Die Größenordnungen der bei Strategy akkumulierten Bitcoin können einen fast schwindelig werden lassen. Allein der Zukauf von 89.599 Bitcoin [aktueller Wert in Euro] im ersten Quartal dieses Jahres ist enorm. Diese Strategie macht Strategy in vielen Bereichen stark vom Bitcoin-Kurs abhängig. Das hat bereits zu einem milliardenschweren Nettoverlust geführt, der sich nur durch eine Wette auf steigende Bitcoin-Kurse wieder ausgleichen lässt.
Sollte es einmal Zeiten geben, in denen Strategy große Teile seiner Bitcoin verkaufen will oder muss, könnte diese Menge zumindest vorübergehend Einfluss auf den Bitcoin-Kurs haben, vor allem dann, wenn Käufer in dieser Größenordnung nicht vorhanden sind.
Strategy verbucht im ersten Quartal einen Verlust von 12,5 Milliarden US-Dollar, da Bitcoin-Preise die Ergebnisse belasten
Michael Saylor sagte, Strategy müsse möglicherweise einen Teil seiner Bitcoin verkaufen, um eine Dividende zu zahlen und „den Markt zu immunisieren“.
Wayne Jones – 6. Mai 2026
Der weltweit größte börsennotierte Unternehmenshalter von Bitcoin (BTC), Strategy, veröffentlichte gestern [5. Mai 2026] seine Finanzergebnisse für das erste Quartal 2026. Diese zeigen einen Nettoverlust von 12,54 Milliarden US-Dollar.
Dem Bericht zufolge war dies größtenteils auf einen nicht realisierten Verlust von 14,46 Milliarden US-Dollar zurückzuführen, der aus schwachen Bitcoin-Preisen in den ersten Monaten des Jahres 2026 entstand.
Verluste steigen, doch die Akkumulation geht weiter
Der operative Verlust lag bei 14,47 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 5,92 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. (Vgl. Business Wire) Der den Stammaktionären zurechenbare Verlust für das Quartal betrug 12,77 Milliarden US-Dollar. Der verwässerte Verlust je Aktie lag bei 38,25 US-Dollar, während der Verlust im Vorjahr 4,23 Milliarden US-Dollar betragen hatte.
Wenn man jedoch die Bitcoin-Bilanzierung herausrechnet, blieb das zugrunde liegende Softwaregeschäft relativ stabil. Der Gesamtumsatz stieg im Jahresvergleich um 11,9 Prozent auf 124,3 Millionen US-Dollar, während der Bruttogewinn 83,4 Millionen US-Dollar betrug.
Außerdem wuchs die tatsächliche Bitcoin-Position des Unternehmens im Quartal weiter. Strategy kaufte im ersten Quartal 89.599 Bitcoin und erhöhte seine Gesamtbestände damit auf 818.334 Bitcoin, was seit Jahresbeginn einem Anstieg von 22 Prozent entspricht.
Das Unternehmen hat im Jahr 2026 bislang fast 12 Milliarden US-Dollar durch Kapitalmarktaktivitäten aufgenommen, darunter allein 7,37 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal über sein At-the-Market-Angebotsprogramm (ATM) [ein Programm, bei dem Aktien schrittweise direkt am Markt verkauft werden], das Strategy-Aktien [MSTR] und seine Vorzugsaktieninstrumente umfasst.
Die Vorzugskapital-Seite des Geschäfts stand in der Telefonkonferenz besonders im Mittelpunkt. STRC [variable verzinsliche Vorzugsaktie von Strategy] ist in nur neun Monaten auf einen Nominalwert von 8,5 Milliarden US-Dollar angewachsen. Das Unternehmen bezeichnete sie als die weltweit größte Vorzugsaktie nach Marktkapitalisierung.
Laut Finanzvorstand (CFO) Andrew Kang haben die über alle Instrumente hinweg erklärten und gezahlten kumulierten Dividenden inzwischen 693 Millionen US-Dollar überschritten, verteilt auf 23 aufeinanderfolgende Ausschüttungen.
Die Frage des Bitcoin-Verkaufs
Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen war der Hinweis des geschäftsführenden Vorsitzenden Michael Saylor, dass Strategy einen Teil seines Bitcoin-Bestands verkaufen könnte, um Dividendenverpflichtungen zu decken.
„Wir werden wahrscheinlich einige Bitcoin verkaufen, um eine Dividende zu zahlen, nur um den Markt zu immunisieren und die Botschaft zu senden, dass wir es getan haben“, sagte er.
Die Aussage war bemerkenswert, weil Saylor Bitcoin seit Jahren als einen Vermögenswert propagiert, den man niemals verkauft. Der Analyst Jeff Park, der an der Telefonkonferenz teilnahm, hob den Kommentar als bedeutender hervor als die früheren Diskussionen des Unternehmens zu diesem Thema. (Vgl. X)
Park wies außerdem darauf hin, dass Strategys Anfälligkeit gegenüber US-Zinsen angesichts der Natur von STRC als variabel verzinstes Instrument relevanter werde. Das gelte besonders, wenn man die bevorstehende Amtszeit von Kevin Warsh als Vorsitzendem der Federal Reserve (Fed) [US-Notenbank] und die Aussicht auf Zinssenkungen auf dem Tisch berücksichtige.
Vor einigen Wochen veranstaltete der Bitcoin-Skeptiker Peter Schiff einen Live-X-Space, in dem er STRC als „offensichtliches Ponzi-System“ [ein betrügerisches System, bei dem Auszahlungen an frühere Anleger aus dem Geld neuer Anleger finanziert werden] bezeichnete. Er argumentierte, dass das Unternehmen außerhalb seiner Softwaresparte keine nennenswerten Einnahmen habe und daher Dividendenausschüttungen finanziere, indem es fortlaufend neue STRC-Aktien ausgebe.
Strategy hat diese Charakterisierung zurückgewiesen und auf seine Bitcoin-Bestände als Absicherung in der Bilanz verwiesen.
MSTR-Aktien schlossen bei rund 187 US-Dollar und fielen nach Veröffentlichung der Ergebnisse im nachbörslichen Handel um etwa 3,5 Prozent. STRC wird unterdessen knapp unter 100 US-Dollar gehandelt, mit einer effektiven annualisierten Rendite von 11,5 Prozent, während Bitcoin zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels selbst bei rund 81.000 US-Dollar lag.
Quelle: CryptoPotato
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In diesem Artikel machen wir uns ein paar Gedanken über ein Zitat von Michael J. Saylor. Er ist bekannt für seinen starken Einsatz für Bitcoin und ist CEO von MicroStrategy, das durch seine starken Bitcoin-Käufe, immer wieder in den Schlagzeilen gelandet ist.
„Bye Bye Staat & Hallo Freiheit“
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