wird die Organisation narrativen Journalismus zu zensierten Themen anbieten, Recherchen durchführen und Hintergrundartikel, Fotoessays, sowie Meinungsbeiträge verfassen und gleichzeitig die operativen Kapazitäten der Medien stärken.
Bei 31 der 32 Projekte werden Name und Identität der Empfänger verschleiert, was bedeutet, dass die Gruppen, die mit der als Strohmann fungierenden CIA-Organisation zusammenarbeiten, in der Regel nur dann identifiziert werden, wenn sie diese Verbindung öffentlich machen oder – wie im Jahr 2025, als die US-Finanzhilfen vorübergehend ausgesetzt wurden – um Hilfe bitten.
Regierungskritische Medien machen nur einen kleinen Teil der Vielzahl von Gruppen aus, die Washington heimlich finanziert und unterstützt. Von Musikern und Wissenschaftlern, über zivilgesellschaftliche, bildungsbezogene und religiöse Gruppen bis hin zu Thinktanks, Wohltätigkeitsorganisationen und NGOs gibt es ein riesiges Netzwerk von Organisationen, die enorme Geldsummen von der US-Regierung erhalten.
Zwei dieser Einrichtungen sind das Observatorio Cubano de Derechos Humanos (Kubanisches Observatorium für Menschenrechte, OCDH) und die Anwaltsgruppe Cubalex. Beide Gruppen verfassen Berichte, in denen sie die kubanische Regierung anprangern, und werden in westlichen Medien wie der New York Times, CNN und der Washington Post regelmäßig als unparteiische Autoritäten in Menschenrechtsfragen auf der Insel zitiert. Was den Lesern jedoch verschwiegen wird, ist, dass beide Organisationen vom US-amerikanischen Sicherheitsapparat finanziert werden.
Aus Unterlagen geht hervor, dass USAID dem OCDH fast 1,5 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt hat. Die Unterstützung durch die NED war unterdessen entscheidend für die Gründung von Cubalex im Jahr 2010, und Washington bezahlt bis heute die Gehälter der Mitarbeiter. Wie die Geschäftsführerin der Organisation, Laritza Diversent, im vergangenen Jahr sagte:
Ohne die Unterstützung der National Endowment for Democracy hätte es Cubalex nicht gegeben; für unsere Arbeit benötigen wir finanzielle Mittel. Seit 14 Jahren unterstützt uns die NED. Im vergangenen Oktober haben wir nach vielen Versuchen [auch] einen Zuschuss vom Außenministerium erhalten.
(Vgl. usaspending.gov)
So gibt es kaum einen Bereich der regierungskritischen kubanischen Opposition, der nicht von US-Geldern erreicht wurde, sei es über Regierungsorganisationen, wie die NED oder USAID oder über Institutionen wie die Ford Foundation und die Open Societies Foundation, die historisch gesehen eine ähnliche Rolle bei der Förderung amerikanischer Interessen im Ausland gespielt haben.
Viele dieser Gruppen haben ihren Sitz in Südflorida, wo Gelder der US-Regierung dazu beitragen, Tausende von Arbeitsplätzen für die kubanisch-amerikanische Gemeinschaft zu subventionieren. Es ist daher keine Übertreibung zu sagen, dass ein bedeutender Teil der Wirtschaft Miamis durch Steuergelder gestützt wird, die zur Finanzierung konterrevolutionärer Kräfte dienen. Das ist ironisch, wenn man bedenkt, dass konservative Kubaner oft vehement gegen staatliche Sozialprogramme, sowohl in den USA als auch in Kuba protestieren.
Digitale Bombardierung
Im Jahr 2010 eroberte eine neue Social-Media- und Messaging-App namens „Zunzuneo Kuba“ im Sturm. Aus dem Nichts verbreitete sie sich wie ein Lauffeuer und gewann Zehntausende von Nutzern – eine für damalige Verhältnisse auf einer Insel mit so spärlichem Internetzugang sehr hohe Zahl.
Keiner der Nutzer war sich jedoch bewusst, dass die Plattform heimlich von USAID ins Leben gerufen worden war, um einen Regimewechsel zu fördern. Ihr Plan war es, zunächst einen hervorragenden Dienst anzubieten, der den Markt erobern würde, dann den Kubanern nach und nach regierungsfeindliche Botschaften zuzuführen und sie schließlich dazu zu bewegen, sich „Smart Mobs“ anzuschließen, um eine Farbrevolution auszulösen.
