EU-Logik: Krypto zentralisieren, Wirtschaft von Sparern finanzieren

von | 4. Okt. 2025

Es ist kaum verwunderlich, dass die Europäische Kommission jede Lösung eines Problems darin sieht, Kontrolle und Überwachung weiter auszubauen. In diesem Fall wird als Aufhänger der GENIUS Act der USA herangezogen, der die Ausgabe von Stablecoins regelt. Dieses Gesetz führt jedoch zu einer stärkeren Verflechtung zwischen Staat und Konzernen, da es die Konzerne sind, die Stablecoins, also den US-Dollar auf der Blockchain, herausgeben. Ein weiterer Punkt betrifft die Handhabung von Sperrungen, die in Richtung AGBs verschoben wird und damit in einen völlig anderen Rechtsrahmen fällt, als es normalerweise bei Geld der Fall ist.

In den Kontroll- und Überwachungsideen der EU ist von Zentralisierung die Rede, ein Prozess, den wir auch in anderen Bereichen beobachten können. Im Beitrag gibt es eine Äußerung, die sehr deutlich die Schieflage der Finanzen zeigt: „…die Ersparnisse der europäischen Haushalte zu mobilisieren, um die Wirtschaft zu finanzieren…“. Eigentlich sollte die Wirtschaft die europäischen Haushalte finanzieren, denn eine Wirtschaft, die finanziert werden muss, hat ihren marktwirtschaftlichen Sinn verloren.

Krypto: Die Europäische Union will die Marktüberwachung verstärken

Ben Canton – 19. September 2025

Verstärkte Überwachung. Während die Vereinigten Staaten gerade einen großen Schritt nach vorne gemacht haben, indem sie das Gesetz über Stablecoins [Stablecoins = Kryptowährungen, deren Wert an stabile Vermögenswerte wie den US-Dollar oder den Euro gekoppelt ist] verabschiedet haben, will die Europäische Union sich nicht vom amerikanischen Konkurrenten abhängen lassen und arbeitet weiter an ihrem eigenen Rechtsrahmen. Die Europäische Kommission hat daher angekündigt, die Marktüberwachung und insbesondere den sich stark entwickelnden Kryptomarkt verstärken zu wollen. Erläuterungen.

Die wichtigsten Punkte dieses Artikels:

  • Die Europäische Union hat die Überwachung ihres Kryptomarktes verstärkt, um sich nach der Verabschiedung eines Stablecoin-Gesetzes durch die Vereinigten Staaten nicht abhängen zu lassen.
  • Die Europäische Kommission erwägt, der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) [Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde, eine in Paris ansässige Institution, die die Finanzmärkte in der EU überwacht] mehr Macht zu geben, um die Anbieter von Dienstleistungen im Bereich digitaler Vermögenswerte besser regulieren zu können.

Die Europäische Kommission will die Überwachung des Kryptomarktes verstärken

Bei einer Rede auf dem Eurofi-Forum in Kopenhagen erklärte Maria Luís Albuquerque, Kommissarin für Finanzdienstleistungen, dass die Kommission derzeit an einem Projekt arbeite, um „die Überwachung der Finanzmärkte zu verstärken“, und zwar insbesondere des Kryptomarktes. (Vgl. Europäische Kommission)

Dabei gehe es darum, der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) mit Sitz in Paris mehr Macht zu geben, damit sie die Akteure des Sektors und insbesondere die Anbieter von Dienstleistungen im Bereich digitaler Vermögenswerte besser kontrollieren könne. Hierzu erklärte Maria Luís Albuquerque:

„Wir erwägen eine zentralisierte Aufsicht über bestimmte Marktinfrastrukturen, wie zentrale Gegenparteien, zentrale Wertpapierverwahrer und Handelsplattformen. Wir sehen auch den Vorteil einer stärker zentralisierten Aufsicht in neuen und sich schnell entwickelnden Bereichen, in denen die Überwachungskapazitäten den Anforderungen gerecht werden müssen, wie etwa bei den Anbietern von Dienstleistungen im Bereich digitaler Vermögenswerte.“

Maria Luís Albuquerque, Kommissarin für Finanzdienstleistungen (Vgl. Europäische Kommission)

Die EU will mit den Vereinigten Staaten gleichziehen und nicht zurückfallen

Die europäische Verantwortliche erklärte zudem, dass dieses Projekt zur Stärkung der Marktüberwachung Teil eines größeren Vorhabens sei, das den Namen „Spar- und Investitionsunion“ trägt und darauf abzielt, „die Ersparnisse der europäischen Haushalte zu mobilisieren, um die Wirtschaft zu finanzieren und die finanzielle Autonomie des Kontinents zu stärken“.

Schließlich geht es auch darum, mit den Vereinigten Staaten gleichzuziehen und sich nicht vom amerikanischen Konkurrenten abhängen zu lassen, wie kürzlich Mario Draghi [ehemaliger Präsident der EZB] erinnerte, der vor dem Rückstand Europas im Finanzbereich warnte.

Die EU-Kommissarin sprach auch die Frage der Renten an und erklärte, dass Europa „tiefere Kapitalmärkte“ und „stabilere Rentensysteme“ schaffen müsse, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Sie präzisierte schließlich, dass die Übertragung von Befugnissen an die ESMA nicht zum Nachteil der nationalen Behörden erfolgen werde, sondern vielmehr darauf abziele, einen gemeinsamen Überwachungsrahmen zu schaffen, um grenzüberschreitende Risiken besser zu bewältigen.

Das Ziel Europas, sich nicht vom Onkel Sam abhängen zu lassen, ist durchaus nachvollziehbar. Doch bleibt abzuwarten, ob mehr Regulierung und mehr Macht für die ESMA der richtige Weg dorthin sein werden. Die Europäische Zentralbank (EZB), ein weiteres kontinentales Finanzorgan, äußert ihrerseits weiterhin Bedenken gegenüber dem Sektor, insbesondere gegenüber Stablecoins.

Quelle: Journal du Coin

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