Wohl jeder von uns hat bereits von PayPal gehört oder es sogar schon benutzt. Dabei kennen wir die Bezahlfunktion meist als herkömmliche Fiat-Überweisung. In den USA, im Vereinigten Königreich und in Luxemburg, als einzigem europäischen Land, sieht das jedoch ganz anders aus. Betrachtet man PayPal genauer, zeigt sich, wie tief das Unternehmen im Kryptobereich steckt – bis hin zur Entwicklung einer digitalen Identität. Ein weiteres Beispiel dafür, wie sich alles zunehmend netzartig vermischt, wobei der Freiheitsgedanke von Krypto immer mehr auf der Strecke bleibt, da so alles über Gesetze und Überwachungsmechanismen kontrolliert werden kann.
Wie PayPal Krypto-Zahlungen in den Mainstream bringt
Jacob Thomas – 2. August 2025
PayPal expandiert in den Bereich der Kryptowährungen, sieht sich dabei mit Volatilität, der Disruption durch dezentrale Finanzdienstleistungen (DeFi) und sich entwickelnden Ambitionen im Bereich nicht-fungibler Token (NFT) und digitaler Identität konfrontiert.
Wichtigste Erkenntnisse
- PayPals Einstieg in den Bereich der Kryptowährungen begann im Jahr 2020. Das Unternehmen erweiterte stetig seine Funktionen, brachte die eigene Stablecoin PayPal USD (PYUSD) auf den Markt und veränderte damit die öffentliche Wahrnehmung – PayPal bildet eine Brücke zwischen traditionellem Finanzwesen und digitalen Vermögenswerten und sieht sich dabei sowohl regulatorischer Kontrolle als auch öffentlicher Skepsis ausgesetzt.
- PayPal hatte Kryptowährungen früher offen abgelehnt, doch der Zahlungsriese hat seine Haltung inzwischen komplett geändert und ist zu einem wichtigen Akteur in der Welt des digitalen Geldes geworden.
- Dieser Wandel war kein plötzlicher Sinneswandel; der Richtungswechsel war eine bewusste Entscheidung, getrieben durch starken Wettbewerb, unübersehbare Markttrends und eine neue Vorstellung davon, was Geld werden könnte.
Der große Schritt im Jahr 2020
Im Oktober 2020 vollzog PayPal eine bedeutende strategische Kehrtwende, indem es Nutzern in den USA erlaubte, Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Bitcoin Cash direkt über ihre Konten zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.
Dieser Schritt war kein Zufall – er erfolgte zu einer Zeit, als der Kryptomarkt die Marke von einer Billion US-Dollar überschritt, was eine enorme Wachstumschance darstellte.
PayPal erkannte, dass seine jüngeren, technologieaffinen Nutzer auf den Zugang zu digitalen Vermögenswerten brannten. Gleichzeitig waren Wettbewerber wie Square [heute Block] bereits in den Kryptomarkt eingestiegen, und PayPal wollte nicht den Anschluss verlieren.
Die COVID-19-Pandemie beschleunigte zudem die Verlagerung hin zu digitalen Zahlungen und machte Verbraucher offener für digitale Währungen.
CEO Dan Schulman bezeichnete den Übergang zu digitalem Geld als „unausweichlich“ und setzte sich dafür ein, Kryptowährungen für alltägliche Nutzer zu vereinfachen.
Um regulatorische Herausforderungen zu meistern und eine sichere Infrastruktur zu schaffen, arbeitete PayPal mit Paxos Trust Company [US-Finanzunternehmen, das auf Blockchain-Infrastrukturen spezialisiert ist] zusammen. Diese Kooperation ermöglichte es PayPal, Krypto-Dienste nahtlos und unter Einhaltung der Finanzvorschriften zu integrieren.
