Nayib Bukeles Diktatur in El Salvador: Made in Israel

von | 20. Mai 2025

Nayib Bukele mag Palästinenser sein, aber die Diktatur, die er in El Salvador errichtet hat, ist in erheblichem Ausmaß „made in Israel“. Von der Bewaffnung seiner Sicherheitskräfte bis hin zur Versorgung mit Waffen und Hightech-Überwachungsgeräten untersucht MintPress den israelischen Einfluss, der diesen Mann stützt, und der sich selbst „den coolsten Diktator der Welt“ nennt.

Aufrüstung einer Diktatur

Seit der Übernahme der Präsidentschaft durch Bukele im Jahr 2019 sind die israelischen Exporte nach El Salvador mit einer jährlichen Wachstumsrate von mehr als 21% rapide angestiegen. (vgl. nacla.org) Bei diesem Anstieg handelt es sich hauptsächlich um Waffen. Die salvadorianischen Streitkräfte sind gut mit israelischer Ausrüstung ausgestattet. Militär und Polizei verwenden die israelischen Gewehre Galil und ARAD 5, die Maschinenpistole Uzi, sowie zahlreiche israelische Pistolen. Sie fahren mit gepanzerten Fahrzeugen AIL Storm und Plasan Yagu. (Vgl. oec.world)

Einige der von den salvadorianischen Streitkräften verwendeten Ausrüstungen werden von israelischen Quellen kostenlos zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2019 kündigte eine israelische NRO, die Jerusalem Foundation (eine Gruppe, die illegale Siedlungen auf palästinensischem Land baut), an, dass sie der salvadorianischen Polizei und dem Militär Material im Wert von 3 Millionen Dollar spenden würde. (Vgl. x.com) Für andere hingegen zahlt die Regierung Bukele viel Geld, was bedeutet, dass diese Beziehung für den israelischen Hightech-Rüstungssektor äußerst profitabel ist.

Im Jahr 2020 zahlte die salvadorianische Polizei rund 3,4 Millionen Dollar für die einjährige Nutzung von drei israelischen Spionageprodukten. Zu diesen Tools gehören „GEOLOC“, ein Programm, das Anrufe und Textnachrichten von Zieltelefonen abfängt, und „Web Tangles“, das die Social-Media-Konten von Personen nutzt, um Dateien über sie anzulegen, einschließlich der Verwendung ihrer Fotos zur Gesichtserkennung. Ein drittes Programm, „Wave Guard Tracer“ (in einigen Regionen unter dem Namen Guardian vermarktet), verfolgt die Bewegungen der Benutzer über das GPS ihres Telefons.

Die vielleicht berüchtigtste Spionagesoftware ist jedoch „Pegasus“, entwickelt von der NSO Group, einem Ableger der Einheit 8200 der israelischen Verteidigungskräfte. Die App geriet im Jahr 2022 in die Schlagzeilen. Damals wurde bekannt, dass repressive Regierungen auf der ganzen Welt damit Tausende von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter Könige, Präsidenten, Politiker, Aktivisten und Reporter, überwacht hatten. El Salvador war eines der Länder, die am stärksten davon betroffen waren. Einem Bericht von Citizen Lab zufolge nutzte die Regierung Bukele das System, um Dutzende von Personen des öffentlichen Lebens, die dem Präsidenten kritisch gegenüberstanden, heimlich zu überwachen, darunter 22 Journalisten der unabhängigen Zeitung El Faro.

Nation in Gefangenschaft

Bukele hat diese israelischen Instrumente und Waffen eingesetzt, um gegen abweichende Meinungen und Widerstand gegen seine Herrschaft vorzugehen. Seit 2022, als er den Ausnahmezustand ausrief und die Rechte und bürgerlichen Freiheiten außer Kraft setzte, hat er mindestens 85.000 Menschen inhaftiert – eine schwindelerregende Zahl für ein so kleines Land. Heute sitzen etwa 2% der erwachsenen Bevölkerung und über 3.000 Kinder in gefährlich überfüllten Gefängnissen.

