Kryptowährungen: Deutsche Bank will mitmischen – Was bedeutet das für den Crypto-Markt?

von | 24. Jun 2023

Die Deutsche Bank ist leider oft kein gutes Aushängeschild für Deutschland, so, wie man sich das bei dem Namen wünschen würde. Es gibt viele Hinweise, dass sich die Bank in einer deutlichen Schieflage befindet. Im März beschwichtigte Bundeskanzler Olaf Scholz, dass man sich keine Sorgen um das Bankinstitut machen müsse. Solche Worte eines Kanzlers können vielleicht kurzfristig den Aktienkurs stabilisieren, aber keine internen Zahlen ändern.

Im Mai stimmte die Deutsche Bank in einem Vergleich zu, 75 Millionen Dollar wegen Geschäften mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Eppstein zu bezahlen. Mit dem Vergleich soll eine Sammelklage vermieden werden.

Es ließen sich weitere Beispiele aufzählen, wo sich die Deutsche Bank, gelinde gesagt, nicht mit Ruhm bekleckert hat.

Deutsche Bank stellt Antrag zur Krypto-Verwahrung

Eine neue Sache ist der Antrag der Deutschen Bank bei der BaFin, als Krypto-Depotbank tätig sein zu dürfen. Die Idee ist schon etwas älter, aber der Zeitpunkt, gerade jetzt den Antrag zu stellen, ist wahrscheinlich dem Antrag von BlackRock für ein Bitcoin-ETF geschuldet. Ihm werden gute Chancen eingeräumt, von der SEC genehmigt zu werden.

Wenn der größte Vermögensverwalter der Welt jetzt einen solchen Schritt in Richtung Bitcoin geht, wird das das Vertrauen großer institutioneller Anleger stärken, auch in Bitcoin zu gehen – und vielleicht später auch in andere Kryptowährungen. Dieses Geschäft will sich die Deutsche Bank bestimmt nicht entgehen lassen.

Gut zu wissen:

  • Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist die Finanzaufsichtsbehörde in Deutschland, die Finanzmärkte, Banken, Versicherungen und andere Finanzinstitute reguliert.
  • Eine Krypto-Depotbank ist ein Finanzinstitut, das sich darauf spezialisiert hat, Kryptowährungen oder digitale Assets im Namen ihrer Kunden sicher aufzubewahren.
  • Ein Exchange-Traded Fund (ETF) ist ein Anlagefonds und börsengehandeltes Produkt, das eine Sammlung von Wertpapieren wie Aktien oder Anleihen abbildet und auf einem öffentlichen Markt wie eine einzelne Aktie gehandelt wird.
  • BlackRock ist ein globales Investmentmanagement-Unternehmen, das das größte Portfolio an Investmentfonds, ETFs und anderen Finanzprodukten verwaltet.
  • Die Securities and Exchange Commission (SEC) ist die Behörde der US-Regierung, die die Wertpapiermärkte und den Schutz der US-Anleger überwacht und reguliert.

CoinDesk hat am 20. Juni ’23 den folgenden sehr kurzen Artikel veröffentlicht:

Der Bankenriese Deutsche Bank AG hat eine behördliche Genehmigung für die Tätigkeit als Krypto-Depotbank in Deutschland beantragt, teilte die Bank am Dienstag mit. Der Schritt kam nur wenige Tage, nachdem der Vermögensverwaltungsriese BlackRock bei der SEC einen Antrag auf die Schaffung eines Bitcoin-ETF gestellt hatte.


„Ich kann bestätigen, dass wir die BaFin-Lizenz für die Krypto-Verwahrung beantragt haben“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank gegenüber CoinDesk und bezog sich dabei auf die deutsche Finanzaufsicht.


Die Bank sagte im Februar 2021, dass sie die Verwahrung von Kryptowährungen untersuchte, um in der Lage zu sein, eine „institutionelle hot/cold storage Lösungen mit versicherungsmäßigem Schutz“ anzubieten.

CoinDesk

Es zeigt gut auf, welchen Stellenwert inzwischen die Cryptos haben und dass sich die Banken, wie jetzt die Deutsche Bank, die Einnahmen über z.B. Verwahrungsgebühren nicht entgehen lassen wollen.

Sowohl der Antrag von BlackRock als auch der der Deutschen Bank stellen klar, dass sie weiterhin vom Bestehen von Bitcoin ausgehen.

Sind die Anträge BlackRock und der Deutschen Bank positiv oder negativ zu werten?

Pauschal ist das nicht zu beantworten. Für den langfristigen Kursverlauf von Bitcoin sollte das Engagement von BlackRock positiv sein, da es große Summen in Richtung Bitcoin zieht und Bitcoin mit maximal 21 Millionen Stück begrenzt ist. Eine begrenzte Summe mit steigender Nachfrage führt in der Regel zu steigenden Kursen.

Zum anderen stärkt BlackRock durch sein Engagement das Vertrauen in Bitcoin – und ist das Vertrauen in Bitcoin einmal gegeben, wird es sich mit der Zeit wahrscheinlich auf die Altcoins ausdehnen.

Dagegen wird der Antrag der Deutschen Bank wird wohl eher keine Auswirkungen auf Kursverläufe haben.

Beide Anträge haben allerdings auch einen negativen Aspekt, den zentralistischen Aufbau von BlackRock und der Deutschen Bank – und zentralistisch ist genau das, was mit Bitcoin vermieden werden sollte.

Die Größe von BlackRock und sein Engagement kann durch die großen Volumina zu einer gewissen Beeinflussung des Kurses führen.

Wie so oft, gibt es mehrere Blickwinkel auf eine Sache und es kommt darauf an, wo man steht, wie sich diese Blickwinkel präsentieren.
Deshalb ist das klare Denken von uns Menschen so eine Gabe, weil wir bewusst unseren Standpunkt verändern können, um uns dann eine detaillierte Meinung zu bilden – aber nur eine Meinung, denn es gibt bestimmt noch andere Blickwinkel.

Quellen:

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