KI durchleuchtet Mt. Gox: Fortschritt oder beunruhigende Macht?

von | 11. Nov. 2025

Künstliche Intelligenz ist wohl eines der extremsten Themen unserer Zeit. Ihr Einsatz kann in hilfreichen Bereichen Anwendung finden, aber ebenso auch in autonomen Waffensystemen. Im folgenden Beitrag geht es um Fehlersuche durch Künstliche Intelligenz. Immer wieder ist die 2014 nach einem Hack, bei dem über 850.000 Bitcoin gestohlen wurden, geschlossene Kryptobörse Mt. Gox in den Schlagzeilen. Die Menge der gestohlenen Bitcoin ist so groß, dass deren Rückzahlung zu Preisbewegungen bei Bitcoin führen kann. Die Auszahlung an die Geschädigten ist bis heute noch nicht abgeschlossen, weshalb es auch immer wieder zum Thema wird.

Nun hat der damalige Geschäftsführer von Mt. Gox, Mark Karpelès, die Künstliche Intelligenz – in diesem Fall Claude von Anthropic – gefragt, ob sie Schwachstellen finden könne, die, wären sie damals geschlossen worden, den Hack möglicherweise verhindert hätten. Herausgekommen ist eine ganze Liste. Auf der einen Seite ist das sehr positiv, weil es zeigt, wie Künstliche Intelligenz zur Verbesserung der Sicherheit beitragen kann. Auf der anderen Seite verdeutlicht es aber auch eindrucksvoll die Analysefähigkeiten solcher Systeme – Fähigkeiten, die ebenso gut auf Persönlichkeitsprofile angewendet werden können, mit bedenklicher Verwendung.

Fiasco Mt.Gox : Hätte eine Künstliche Intelligenz die Exchange retten können?

Ben Canton – 1. November 2025

KI schreibt die Geschichte neu. Am 19. Juni 2011 hat der Fall Mt. Gox die Geschichte von Bitcoin und der Kryptowährungen geprägt, indem er zum ersten großen Hack wurde, der das Ökosystem erschütterte. Mehr als zehn Jahre nach den Ereignissen schreibt Mark Karpelès, der Geschäftsführer von Mt. Gox, die Geschichte neu und fragt sich, ob eine Künstliche Intelligenz die Katastrophe hätte verhindern können. Sehen wir uns die Ergebnisse an.

Die wichtigsten Punkte dieses Artikels:

  • Der Fall Mt. Gox hat die Geschichte der Kryptowährungen als der erste große Hack des Ökosystems im Jahr 2011 geprägt.
  • Mark Karpelès hat enthüllt, dass Claude AI schwerwiegende Sicherheitslücken im Quellcode von Mt. Gox identifiziert hat.

Hätte die KI den Hack von Mt. Gox verhindern können

Mehr als zehn Jahre nach den Ereignissen fragt sich Mark Karpelès, der Geschäftsführer von Mt. Gox, also, ob eine Künstliche Intelligenz den Hack der Plattform hätte verhindern können. Er teilte auf X die Ergebnisse einer Analyse, die von Claude AI, einem Chatbot, der von Anthropic entwickelt wurde, durchgeführt wurde. (Vgl. X)

Dafür stellte er der Künstlichen Intelligenz den Quellcode von Mt. Gox aus dem Jahr 2011 zur Verfügung, sowie verschiedene Dokumente wie den Verlauf von GitHub, Zugriffsprotokolle und auch die vom Hacker veröffentlichten Daten.

Wenig überraschend identifizierte die KI zahlreiche Sicherheitslücken im Quellcode von Mt. Gox.

In der Praxis identifizierte Claude AI mehrere Probleme, wie Sicherheitslücken im Code, einen Mangel an interner Dokumentation, schwache Passwörter für Administratoren und Benutzer sowie den fortbestehenden Zugang zu den Konten ehemaliger Administratoren nach einem Eigentümerwechsel. (Vgl. GitHub)

Also habe ich versucht, den Codebestand von Mt. Gox aus dem Jahr 2011 sowie verschiedene Daten (Git-Verlauf, Zugriffsprotokolle, vom Hacker veröffentlichte Datendumps usw.) an Claude von Anthropic AI zu übergeben und ihn all das analysieren zu lassen.
Das Ergebnis: GitHub

Ein Hack, der die Geschichte der Kryptowährungen geprägt hat

Zur Erinnerung: Mt. Gox war eine der ersten Plattformen zum Austausch von Bitcoin. Im Jahr 2014 machte sie fast 70 Prozent des Handelsvolumens von Bitcoin aus.

Im Juni 2011 wurde die Plattform Ziel eines groß angelegten Hacks. Insgesamt wurden mehr als 850.000 Bitcoin von Hackern gestohlen, was damals etwa 450 Millionen US-Dollar entsprach. [Wert heute in Euro]

Seitdem hat die Plattform ein Insolvenzverfahren eingeleitet, das noch immer nicht abgeschlossen ist. So hat das Gericht in Tokio im Mai letzten Jahres den Zeitraum für das zivilrechtliche Sanierungsverfahren bis zum 31. Oktober 2026 verlängert.

Die Initiative von Mark Karpelès mag überraschend erscheinen, da sie im Nachhinein erfolgt, doch ist es für die Zukunft durchaus sinnvoll, moderne Künstliche Intelligenzen an den Sicherheitsproblemen großer Plattformen arbeiten zu lassen. Die geschädigten Nutzer von Mt. Gox warten jedoch immer noch auf ihre Bitcoins.

Quelle: Journal du Coin

Artikelempfehlungen:

  • Deutschlands massive Bitcoin-Verkäufe: Dummheit oder Strategie? (Juli 2024)
    Deutschlands groß angelegte Bitcoin-Verkäufe und die Entschädigungen von Mt. Gox haben im Kryptomarkt für Unsicherheit geführt und den Bitcoin-Kurs in den Keller geschickt.
    Die Bundestag-Abgeordnete Joana Cotar plädiert für eine langfristige Bitcoin-Strategie der Regierung anstatt weiterer Verkäufe.
  • KI Agenten knacken Smart Contracts – bis zu 8,6 Millionen Dollar pro Angriff
    Forscher der University College London und der University of Sydney haben mit A1 ein KI-System entwickelt, das Smart Contracts eigenständig analysiert, Schwachstellen findet und funktionierende Exploits schreibt.
    Während das Projekt offiziell die Sicherheit verbessern soll, zeigt es zugleich, wie leicht Angriffe automatisiert und profitabel werden können.

Telegram Logo „Bye Bye Staat & Hallo Freiheit“
Abonniere jetzt LegitimCrypto auf Telegram!

Legitim-Newsletter

 

Abonniere den Newsletter,


um die wichtigsten Updates per E-Mail zu erhalten!

Du hast dich erfolgreich angemeldet - danke!