Das bekannteste von ihnen ist das Terrorismus-Gefängnis (Centro de Confinamiento del Terrorismo, CECOT), das mit Abstand größte Gefängnis der Weltgeschichte. Es wurde gebaut, um über 40.000 Menschen einzusperren. In dieses Zentrum schickt die Trump-Regirung Migranten, die vom ICE festgenommen wurden. Bei einem Treffen mit Bukele im Oval Office erklärte Präsident Trump, dass als nächstes US-Bürger dorthin geschickt würden.

In El Salvador sind pro Kopf der Bevölkerung weit mehr Menschen in Gefängnissen inhaftiert, als in jedem anderen Land. (vgl. worldpopulationreview.com) Die Haftbedingungen gehören zu den schlechtesten der Welt. Das Essen ist spärlich, das Licht bleibt 24 Stunden am Tag an, und die Zellen sind oft mit mehr als 100 Insassen überfüllt. (vgl. orinocotribune.com) Die Gefangenen des CECOT dürfen keinen Kontakt zur Außenwelt haben, nicht einmal zu ihren Familien oder Anwälten. (Vgl. edition.cnn.com)

Oft ist das erste, was eine salvadorianische Familie über ihren verschwundenen Verwandten erfährt, die Nachricht, dass er in der Haft gestorben ist. Folter ist an der Tagesordnung. Osiris Luna, der Direktor des salvadorianischen Gefängnissystems, wurde sogar von der US-Regierung wegen seiner Rolle bei „groben Menschenrechts-Verletzungen“ sanktioniert. (Vgl. nacla.org)

Bukele hat die Masseninhaftierung seiner Landsleute als notwendigen Schritt gerechtfertigt, um die Macht der organisierten Banden und Drogenkartelle zu brechen. Ein großer Teil der Inhaftierten sind jedoch seine politischen Gegner. Unter den Inhaftierten befinden sich Gewerkschaftsführer, Politiker und Menschenrechtsverteidiger. Angesichts der drohenden Inhaftierung oder anderer Strafen hat El Faro seine Aktivitäten ins benachbarte Costa Rica verlegt.

Ein Palästinenser, der Israel liebt

Inmitten des Chaos hat Bukele Zehntausende von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes entlassen und die Steuern für die Wirtschaft gesenkt. Außerdem hat er die Außenpolitik El Salvadors von einer fortschrittlichen, antiimperialistischen Haltung auf ein Bündnis mit rechtsgerichteten Regierungen in der ganzen Welt, einschließlich Israel, umgestellt.

Obwohl er aus einer prominenten palästinensischen Familie stammt, die Anfang des 20. Jahrhunderts aus Jerusalem ausgewandert ist, hat er während seiner gesamten politischen Laufbahn Israel, seine Kultur und seine Außenpolitik lautstark unterstützt. Bereits seit 2015, als er Bürgermeister von San Salvador war, bezeichnet ihn die israelische Botschaft als „Kooperationspartner“. (Vgl. x.com)

Drei Jahre später, im Februar 2018, besuchte er Israel auf einer von der stellvertretenden Außenministerin Tzipi Hotovely und dem Präsidenten des American Jewish Congress, Jack Rosen, organisierten Reise. Dort nahm er an einer Sicherheitskonferenz teil, an der auch Premierminister Benjamin Netanjahu und Staatspräsident Reuven Rivlin teilnahmen. (vgl. x.com) Außerdem hatte er einen öffentlichen Auftritt an der Klagemauer.

Quelle: instagram.com

Nach dem Anschlag vom 7. Oktober brachte Bukele seine Unterstützung für Israel und seine Verurteilung der Hamas zum Ausdruck. Er bezeichnete die Hamas als „wilde Bestien“ und verglich sie mit MS-13, einer der gewalttätigsten Banden El Salvadors und schrieb:

Als Salvadorianer palästinensischer Abstammung bin ich mir sicher, dass das Beste, was dem palästinensischen Volk passieren kann, das völlige Verschwinden der Hamas ist.