Der vollständige Einstieg in Krypto
Nach dem Einstieg im Jahr 2020 zögerte PayPal nicht, weitere Krypto-Funktionen hinzuzufügen. Anfang 2021 war es möglich, das eigene Krypto-Guthaben zu nutzen, um bei Millionen von Händlern, die PayPal akzeptieren, zu bezahlen.
Das System wandelte die Kryptowährung dabei automatisch in reguläres Geld für die Händler um, sodass Unternehmen sich keine Sorgen um Kursschwankungen machen mussten. So fühlte sich Krypto für den alltäglichen Einkauf mehr wie echtes Bargeld an.
Nur wenige Monate später, im April 2021, wurden diese Krypto-Dienste auch auf Venmo [Bezahl-App von PayPal], die andere bekannte Zahlungs-App von PayPal, ausgeweitet, um gezielt eine jüngere Zielgruppe anzusprechen.
Das Unternehmen unterstrich seinen Ernst mit der Gründung einer eigenen Geschäftseinheit nur für Blockchain und digitale Währungen.
Der wichtigste Schritt folgte im August 2023, als PayPal seine eigene Stablecoin PayPal USD (PYUSD) einführte. Diese digitale Dollarwährung, ebenfalls von Paxos herausgegeben, war ein entscheidender Schritt, um Krypto fest in das Ökosystem der Plattform zu integrieren.
Die Idee dahinter war, eine stabile und effiziente Möglichkeit für digitale Zahlungen zu schaffen, eine Art Bindeglied zwischen traditionellem Bankwesen und Web3 [nächste Entwicklungsstufe des Internets, in der Blockchain-Technologien und dezentrale Anwendungen eine große Rolle spielen], das schnellere und günstigere Transaktionen verspricht.
Vor kurzem verbesserte PayPal zudem seinen Dienst „Mit Krypto bezahlen“, der es Händlern in den USA ermöglicht, über 100 verschiedene Kryptowährungen zu akzeptieren. Damit lassen sich grenzüberschreitende Gebühren um bis zu 90 % senken, und Unternehmen erhalten ihr Geld fast in Echtzeit.
PayPals Einfluss auf den Kryptomarkt
PayPals Entscheidung, Kryptowährungen zu akzeptieren, bewirkte mehr als nur die Einführung einer neuen Funktion, sie veränderte die öffentliche Wahrnehmung digitaler Vermögenswerte und verlieh einem oft skeptisch betrachteten Markt einen Hauch von Seriosität.
Als PayPal im Oktober 2020 erstmals Nutzern in den USA erlaubte, einige der wichtigsten Kryptowährungen zu kaufen, zu halten und zu verkaufen, war das ein Wendepunkt.
Millionen Menschen hatten auf einmal eine vertraute und sichere Möglichkeit, mit Kryptowährungen zu interagieren, ohne die Hürden von spezialisierten Krypto-Börsen überwinden zu müssen.
Die einfache Bedienung und das Sicherheitsversprechen von PayPal trugen dazu bei, dass Kryptowährungen für viele Nutzer ihren Schrecken verloren.
PayPal schützte Händler zudem geschickt vor Kursschwankungen, indem es Krypto-Zahlungen sofort in reguläres Geld [Fiat Geld] umwandelte, ein entscheidender Vorteil für die Akzeptanz bei Unternehmen.
Diese Entscheidung sandte ein deutliches Signal an Wall Street und andere große Finanzunternehmen: Wenn ein führendes Fintech-Unternehmen wie PayPal auf Krypto setzt, müssen auch andere aufhorchen und eigene Strategien überdenken.
Die Einführung des eigenen Stablecoin PYUSD im August 2023 war ein noch stärkeres Signal, dass das Unternehmen ernsthaft an der Infrastruktur zur Verbindung von Krypto und traditionellem Finanzwesen baut.
Mit der neuen Funktion „Mit Krypto bezahlen“, die es US-Händlern ermöglicht, über 100 verschiedene Kryptowährungen zu akzeptieren, treibt PayPal die Integration in den Alltag weiter voran.
