Spar verkauft Krypto-Freiheit – doch nur wer Binance Pay nutzt, darf so bezahlen

von | 26. Aug. 2025

Was für eine gute Nachricht – wäre da nicht der kleine Zusatz, dass für die Bezahlung mit Krypto zwingend die Binance Pay-App erforderlich ist. Keine Binance Pay-App, kein Bezahlen mit Krypto.

Vielleicht denkt der eine oder andere, dass das ja ähnlich wie bei Visa oder Mastercard sei. Doch hier gibt es einen entscheidenden Unterschied: Krypto soll eine eigenständige Finanzverwaltung ermöglichen, eben ohne die Zwischenschritte über eine Bank oder ein Kreditkartenunternehmen.

Genau dieser Grundgedanke wird hier ausgehebelt, obwohl es technisch längst üblich ist, per QR-Code mit Krypto zu bezahlen. Es handelt sich um einen Zwang, der mit dem Wunsch nach erhöhter Überwachung und Kontrolle einhergeht und Krypto an das herkömmliche Finanzsystem bindet.

Spar führt landesweit Stablecoin- und Krypto-Zahlungen in der Schweiz ein

Spar wird in 300 Schweizer Supermärkten Zahlungen mit Kryptowährungen und Stablecoins über Binance Pay und DFX.swiss einführen und damit eine Premiere im Einzelhandel des Landes markieren.

Zoltan Vardai – 14. August 2025

Der globale Lebensmittelriese Spar ermöglicht in seinen Filialen in der ganzen Schweiz Stablecoin- und Kryptowährungszahlungen und markiert damit nach eigenen Angaben die erste landesweite Einführung von Zahlungen mit digitalen Vermögenswerten im Einzelhandel.

Die Supermarktkette arbeitet dafür mit Binance Pay und dem Schweizer Fintech-Unternehmen DFX.swiss zusammen. Kunden können damit mit mehr als 100 Kryptowährungen und Stablecoins bezahlen, wie aus einer am Donnerstag mit Cointelegraph geteilten Ankündigung hervorgeht.

Der Dienst ist bereits in 100 Spar-Filialen live und wird in den kommenden Monaten auf die restlichen Standorte ausgeweitet. Ein vollständiger Rollout im gesamten Spar-Netz der Schweiz hat jedoch noch keinen bestätigten Zeitplan, so eine Spar-Sprecherin.

Dies ist die erste landesweite Einführung von Kryptowährungszahlungen im Einzelhandel in der Schweiz. Die wachsende Krypto-Akzeptanz bei Einzelhandelsriesen wie Spar könnte das Vertrauen der breiten Öffentlichkeit in Krypto-Zahlungen stärken.

Quelle: Spar

Während die Einführung in 300 Schweizer Filialen für die „kommenden Monate“ geplant ist, gebe es für die landesweite Einführung im gesamten Spar-Netz „keinen bestätigten Zeitplan“, sagte ein Sprecher von DFX.swiss gegenüber Cointelegraph.

Die oben in Rot markierten Geschäfte haben Krypto-Zahlungen bereits eingeführt, während die gelben sich auf den Start vorbereiten. Quelle: DFX.swiss

Krypto-Zahlungen könnten Händlern zwei Drittel der Kartenprovisionen sparen

Im Vergleich zu herkömmlichen Kartenzahlungen könnten Krypto-Zahlungen Händlern helfen, bis zu zwei Drittel der Provisionsgebühren zu sparen, so André Scherrer, Geschäftsführer von Spar Schweiz.

Ähnliche „Smart-Wallet-Zahlungslösungen“ stellten angesichts der steigenden Kundennachfrage die Zukunft für den Einzelhandel dar, schrieb er in der mit Cointelegraph geteilten Ankündigung.

Spar-Lebensmittelzahlungen werden für die Kunden ohne zusätzliche Gas-Gebühren [Netzwerkgebühren] über die DFX.swiss-Schnittstelle abgewickelt; der Betrag wird dabei auf Wunsch in Schweizer Franken oder andere Währungen zum bezahlen umgerechnet.

Kunden müssen vor der Auswahl ihres bevorzugten Tokens [digitale Werteinheit auf einer Blockchain] einen Quick Response (QR)-Code über die Binance-Pay-Anwendung (App) scannen; der gewählte Betrag wird für Spar automatisch in Schweizer Franken umgetauscht.

Immer mehr große Marken akzeptieren Kryptowährungszahlungen, insbesondere in der Schweiz, einer der krypto-freundlichsten Rechtsordnungen Europas. Dort gibt es bereits über 1.000 Geschäfte, die Bitcoin (BTC)-Zahlungen akzeptieren, wie Daten von BTCmap [gemeinschaftsbetriebene Karte, die Geschäfte mit Bitcoin-Akzeptanz erfasst] zeigen.

Unternehmen, die Bitcoin-Zahlungen in der Schweiz, Europa, akzeptieren. Quelle: BTCmap

Die Nachricht kommt vier Monate, nachdem der erste Spar des Landes in Zug, Schweiz, Bitcoin-Zahlungen über das Lightning-Netzwerk [Zahlungsnetzwerk der zweiten Ebene auf Bitcoin für sehr schnelle und kostengünstige Transaktionen] eingeführt hat, wie Cointelegraph am 18. April berichtete. zu einem Video auf LinkedIn dazu.

Im Jahr 2023 führte die Schweizer Stadt Lugano Bitcoin und Tether (USDT) für alle kommunalen Gebühren ein, ein Novum für eine Stadtverwaltung weltweit.

Quelle: Cointelegraph

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