(Vgl. x.com)

El Salvador beherbergt eine große palästinensische Bevölkerung, etwa 100.000 leben in dem kleinen Land. (vgl. palestine-studies.org) Und doch ist das mittelamerikanische Land alles andere als eine Hochburg der Unterstützung für antikoloniale Kämpfe. Die Palästinenser in El Salvador haben sich im Allgemeinen sehr gut entwickelt und sind in die oberen Ränge der Gesellschaft vorgedrungen. Bukele ist bereits der dritte Palästinenser, der Präsident geworden ist.

Historisch gesehen hat sich die lateinamerikanische Geschäftswelt auf die Seite der konservativen oder reaktionären Kräfte geschlagen, und die palästinensische Diaspora hat sich gescheut, Widerstandsbewegungen im Nahen Osten zu unterstützen. Roberto Lovato, ein salvadorianisch-amerikanischer Schriftsteller und Professor an der Universität von Nevada, Las Vegas, erklärte der MintPress News:

Bukele’s Kultur ist nicht so sehr palästinensisch, sondern neofaschistisch. Das ist seine Kultur. Daher wird er sich mit repressiven Regierungen auf der ganzen Welt identifizieren.

Das Land beherbergt auch eine große und aktive evangelikale christliche Gemeinschaft, für die der Aufstieg Israels ein zentrales Thema ist. Obwohl er der Sohn des bekanntesten Imams des Landes ist (der behauptete, sein Sohn sei ein praktizierender Muslim) hat sich Bukele als christlicher Konservativer positioniert. Seine evangelikalen Anhänger sagen, er sei von Gott auserwählt worden, um das Land von Bandengewalt zu befreien.

Ich glaube an Gott, an Jesus Christus, ich glaube an sein Wort. Ich glaube an sein Wort, das in der Heiligen Bibel offenbart ist.

(Vgl. allisrael.com)

Schmutzige Kriege und schmutzige Politik

Die Verbindungen zwischen Israel und El Salvador bestehen jedoch schon Jahrzehnte vor Bukele. In den 1970er und 1980er Jahren war das Land ein Brennpunkt des Kalten Krieges. Von den USA unterstützte Todesschwadronen kämpften gegen die linksgerichteten FMLN-Rebellen. Das Militärregime tötete rund 75.000 Zivilisten in einem schmutzigen Krieg, der die Region bis heute prägt. (vgl. cja.org) Die Gewalt war so extrem und so öffentlichkeitswirksam, dass sich sogar die Vereinigten Staaten davon distanzieren wollten. In diese Lücke stieß Israel, das von 1975-1979 83% des militärischen Bedarfs El Salvadors deckte, einschließlich Napalm. Im Gegenzug verlegte El Salvador seine Botschaft nach Jerusalem und legitimierte damit Israels Anspruch auf diese Stadt.

Lovato, ein ehemaliges Mitglied der FMLN, sagte der MintPress, dass das Land in ein „Repressionslabor “ verwandelt wurde.

Während des Bürgerkriegs hat die US-Regierung eine ganze Palette von verschiedenen Ausbildern für Folter und Massenmord zusammengebracht. Es kamen Ausbilder aus Taiwan, Israel und anderen Ländern nach El Salvador, um die salvadorianische Regierung darin zu schulen, das zu tun, was sie dann gelernt haben.

