JPMorgan und Numerai: Wenn Schwarmwissen zur Renditemaschine der Großen wird

von | 5. Sep. 2025

2015, als Richard Craib Numerai gründete, war KI im Finanzsektor noch kaum ein Thema. Während klassische Hedgefonds teure Analysten beschäftigten, setzte Craib auf die weltweite Schwarmintelligenz von Datenwissenschaftlern, deren Modelle die Grundlage für Handelsentscheidungen bilden. So entstand ein Hedgefonds, der auf kollektives Wissen und Algorithmen baut.

Kollektives Wissen zu nutzen, hört sich gut an, denn es impliziert einen Community-Gedanken. Die Realität sieht allerdings ganz anders aus: Zugang zu den Fonds haben ausschließlich institutionelle Investoren. Private Anleger bleiben außen vor. Mit dem Einstieg von Schwergewichten wie JPMorgan Chase, die Hunderte Millionen Dollar investieren, schließt sich der Kreis: Geld der Großen fließt in das System, das Wissen der Community wird genutzt, und die Renditen landen wieder bei den Großen. Für sie ist Numerai damit ein Heimspiel, denn sie profitieren von besserem Wissen und geringeren Kosten, während sie unter sich bleiben.

JPMorgan Chase setzt 500-Millionen-Dollar-Wette auf Hedgefonds von Paul Tudor Jones

Daily Hodl Staff – 28. August 2025

Der Finanzdienstleistungsriese JPMorgan Chase investiert Berichten zufolge mehrere Hundert Millionen Dollar in einen Hedgefonds, der auf künstlicher Intelligenz (KI) basiert und mit Krypto-Anreizen arbeitet.

Laut einem neuen Bericht von Bloomberg investiert JPMorgan Chase 500 Millionen Dollar in das in San Francisco ansässige Unternehmen Numerai [Numerai ist ein Hedgefonds, der auf KI-gestützte, durch die Community entwickelte Handelsmodelle setzt]. (Vgl. Bloomberg) Der Fonds wird von Milliardär und Investor Paul Tudor Jones* unterstützt.

* Paul Tudor Jones ist ein US-amerikanischer Milliardär und Hedgefonds-Manager. Bekannt wurde er, weil er den Börsencrash von 1987 („Black Monday“) richtig vorhersagte und dabei ein Vermögen verdiente. Seitdem gilt er als einer der erfolgreichsten Makro-Investoren weltweit.

Gründer Richard Craib* von Numerai glaubt, dass JPMorgan vom erfolgreichen Turnaround der Firma beeindruckt war. Nach einem starken Verlust im Jahr 2023 konnte Numerai im vergangenen Jahr eine Rendite von 25 % erzielen.

* Richard Craib ist ein südafrikanischer Unternehmer und der Gründer von Numerai. Er gründete das Unternehmen 2015 mit der Idee, Hedgefonds völlig neu zu denken: Statt teure Analysten und Trader einzustellen, stellt Numerai anonymisierte Finanzdaten öffentlich zur Verfügung. Datenwissenschaftler aus aller Welt bauen darauf ihre KI-Modelle, die dann im Fonds eingesetzt werden.

Craib erklärt:

„Das war der Zeitpunkt, an dem Investoren wie JPMorgan anfingen zu sagen: ‚Wow, ihr seid nicht nur zurück, ihr seid stark zurück.‘ Die Leute wollen in der Regel erst investieren, wenn es eine Erfolgsbilanz gibt. Und wenn man etwas extrem Ungewöhnliches und Neues macht, wie wir, dann warten sie vielleicht noch länger, bevor sie begeistert werden.“

Neben dem Einsatz von KI und einem dezentralisierten Handelsmodell gibt Numerai auch seinen eigenen nativen Token Numeraire (NMR) heraus. Dieser erlebte im Zuge der Nachrichten über die JPMorgan-Investition einen starken Kurssprung.

Zum Zeitpunkt des Artikels wird NMR für 23 US-Dollar gehandelt, ein Anstieg von 105,2 % an nur einem Tag. Mit einer Marktkapitalisierung von 183,4 Millionen US-Dollar ist der auf Ethereum (ETH) basierende Token das 350. größte Krypto-Projekt.

Die NMR-Token dienen als Belohnung oder Strafe für Datenwissenschaftler, die ihre Token in Wettbewerben einsetzen, um die besten Marktprognosen zu liefern.

Craib hebt hervor, dass dieses Modell es der Firma ermöglicht, hohe Personalkosten zu vermeiden, die bei traditionellen Hedgefonds anfallen, die mit hohen Gehältern um die besten Talente konkurrieren.

„Es ist die Frage der Verschwendung: Musste man wirklich so viel Kapital und Talent aufbrauchen, um einen Hedgefonds aufzubauen? Wenn man einen Hedgefonds hätte, der mit dem gesamten Talent der Welt vernetzt wäre und sehr hochwertige Daten zur Verfügung stellen würde, dann hätte man wirklich etwas verändert und die Finanzwelt umgestaltet.“

JPMorgan lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab.

Quelle: Daily Hodl

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