Politik und Skandale, früher etwas, das spürbare Folgen für Politiker hatte, scheinen heute allzu oft einfach dazuzugehören. So auch bei Milei in Argentinien, wo vieles beim bekannten Libra-Skandal als erwiesen gilt, wo es aber fraglich ist, wann und ob es für ihn überhaupt einmal Konsequenzen geben wird.
Oder könnte Milei tatsächlich unschuldig sein, wie er selbst behauptet? Möglich wäre, dass er von den Initiatoren des Projekts geschickt als Multiplikator eingesetzt wurde und sich des Ausmaßes gar nicht bewusst war. Gleichzeitig soll es jedoch bereits vor dem Libra Skandal ähnliche Fälle gegeben haben, was eher gegen eine Unschuldstheorie spricht.
Libra-Skandal: Präsident Milei gerät durch Parlamentsbericht erneut unter Druck
Ben Canton – 21. November 2025
Der Präsident in der Krise. Im vergangenen Februar warb der argentinische Präsident Javier Milei in seinen Profilen in den sozialen Netzwerken für den Token LIBRA, bevor der Kurs des Tokens um mehr als 90 Prozent einbrach. Kurz darauf wurde er von Internetnutzern, der Opposition und den Investoren beschuldigt, zusammen mit seinem Team einen sogenannten Rug Pull organisiert zu haben [ein betrügerisches Vorgehen, bei dem die Initiatoren eines Projekts plötzlich die Gelder der Anleger abziehen und verschwinden]. Seitdem hat sich der Skandal ausgeweitet, die Presse hat darüber berichtet, und die Justiz wurde eingeschaltet. Zuletzt weist nun ein Parlamentsbericht auf die aktive Rolle des Präsidenten in dieser Affäre hin.
Die wichtigsten Punkte dieses Artikels:
- Der argentinische Präsident Javier Milei wird beschuldigt, den Token Libra aktiv beworben zu haben, der nach seinem Eingreifen um mehr als 90 Prozent eingebrochen ist.
- Ein Parlamentsbericht legt ein wiederkehrendes Muster der Unterstützung betrügerischer Projekte durch Milei offen, darunter KIP Protocol [ein Kryptoprojekt] und NFT-Spiele [digitale Sammelobjekte oder Spielgegenstände auf einer Blockchain].
Der argentinische Kongress veröffentlicht belastenden Bericht über Javier Milei
Ein Untersuchungsausschuss innerhalb der Abgeordnetenkammer in Argentinien hat nun einen belastenden Bericht über die Rolle von Präsident Javier Milei bei der Werbung für die Kryptowährung Libra veröffentlicht, die im Februar 2025 zusammengebrochen ist.
Der Bericht empfiehlt dem Nationalkongress zu prüfen, ob Milei ein „Amtsvergehen“ begangen hat.
Dabei wird hervorgehoben, dass er „seinen Präsidentenstatus“ genutzt habe, um einem Projekt Glaubwürdigkeit zu verleihen, das als „Betrug“ beschrieben wird.
Dem von der Presse aufgegriffenen Dokument zufolge hätte Libra ohne die ausdrückliche Unterstützung von Javier Milei, insbesondere durch eine inzwischen gelöschte Nachricht auf X, nicht so viele Investoren angezogen. (Vgl. The Block)
Diese Veröffentlichung sollte den Token ursprünglich als Mittel zur Finanzierung kleiner lokaler Unternehmen anpreisen, wurde jedoch von einem massiven „Cash-out“ [plötzlicher, umfangreicher Abzug von Geldern] in Höhe von 107 Millionen Dollar durch acht Wallets gefolgt, die mit dem Libra-Team in Verbindung stehen.
Der 200 Seiten starke Bericht mit dem Titel „Libra war kein Einzelfall“ beleuchtet außerdem ein wiederkehrendes Verhaltensmuster von Präsident Milei.
Vor Libra hatte der Präsident bereits im Dezember 2024 das KIP Protocol unterstützt, das ein ähnliches Schicksal erlitt: Die Liquiditätspools [ein gemeinsamer Topf von Einlagen, der den Handel auf einer dezentralen Börse ermöglicht] wurden kurz nach der öffentlichen Bestätigung durch Milei geleert.
Die Ermittler fanden außerdem heraus, dass Javier Milei einNFT-Spiel namens „Vulcano“ sowie ein Unternehmen namens „CoinX“ unterstützt hatte, die beide in Betrugsfällen verwickelt sind.
Der Bericht wirft der Regierung Milei vor, die institutionellen Kontrollen „systematisch umgangen“ zu haben, um diese fragwürdigen Projekte zu begünstigen.
Die Affäre um den Libra-Skandal ist noch nicht abgeschlossen
Trotz dieser Vorwürfe bestreitet Javier Milei weiterhin jegliches Fehlverhalten.
Im Mai löste er sogar eine Task Force auf, die von seinem eigenen Büro eingesetzt worden war, um den Libra-Skandal und die Verbindungen zu seiner Schwester Karina Milei zu untersuchen.
Diese Entscheidung fiel wenige Tage, nachdem ein Richter die Zentralbank von Argentinien aufgefordert hatte, das Bankgeheimnis über die Konten des Präsidenten und seiner Schwester aufzuheben.
Javier Milei und die Gründer von Libra, darunter der amerikanische Unternehmer Hayden Davis*, stehen derzeit in Argentinien im Fokus einer Strafuntersuchung.
* Hayden Davis ist im Kryptosektor bereits durch frühere Token-Projekte und aggressive Vermarktungskampagnen aufgefallen. Er leitete das Unternehmen Kelsier Ventures, das sich auf die Einführung neuer Kryptowährungen spezialisiert hat.
Sie sind außerdem Ziel einer Sammelklage, die von der Kanzlei Burwick Law in New York eingereicht wurde, die auf Kryptowährungsbetrug spezialisiert ist.
Während Präsident Milei die Vorwürfe weiterhin zurückweist, hebt der Bericht des Kongresses hervor, dass mehr als 114.000 Wallets Geld verloren haben, nachdem sie in Libra investiert hatten.
Die massiven Verluste und die Wiederholung betrügerischer Muster verdeutlichen nach Ansicht des Ausschusses eine „bewusste Absicht, institutionellen Kontrollen zu entgehen“.
Die Geschichte des Libra-Skandals ist damit noch nicht zu Ende.
Quelle: Journal du Coin
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„Bye Bye Staat & Hallo Freiheit“
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