Eine der bekanntesten Personen, die von Israel ausgebildet wurden, war Major Roberto D’Aubuisson, der Anführer einer rechtsextremen Todesschwadron. D’Aubuisson ist dafür bekannt, die Ermordung von Erzbischof Oscar Romero angeordnet zu haben. Sein Todesschwadron, die den Spitznamen „Blowtorch Bob“ trug, weil er das Werkzeug mit Vorliebe an den Genitalien seiner Gegner ansetzte, soll rund 30.000 Menschen getötet haben, von denen viele zu Tode gefoltert wurden. Man kann also mit gutem Gewissen annehmen, dass der repressive Staatsapparat El Salvadors lange Zeit von israelischem Geld, Technik und Know-how gestützt wurde. (Vgl. latimes.com)

Doch dies ist bei weitem kein Einzelbeispiel. In der Tat hat Israel repressive Regierungen in der ganzen Welt mit Waffen und Training versorgt und dabei die Fähigkeiten, die es bei der Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung erworben hat, verfeinert und in die Welt getragen.

In Guatemala verkaufte Israel Flugzeuge, gepanzerte Mannschaftstransporter und Gewehre an das Militär und baute sogar eine eigene Munitionsfabrik. General Efraín Ríos Montt dankte Israel für seine Beteiligung an dem Staatsstreich, der ihn 1982 an die Macht brachte. (vgl. electronicintifada.net) Er erklärte, der Coup sei so reibungslos verlaufen, „weil viele unserer Soldaten von Israelis ausgebildet wurden“. Rund 300 israelische Berater arbeiteten daran, Ríos Montts Streitkräfte zu völkermordenden Todesschwadronen auszubilden, die systematisch über 200.000 Mayas töteten. Ein Zeichen für die tiefen Verbindungen zwischen den beiden Gruppen ist, dass Ríos Montts Männer bei ihren Angriffen begannen, die einheimischen Mayas als „Palästinenser“ zu bezeichnen.

Ähnlich verhält es sich in Kolumbien, wo die berüchtigtsten Todesschwadronen des Landes von israelischen Agenten, wie General Rafael Eitan, ausgebildet wurden. Bis heute machen die kolumbianische Polizei und das Militär ausgiebig Gebrauch von israelischen Waffen. Der israelische Einfluss ist in der kolumbianischen Gesellschaft so normal geworden, dass der amtierende Präsident Juan Manuel Santos im Jahr 2011 in einer Werbung für das israelische Söldnerunternehmen Global CST auftrat:

Das sind Leute mit viel Erfahrung. Sie haben uns geholfen, besser zu arbeiten.

(Vgl. youtube.com)

Israel bewaffnete und unterstützte auch die Militärdiktaturen in Chile und Argentinien in den 1970er und 1980er Jahren, selbst als letztere ausdrücklich mehr als 1.000 Juden in dem größten Gemetzel an Juden seit dem Holocaust abschlachteten. (Vgl. theguardian.com)

In Nicaragua belieferte Israel die Somoza-Diktatur und half ihr, einen schmutzigen Krieg zu führen. In Ruanda verkaufte Israel Waffen an die Hutu-Regierung, als diese einen Völkermord an der Tutsi-Bevölkerung verübte. (vgl. independent.co.uk) Während des jugoslawischen Bürgerkriegs in den 1990er Jahren wurden israelische Waffen von Serbien eingesetzt. Und verschiedene Regierungen in Tel Aviv unterstützten ebenfalls die Apartheid-Regierung in Südafrika, indem sie ihr Waffen lieferten und Informationen mit ihr teilten. (Vgl. 972mag.com)

Daher sollte es nicht überraschen, dass die Regierung Bukele so enge Beziehungen zur israelischen Regierung gesucht und aufgebaut hat. Diese Waffen und Techniken, die auf die palästinensische Bevölkerung zugeschnitten sind, werden weltweit eingesetzt. Sie helfen einer Regierung, die Tausende von Kilometern entfernt ist, gegen die bürgerlichen Freiheiten vorzugehen. Obwohl Bukele (ein Palästinenser) in El Salvador das Sagen hat, ist es klar, dass seine Diktatur einen deutlichen israelischen Beigeschmack hat.

Quelle: MintPressNews

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