Japans Krypto-Kurs: 20-%-Steuer als Erleichterung, doch Kontrolle als Preis

von | 3. Sep. 2025

Japan positioniert sich immer mehr bei den Regulierungen von Kryptowährungen, allerdings in einer Richtung, die weniger Freiheit und mehr staatliche Kontrolle bedeutet. Mit der geplanten Steuerreform, die Gewinne aus Kryptowährungen künftig wie Aktien mit einer pauschalen Abgabe von 20 % behandelt, schafft die Regierung eine Steuererleichterung für Anleger, gegenüber den bisherigen progressiven Steuersätzen.

Parallel dazu liegt der Haken der Veränderung: Indem Kryptowährungen rechtlich Aktien und anderen Finanzprodukten gleichgestellt werden, öffnet Japan dem Staat weitreichende Möglichkeiten, strenge Compliance-Regeln durchzusetzen. Die Folge: Der dezentrale Charakter von Kryptowährungen, der ursprünglich ihre Unabhängigkeit von staatlicher Kontrolle garantieren sollte, wird zunichte gemacht.

Diese Richtung zeigt sich auch an anderer Stelle. Erst kürzlich wurde in Japan der erste Stablecoin in Yen eingeführt, allerdings nur für Käufer, die sich einem vollständigen KYC-Verfahren unterziehen. (Siehe unseren Artikel in den Artikelempfehlungen unterhalb dieses Beitrags) Damit wird klar: Japan nutzt Kryptowährungen nicht als Instrument zur Förderung von Freiheit und Innovation, sondern vielmehr als Gelegenheit, bestehende Überwachungs- und Kontrollmechanismen auszubauen.

Japan plant umfassende Krypto-Reform mit pauschaler 20-%-Steuer und Weg zu börsengehandelten Fonds (ETFs)

Ist Japan dabei, Krypto sicherer, intelligenter und profitabler zu machen?

Ishika Kumari – 25. August 2025

Japan plant umfassende Krypto-Reform mit pauschaler 20-%-Steuer und Weg zu börsengehandelten Fonds (ETFs)

Übersicht

Japan und die USA treiben Krypto-Regulierungen voran: Japan überarbeitet Steuern und Exchange-Traded Funds (ETFs), während es in den USA wichtige Führungswechsel bei der Bundessteuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) [US-Bundessteuerbehörde] gibt, parallel zur Gesetzgebung zu Stablecoins.

Japan macht nun einen großen Schritt hin zur Aufnahme von Kryptowährungen in den Mainstream.

Die japanische Finanzaufsichtsbehörde bereitet ein weitreichendes Reformpaket vor, das Steuerreformen mit regulatorischen Aufwertungen kombiniert und potenziell den Weg für krypto­bezogene börsengehandelte Fonds (ETFs) öffnet.

Im Rahmen der vorgeschlagenen Änderungen werden die Behörden digitale Vermögenswerte wie Aktien besteuern und sie als Finanzprodukte klassifizieren. (Vgl. Nikkei) Dadurch kann die japanische Finanzaufsichtsbehörde Regeln gegen Insiderhandel, Offenlegungspflichten und Anlegerschutzvorgaben nach dem japanisches Wertpapierhandels- und Börsengesetz durchsetzen.

Japans Krypto-Reformen

Derzeit werden Krypto-Gewinne als „sonstige Einkünfte“ mit progressiven Sätzen besteuert, die einschließlich kommunaler Zuschläge über 50 % liegen können, während für Aktien und Anleihen eine pauschale Steuer von 20 % gilt.

Die japanische Finanzaufsichtsbehörde plant, die steuerliche Behandlung für das Haushaltsjahr 2026 zu überprüfen und schlägt eine separate pauschale Steuer von 20 % auf Krypto-Gewinne sowie einen dreijährigen Verlustvortrag vor.

Darüber hinaus will die japanische Finanzaufsichtsbehörde digitale Vermögenswerte nicht länger dem japanisches Zahlungsdienste-Gesetz, sondern dem japanischen Wertpapierhandels- und Börsengesetz zuordnen. Dadurch könnte sie Anlegerschutz, Offenlegungsstandards und Regeln gegen Insiderhandel durchsetzen und zugleich den Weg für inländische Kryptowährungs-ETFs ebnen.

All dies belegt, dass Japan durch vorgeschlagene Steuerreformen und regulatorische Aktualisierungen darauf hinarbeitet, Kryptowährungen in die traditionelle Finanzwelt zu integrieren.

Obwohl die Aufsichtsbehörden die Einführung des ersten Krypto-ETF des Landes verschoben haben, prüfen sie sorgfältig Risiken wie Kursabweichungen, Marktmanipulation, steuerliche Komplexität, geringe Beteiligung von Privatanlegern und Verwahrungssicherheit.

Führungswechsel

Auf der anderen Seite des Pazifiks kündigte Trish Turner, Leiterin der Einheit für digitale Vermögenswerte beim Internal Revenue Service (IRS) [US-Bundessteuerbehörde], an, die Behörde zu verlassen, um Steuerdirektorin bei Crypto Tax Girl [Unternehmen, das auf Dienstleistungen zur Steuererklärung für Kryptowährungen spezialisiert ist] zu werden. Sie war dem IRS beigetreten, nachdem ihre Vorgänger, Sulolit „Raj“ Mukherjee und Seth Wilks, Anfang dieses Jahres ausgeschieden waren.

Ihr Weggang folgt auf größere Führungswechsel beim IRS, bei denen fünf Führungskräfte beurlaubt und der Behördenchef Billy Long abgesetzt wurden. Derzeit fungiert Finanzminister (Treasury Secretary) Scott Bessent [Leiter des US-Finanzministeriums] als amtierender Kommissar der Behörde.

Turners Weggang fiel zeitlich damit zusammen, dass Präsident Trump das erste bundesstaatliche Gesetz zur Regulierung von Stablecoins unterzeichnete, ein Schritt, von dem Befürworter sagen, er könne die Akzeptanz digitaler Vermögenswerte im Mainstream beschleunigen.

Ihr Ausscheiden ist zudem ein Zeichen für die regulatorische Herausforderung, Innovation und Aufsicht in einem sich rasant entwickelnden Krypto-Sektor in Einklang zu bringen.

Quelle: AMBCrypto

Artikelempfehlungen:

  • Von wegen frei. Japans erster Yen-Stablecoin gibt’s nur mit KYC-Zwang
    Japan startet mit JPYC den ersten Yen-basierten Stablecoin, doch statt dezentraler Freiheit setzt das Modell auf vollständige Regulierung, KYC und strikte Einhaltung des Zahlungsdienstgesetzes.
    Damit wird klar: Jede Transaktion bleibt nachvollziehbar und Adressen können über Blacklists gesperrt werden.
  • Japan: Staatsfinanzen am Limit – Bitcoin rückt ins Zentrum
    Japans schwerste Anleihenkrise seit 2008 erschüttert die Finanzmärkte und stellt den Yen-Carry-Trade in Frage – ein Paradigmenwechsel, der Anleger zu Bitcoin als möglichem Schutzinstrument treibt.
    Die Verschuldung steigt, die Liquidität sinkt, und mit der Unsicherheit wächst das Interesse an Bitcoin.

Telegram Logo „Bye Bye Staat & Hallo Freiheit“
Abonniere jetzt LegitimCrypto auf Telegram!

Legitim-Newsletter

 

Abonniere den Newsletter,


um die wichtigsten Updates per E-Mail zu erhalten!

Du hast dich erfolgreich angemeldet - danke!