Ziel ist es, internationale Transaktionskosten zu senken und Unternehmen mit einer riesigen globalen Nutzerschaft im Kryptobereich zu verbinden.
All dies ist Teil der größeren Vision eines „PayPal World“, das verschiedene Zahlungssysteme weltweit miteinander verbindet, wobei Krypto ein zentrales Element bildet.
Das regulatorische Labyrinth
Um Krypto-Dienste in den USA und im Vereinigten Königreich anbieten zu können, musste PayPal ein komplexes Geflecht von Vorschriften durchqueren. Das Unternehmen bewegt sich auf einem schmalen Grat, immer darauf bedacht, in einer Welt konform zu bleiben, in der die Regeln für digitales Geld sich ständig ändern und oft unklar sind.
In den USA gibt es immer noch kein einheitliches Regelwerk für Krypto. Stattdessen beanspruchen mehrere Bundesbehörden Zuständigkeiten:
Die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) prüft, ob Kryptowährungen als Wertpapiere gelten, die CFTC [Commodity Futures Trading Commission (CFTC) – US-Behörde zur Überwachung von Termin- und Warenterminmärkten] betrachtet Bitcoin als Rohstoff, und FinCEN [Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) – US-Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung] verlangt von Krypto-Unternehmen die Einhaltung von Anti-Geldwäsche-Gesetzen (AML).
Hinzu kommt, dass jeder Bundesstaat eigene Vorschriften hat und oft eigene Lizenzen fordert.
Das Vereinigte Königreich geht gezielter vor und strebt ein vollständiges Regelwerk an. Die Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) überwacht den Kryptomarkt mit starkem Fokus auf Verbraucherschutz und AML-Compliance.
Die Regierung plant, ein breiteres Spektrum von Krypto-Aktivitäten zu regulieren und mit traditionellen Finanzdienstleistungen gleichzuziehen.
Um in diesem Umfeld zu agieren, musste PayPal äußerst sorgfältig vorgehen. In den USA bedeutete das, Lizenzen in zahlreichen Bundesstaaten einzuholen und sich an ein Flickwerk aus bundesstaatlichen und nationalen Regeln zu halten.
Im Vereinigten Königreich war eine Registrierung bei der FCA notwendig, einschließlich einer vorübergehenden Aussetzung von Krypto-Verkäufen, um neuen Vorschriften zu entsprechen.
Mit Blick auf die Zukunft setzt PayPal offenbar weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden und auf die Entwicklung seiner Dienste mit Fokus auf Compliance.
Da Regierungen in den USA und dem Vereinigten Königreich zunehmend klare Regelungen insbesondere für Stablecoins erarbeiten, könnten PayPals eigene PYUSD und der Ruf als reguliertes Unternehmen dem Unternehmen einen entscheidenden Vorteil verschaffen.
PYUSD: PayPals Versuch, Zahlungen neu zu gestalten
Die Einführung des eigenen Stablecoin PYUSD im August 2023 war ein Schlüsselmoment.
Damit wurde PayPal zu einem der ersten großen amerikanischen Technologieunternehmen, das eine eigene digitale Dollarwährung herausbrachte, ein mutiger Schritt in Richtung Blockchain-Technologie.
PYUSD wird von dem regulierten Unternehmen Paxos herausgegeben und ist als vertrauenswürdiger digitaler Dollar konzipiert, der vollständig durch Bargeld und US-Staatsanleihen gedeckt ist.
Der Stablecoin wurde so entwickelt, dass er nahtlos im PayPal-Ökosystem funktioniert. Nutzer können ihn kaufen, verkaufen, halten, an Freunde über PayPal und Venmo senden und zur Bezahlung nutzen.