Um die eigene Beteiligung an dem Projekt zu verschleiern, hielt die US-Regierung ein geheimes Treffen mit Twitter-Gründer Jack Dorsey ab, um ihn dazu zu bewegen, in das Projekt zu investieren. Inwieweit Dorsey dabei half, ist unklar, da er sich geweigert hat, sich zu dieser Angelegenheit zu äußern. (Vgl. apnews.com)
Zunzuneo wurde 2012 abrupt eingestellt, möglicherweise weil das Office of Cuba Broadcasting (das TV und Radio Martí beaufsichtigt) bereits ein neues Programm namens „Piramideo“ ins Leben gerufen hatte. (Vgl. theworld.org)
Piramideo bewarb sich als App, mit der Kubaner Weltnachrichten kostenlos und ohne Zensur empfangen konnten. Fast sofort berichteten Einheimische jedoch, dass sie mit Fake News über regierungsfeindliche Proteste überschüttet wurden, die nie stattgefunden hatten. Piramideo wurde 2015 eingestellt, nachdem Berichte über Einmischungen der US-Regierung in Kuba einen Skandal und diplomatische Verlegenheit ausgelöst hatten. (Vgl. gizmodo.com)
Heute jedoch, da Kubaner zunehmend amerikanische Social-Media-Apps nutzen, ist diese Art von Täuschung weitgehend überflüssig, da sie ganz offen betrieben werden kann. Während der San-Isidro-Proteste 2021 beteiligten sich Apps, wie Instagram und Twitter offen an dem Versuch, die Regierung zu stürzen, und ergriffen keinerlei Maßnahmen gegen einen massiven Boom eindeutig gefälschter Bot-Konten, die genau dieselben Nachrichten (bis hin zu den Tippfehlern) nachplapperten und denselben künstlich generierten Hashtag verwendeten. Das Redaktionsteam von Twitter platzierte die Proteste – an denen landesweit kaum ein paar Tausend Menschen teilnahmen – sogar über 24 Stunden lang ganz oben in seiner Rubrik „Was passiert gerade?“, was bedeutete, dass jeder Nutzer weltweit darüber informiert wurde. Der gescheiterte Putsch ist inzwischen als „Bay of Tweets“ bekannt geworden.
Der endlose Krieg gegen Kuba
Im Oktober stimmte die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum 33. Mal in Folge mit überwältigender Mehrheit (165 zu 7) dafür, ein Ende der US-Blockade gegen Kuba zu fordern. Dieser Wirtschaftskrieg wurde von der Eisenhower-Regierung als Reaktion auf die kubanische Revolution von 1959 verhängt, durch die der von den USA unterstützte Diktator Fulgencio Batista gestürzt wurde.
Diese illegalen einseitigen Zwangsmaßnahmen, die laut einem internen Memo der US-Regierung darauf abzielen (vgl. history.state.gov), „die Geld- und Reallöhne zu senken, Hunger und Verzweiflung zu verursachen und die Regierung zu stürzen“, kosten Kuba jedes Jahr Milliarden und behindern seine Entwicklung erheblich. (Vgl. znetwork.org)
Die USA versuchten 1961, in Kuba einzumarschieren, und brachten die Welt während der darauf folgenden Kubakrise an den Rand der Vernichtung. Berichten zufolge versuchten sie hunderte Male, den kubanischen Staatschef Fidel Castro zu töten, und verübten eine Welle von Terroranschlägen gegen das Land, darunter auch den Einsatz biologischer Waffen auf der Insel.
Aufeinanderfolgende Regierungen setzten den Wirtschaftskrieg gegen Kuba fort, der nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion noch verschärft wurde. Doch das von dem kubanisch-amerikanischen Politiker Marco Rubio geleitete Außenministerium unter Trump hat diesen Krieg auf eine neue Ebene gehoben und die Insel zu einer seiner obersten Prioritäten erklärt.
Trump selbst hatte erklärt, dass Kuba „das nächste“ Land auf der Liste der Länder sei, die für einen Regimewechsel ins Visier genommen werden. (vgl. cbsnews.com) Letzten Monat sagte er:
Vielleicht schauen wir bei Kuba vorbei, wenn wir mit dem Iran fertig sind.
(Vgl. aa.com.tr)
Als Reaktion darauf erklärte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel, sein Land sei bereit, jede US-Invasion abzuwehren, so wie es dies bereits während der Schweinebucht-Invasion getan habe, und erklärte:
Die Lage ist äußerst schwierig und fordert uns erneut auf, wie schon am 16. April 1961, bereit zu sein, ernsthaften Bedrohungen, einschließlich militärischer Aggression, entgegenzutreten. Wir wollen das nicht, aber es ist unsere Pflicht, uns darauf vorzubereiten, um dies zu vermeiden, und, falls es unvermeidbar wird, es zu besiegen.
Vor diesem Hintergrund ist die Finanzierung einer Vielzahl von Medien, die sich gegen Kuba richten, durch die US-Regierung zu sehen. Der Medienangriff ist nur ein Aspekt von Washingtons vielschichtigem Ansatz zum Regimewechsel.
Viele der hier vorgestellten Organisationen veröffentlichen auf Englisch, und fast alle werden von den westlichen Mainstream-Medien als vermeintlich glaubwürdige Informationsquellen zu Kuba genutzt. Dies bedeutet, dass die Narrative des US-Außenministeriums über dieses Netzwerk in das öffentliche Bewusstsein eingeschleust werden.
Vielen Kubanern und Amerikanern ist völlig unbekannt, dass ihre Nachrichten über die Insel größtenteils aus einem Geflecht zwielichtiger Medien stammen, die stillschweigend vom US-Sicherheitsapparat über die NED und USAID finanziert werden. Ihr Ziel ist es, den Strom negativer Berichte aufrechtzuerhalten, um die Öffentlichkeit darauf vorzubereiten, einen Regimewechsel auf der Insel zu akzeptieren. Schließlich ist im Krieg die Wahrheit immer das erste Opfer.
Quelle: Mintpress News
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