Das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs von Kindern im Internet ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Laut dem jüngsten Jahresbericht, der im Vereinigten Königreich ansässigen Nichtregierungsorganisation und Überwachungsorganisation Internet Watch Foundation (IWF), wurden im vergangenen Jahr 255.588 URLs bestätigt, die Bilder oder Videos mit Missbrauch enthielten. Im Jahr 2019 waren es 132.676 URLs.
Dieser Anstieg wird zum Teil mit der Pandemie in Verbindung gebracht, als die Abriegelungen dazu führten, dass mehr Menschen – auch jüngere Kinder – zu Hause blieben und für längere Zeit online waren als zuvor. Nach Ansicht von Kindersicherheitsexperten könnten sie dadurch anfälliger für kriminelle Gemeinschaften geworden sein, die versuchen, Kinder zu finden und zu manipulieren, um ihren eigenen sexuellen Missbrauch mit der Kamera aufzunehmen. (Vgl. Statista)
Dem Bericht zufolge haben sich „selbst erstellte“ Inhalte in dieser Zeit besonders stark verbreitet. Die Anzahl der bestätigten URLs, die Bilder oder Videos von „selbst erstelltem“ Material enthalten, stieg von 38.424 bestätigten Fällen im Jahr 2019 auf 199.363 im Jahr 2022. In diesen Fällen wurden Kinder manipuliert und dazu gezwungen, die Bilder in Abwesenheit des Täters aufzunehmen, die dann online gestellt wurden. Diese Bilder werden am häufigsten zu Hause, im Schlafzimmer oder im Badezimmer des Kindes aufgenommen.
Von den 255.571 Webseiten, die im Jahr 2022 überprüft wurden, enthielten über drei Viertel (199.363 oder 78 Prozent) „selbst erstellte“ Bilder. Dies ist ein Anstieg um sechs Prozentpunkte im Vergleich zu 2021. Damals wurden 72 Prozent der bearbeiteten Berichte (oder 182.281) auf diese Weise erfasst. Mädchen im Alter von 11-13 Jahren waren die Gruppe, die am häufigsten in diesen Inhalten auftauchte.
Der IWF weist darauf hin, dass
der Begriff „selbstverschuldeter“ sexueller Missbrauch von Kindern insofern begrenzt ist, als er nicht die gesamte Bandbreite der Faktoren umfasst, die in diesem Bild häufig vorkommen.Außerdem scheint er dem Opfer selbst die Schuld zu geben.
Sie stellten fest:
Kinder sind nicht für ihren eigenen sexuellen Missbrauch verantwortlich. Bis ein besserer Begriff gefunden ist, werden wir jedoch weiterhin den Begriff ’selbsterzeugt‘ verwenden, da er im Bereich der Online-Sicherheit und der Strafverfolgung sehr anerkannt ist.

Quelle: Statista
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