Da PYUSD auf der beliebten Ethereum-Blockchain basiert, kann der Stablecoin mit Tausenden von bestehenden Krypto-Apps und Wallets genutzt werden.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung betrug der Marktwert von PYUSD 1,2 Milliarden US-Dollar [~1,04 Milliarden Euro], ein Zeichen dafür, dass sowohl Privatpersonen als auch große Institutionen beginnen, die Währung zu nutzen.
Risiken für PayPals Krypto-Strategie
Als Zahlungsriese ist PayPals Vorstoß in den Kryptobereich ein Wagnis mit hohem Einsatz. Zwar positioniert sich das Unternehmen als Schlüsselakteur der digitalen Wirtschaft, doch der Weg ist mit langfristigen Risiken gepflastert.
Die starken Kursschwankungen des Kryptomarktes stellen eine ständige Bedrohung dar. Auch wenn PayPal Händler vor Volatilität schützt, könnte ein großer Crash Nutzer verschrecken, PayPals Ruf schädigen und die Einnahmen aus Handelsgebühren drastisch reduzieren.
Die Krypto-Welt ist zudem ein beliebtes Ziel für Hacker und Betrüger. Ein schwerwiegender Sicherheitsvorfall bei PayPal könnte katastrophale Folgen haben, immense finanzielle Verluste und zu einem massiven Vertrauensverlust bei den Nutzenden führen.
Vielleicht liegt die größte langfristige Gefahr jedoch in der Technologie, auf die PayPal selbst setzt: dezentrale Finanzdienstleistungen, kurz DeFi. DeFi-Plattformen bieten Finanzdienste wie Kreditvergabe und Handel direkt auf der Blockchain, ohne Zwischenhändler.
Sie haben oft niedrigere Gebühren und geben Nutzenden die volle Kontrolle über ihr Geld. Die Grundidee von DeFi ist, den Mittelsmann auszuschalten, was eine existenzielle Bedrohung für das Geschäftsmodell von PayPal darstellt.
PayPals Vision für NFTs, DeFi und digitale Identität
PayPals Ambitionen im Blockchain-Bereich gehen weit über einfache Zahlungen hinaus. Das Unternehmen arbeitet aktiv daran, nicht-fungible Token (NFT) [digitale Vermögenswerte, die einzigartig sind und nicht ausgetauscht werden können, etwa digitale Kunst] zu integrieren, DeFi-Dienste zu erkunden und in Lösungen für digitale Identität zu investieren, mit dem Ziel, eine zentrale Anlaufstelle für die Web3-Ökonomie zu werden.
PayPal hat ein Patent für einen NFT-Marktplatz eingereicht, der fortschrittliche Funktionen wie die gemeinsame Eigentümerschaft an einem einzelnen, hochpreisigen NFT ermöglichen soll.
Dieser Plan deutet auf eine Zukunft hin, in der Nutzer ein ganzes Portfolio an tokenisierten Vermögenswerten, von digitaler Kunst bis hin zu juristischen Dokumenten, direkt über ihr PayPal-Konto verwalten können.
Mit der Einführung der Stablecoin PYUSD hat PayPal bereits einen großen Schritt in Richtung DeFi gemacht. Die Strategie ist, PYUSD mit DeFi-Kreditplattformen zu integrieren, sodass Nutzer Zinsen auf ihre Bestände erhalten können. Damit positioniert sich PayPal im Wettbewerb mit anderen Stablecoin-Anbietern, indem es seine enorme Nutzerbasis ausspielt.
Grundlage für all diese Entwicklungen ist der Fokus auf digitale Identität. Bereits vor einigen Jahren investierte PayPal in Cambridge Blockchain [Start-up, das sich auf Lösungen für digitale Identitäten spezialisiert hat], das Menschen mehr Kontrolle über ihre Online-Identität geben will.
Das zeigt, dass PayPal erkannt hat, wie wichtig eine vertrauenswürdige und sichere Identitätsprüfung für die Zukunft von Web3 ist, sei es für den Kauf von NFTs oder die Nutzung von DeFi-Diensten.
Quelle: AMBCrypto
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