Welche Rolle spielen Kleinanleger noch, wenn institutionelle Investoren mit prall gefüllten Geldsäcken auftreten? Diese Überlegung scheint sich bei vielen Krypto-Unternehmen breitzumachen. Dazu gehören auch Börsengänge, wie wir es bereits bei Coinbase oder Circle gesehen haben. Neuester Kandidat ist die große Kryptobörse Kraken, die mit einer Bewertung von 20 Milliarden US-Dollar an den Start gehen will. Wenn man sich solche Summen anschaut, ist klar: Krypto ist längst kein Randprodukt mehr, sondern wird immer stärker Teil der Struktur des Finanzsystems.
Nach Coinbase will auch Kraken die Wall Street erobern
Ben Canton – 12. Mai 2026
20 Milliarden Dollar. Im Hinblick auf ihren Einstieg an der Wall Street reiht die Kryptowährungsbörse Kraken eine Ankündigung an die nächste, wie etwa die Übernahmen von Bitnomial [in den USA regulierte Plattform für Krypto-Derivate] oder Reap [Unternehmen für Zahlungen über Stablecoins]. Nach Coinbase oder Circle wird also ein weiterer Krypto-Gigant versuchen, die Investoren zu überzeugen. Und laut Bloomberg [US-Finanznachrichten- und Datenanbieter] sieht das ziemlich gut aus. Ein kleiner Blick hinter die Kulissen eines mit Spannung erwarteten Börsengangs.
Die wichtigsten Punkte dieses Artikels:
- Kraken hat mehrere Übernahmen aneinandergereiht, um seine Position vor seinem Börsengang zu festigen, insbesondere mit der Übernahme von Bitnomial und Reap.
- Die Bewertung von 20 Milliarden Dollar stellt Kraken unter die großen börsennotierten Kryptoplattformen, die kurz davorstehen, die Wall Street zu überzeugen.
Kraken sammelt vor seinem Börsengang Kapital ein
Nach Informationen von Bloomberg soll Payward, die Muttergesellschaft von Kraken, dabei sein, eine Finanzierungsrunde auf Grundlage einer Bewertung von 20 Milliarden Dollar abzuschließen. (Vgl. Bloomberg) Eine Zahl, die die Börse in die Liga der großen börsennotierten Plattformen an der Seite von Coinbase stellen würde.
Diese Finanzierungsmaßnahme kommt natürlich nicht zufällig. Am 19. November hatte Kraken vertraulich einen Entwurf einer Registrierungserklärung bei der SEC [Securities and Exchange Commission – US-Börsenaufsichtsbehörde] eingereicht, dem ersten zwingenden Schritt in Richtung eines Börsengangs in den Vereinigten Staaten. (Vgl. Kraken Blog) Einen genauen Zeitplan hatte das Unternehmen allerdings nicht mitgeteilt.
Diese vertrauliche Einreichung, die durch den Jumpstart Our Business Startups Act [US-Gesetz zur Erleichterung der Kapitalaufnahme für junge Unternehmen] erlaubt ist, ermöglicht es Kraken, seine Züge unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorzubereiten, bevor die finanziellen Angaben seines Prospekts öffentlich offengelegt werden. Ein Mechanismus, den Coinbase bereits 2021 nutzte, als erste Kryptobörse, die den Schritt an die Wall Street gewagt hatte.
🚨 Payward, société mère de la plateforme crypto Kraken, cherche à lever de nouveaux fonds à une valorisation de 20 milliards $ en vue d'une introduction en bourse. pic.twitter.com/1MfcAEWQOv
— Journal du Coin (@LeJournalDuCoin) May 12, 2026
🚨 Payward [Muttergesellschaft der Kryptoplattform Kraken] will im Hinblick auf einen Börsengang neue Mittel zu einer Bewertung von 20 Milliarden Dollar aufnehmen.
Die amerikanische Plattform vervielfacht ihre Übernahmen
Parallel zu seinen Börsenvorbereitungen verfolgt Kraken auch eine Expansionsstrategie durch externes Wachstum. Die Kryptobörse hat zum Beispiel die Übernahme von Bitnomial, einer in den Vereinigten Staaten regulierten Plattform für Derivate, für 550 Millionen Dollar abgeschlossen. Eine Transaktion, die ihr direkten Zugang zum amerikanischen Markt für Futures [Terminkontrakte, also standardisierte Verträge über den Kauf oder Verkauf eines Vermögenswerts zu einem späteren Zeitpunkt] und Optionen eröffnet, die von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) [US-Aufsichtsbehörde für Termin- und Optionsmärkte] reguliert werden.
Zuletzt, am 7. Mai, gab das Unternehmen die Übernahme von Reap bekannt, einer Gesellschaft, die auf Zahlungen über Stablecoins spezialisiert ist. (Vgl. Business Wire) Mit dieser Übernahme baut Kraken sein Angebot für Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen (Business-to-Business, B2B) aus und positioniert sich bei der Infrastruktur für grenzüberschreitende Zahlungen, einem Segment, in dem sich der Wettbewerb seit der Verabschiedung des amerikanischen Guiding and Establishing National Innovation for U.S. Stablecoins Act (GENIUS Act) [US-Gesetz zur Regulierung von Stablecoins] verschärft.
Regulierte Derivate, Stablecoin-Zahlungen, Börsengang: Kraken baut methodisch das Profil einer Plattform auf, die bereit ist, institutionelle Investoren zu überzeugen. Die Bewertung von 20 Milliarden muss jedoch noch von den Märkten bestätigt werden, aber die Sterne scheinen für die amerikanische Kryptobörse günstig zu stehen.
Quelle: Journal du Coin
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