Laut einer Umfrage der stellvertretenden Vorsitzenden des ukrainischen Parlamentsausschusses für nationale Sicherheit, Verteidigung und Nachrichtendienst, Mariana Bezuhla, sind über 70 Prozent der ukrainischen Männer bereit, auf ihre Staatsbürgerschaft zu verzichten, um den Dienst in den ukrainischen Streitkräften zu vermeiden
Bezuhla schrieb in den sozialen Medien:
Eine experimentelle Umfrage – Jetzt nur für Männer. Bin ich bereit, auf die ukrainische Staatsbürgerschaft zu verzichten, um nicht rekrutiert zu werden?
Von den 3.773 Befragten antworteten 74 % mit „Ja“, der Rest mit „Nein“. Zuvor hatte sie am Montag auch Frauen befragt, ob sie bereit seien, auf die Staatsbürgerschaft zu verzichten, um nicht in rückwärtige Stellungen und Verteidigungsunternehmen geschickt zu werden. Mehr als 3.500 Personen nahmen an der Umfrage teil, wobei 63 % diesem Vorschlag zustimmten.

Abgeordnete sagen, die Ukraine sei nicht in der Lage, es mit Russland aufzunehmen, und bezeichnen die Gegenoffensive
als „sinnloses Töten“
„Die Ukraine kann auch Frauen einberufen.“ – so ein Abgeordneter
Kiew hat Schwierigkeiten, genügend Männer zu mobilisieren, um sie an die Front zu schicken.
Am Montag erklärte die Abgeordnete Inna Sovsun:
Die ukrainische Regierung sollte die Möglichkeit der Einberufung von Frauen in Erwägung ziehen, wenn dies im Konflikt mit Russland für notwendig erachtet wird.
Sovsun ist eines der 20 Mitglieder von Golos in der Werchowna Rada. Die selbsternannte liberale und EU-freundliche Partei ist vor allem dafür bekannt, dass sie die Legalisierung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften, sowie von Pornografie vorschlägt. Diese wurde 2009 unter dem damaligen Präsidenten Viktor Juschtschenko verboten.
Am Montag sagte Sovsun gegenüber den ukrainischen Medien:
Es wird auch unpopuläre Entscheidungen geben. Ich bestreite nicht, dass wir den Punkt erreichen können, Frauen zu stationieren. Wenn es für die Verteidigung notwendig ist, dann ist es eben notwendig. Wenn es eine Begründung, ein Instrument und Verfahren gibt, müssen wir das diskutieren.
Zu den zu klärenden Fragen zählte Sovsun das Aufgabenspektrum für wehrpflichtige Frauen, die Bereitstellung von Uniformen, Reisebeschränkungen und den Status von Müttern mit kleinen Kindern. Sovsun äußerte sich, nachdem ein Abgeordneter der Partei „Diener des Volkes“ von Präsident Wladimir Zelenski vorgeschlagen hatte, Frauen für die Arbeit im Verteidigungssektor zu rekrutieren.
In einem Vorschlag von Mariana Bezuglaya heisst es.
Frauen können zum Militärdienst einberufen oder rekrutiert werden, um in Kriegszeiten zur Verteidigung des Staates beizutragen.
Ihr Gesetzentwurf sieht vor, dass auch Frauen im Militär dienen können, sei es als Wehrpflichtige in unterstützenden Funktionen, oder als Freiwillige in Fronteinheiten.
Die Ukraine hat seit 2014 mehrere Rekrutierungswellen durchgeführt und musste seit der Eskalation der Feindseligkeiten mit Russland im Februar 2022 schwere Verluste hinnehmen. Zelensky entließ im August die Leiter aller regionalen Einberufungsbüros und begründete dies mit der weit verbreiteten Korruption. Diese habe es vielen Männern ermöglicht, betrügerische, medizinische Ausnahmegenehmigungen zu erwerben. Westlichen Medien zufolge haben Zehntausende von Wehrdienstverweigerern entweder das Land verlassen oder sind vor den umherziehenden Pressegruppen der Anwerber untergetaucht.
Letzten Monat versprach Zelensky einen „umfassenden Vorschlag“ zur Reform der Wehrpflicht. Dieser steht jedoch noch aus. Nach Angaben des russischen Geheimdienstes forderten die Unterstützer der Ukraine im Westen eine Ausweitung der Wehrpflicht auf Jugendliche, ältere Männer – und Frauen.

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