Kontrolle und Überwachung sind wohl zwei der wichtigsten Themen aus Sicht von Staaten. Ein Beispiel kommt dieses Mal aus Südkorea, wo die Börse Bithumb mit einer Strafe belegt wurde. Bithumb war bei der Überprüfung von Kundenidentitäten nachlässig und hat offenbar verdächtige Transaktionen nicht eingeschränkt. Ob durch die fehlenden Kundenidentifikationen und die verdächtigen Transaktionen überhaupt Geld gewaschen oder andere kriminelle Geschäfte abgewickelt wurden, scheint dabei keine Rolle zu spielen. Vielmehr ist es so, dass Compliance-Vorgaben in vielen Ländern so ausgestaltet sind, dass Institutionen über Kundendaten eine Art Überwachung betreiben müssen und bei verdächtigen Aktivitäten als verlängerter Arm der Justiz zunächst Transaktionen einschränken und Meldungen erstatten müssen.
Interessant ist, dass der Handel auf Bithumb dennoch munter weiterlief, was darauf hindeutet, dass die Einhaltung der Compliance-Regeln für die Nutzer offenbar von geringer Bedeutung ist. Das überrascht auch nicht, denn letztlich gehen Compliance-Regelungen fast immer zulasten normaler Nutzer. So kann es beispielsweise dazu kommen, dass Transaktionen blockiert werden, weil ein Algorithmus sie als verdächtig einstuft. Die Folge ist zusätzlicher Aufwand, um die Transaktion dennoch durchführen zu können, verbunden mit verschiedenen Nachweisen, dass sie legal ist. Aus diesen Gründen bieten sich häufig Transaktionen über selbstverwaltete Wallets an, bei denen ausschließlich der Nutzer selbst den privaten Schlüssel besitzt und bei denen auch niemand die Transaktion unterbinden kann.
Bithumb mit 25-Millionen-Dollar-Strafe und sechsmonatiger Teilsuspendierung nach 6,6 Millionen Compliance-Verstößen
Bithumb sieht sich mit einer Geldstrafe von 25 Millionen US-Dollar und einer teilweisen Suspendierung konfrontiert, nachdem südkoreanische Aufsichtsbehörden bei Inspektionen mehr als 6,6 Millionen Compliance-Verstöße festgestellt haben.
Adewale Olarinde – 16. März 2026
Bithumb sieht sich mit einer Strafe von 36,8 Milliarden Won [südkoreanische Währungseinheit] beziehungsweise 25 Millionen US-Dollar und einer teilweisen Suspendierung des Geschäftsbetriebs für sechs Monate konfrontiert, nachdem südkoreanische Aufsichtsbehörden bei Inspektionen mehr als 6,6 Millionen Verstöße gegen Compliance-Vorgaben festgestellt hatten.
Die Maßnahme folgt auf regulatorische Inspektionen, die zwischen 2024 und 2025 bei den fünf größten Börsen Südkoreas, Upbit, Bithumb, Coinone, Korbit und Gopax durchgeführt wurden und signalisiert den fortgesetzten Kurs des Landes, die Aufsicht über Handelsplattformen für digitale Vermögenswerte zu verschärfen.
Die Behörden erklärten, dass die Verstöße in erster Linie mit Versäumnissen bei der Kundenidentifizierung und der Überwachung von Transaktionen gemäß Südkoreas Gesetz über die Meldung und Nutzung bestimmter Finanztransaktionsinformationen zusammenhingen.
FIU identifiziert Millionen von Compliance-Verstößen bei Bithumb
Berichten zufolge stellten die Ermittler rund 6,65 Millionen Verstöße fest, die mit Compliance-Mängeln auf der Plattform von Bithumb zusammenhingen. (Vgl. News1)
Die Aufschlüsselung umfasst:
- 3,55 Millionen Verstöße im Zusammenhang mit einer unzureichenden ordnungsgemäßen Überprüfung der Kundenidentität
- 3,04 Millionen Verstöße im Zusammenhang mit dem Versäumnis, bestimmte Transaktionen wie gesetzlich vorgeschrieben zu beschränken
Die Aufsichtsbehörde erklärte, die Sanktionen seien nach Prüfung des Ausmaßes der Verstöße, des Umfangs der rechtlichen Verantwortung und der operativen Auswirkungen auf die finanziellen Compliance-Anforderungen festgelegt worden.
Auch gegen leitende Mitarbeiter der Börse wurden Disziplinarmaßnahmen verhängt.
Der Geschäftsführer von Bithumb erhielt eine formelle Rüge, während der Meldebeauftragte der Börse für sechs Monate vom Dienst suspendiert wurde.
Teilweise Suspendierung des Geschäftsbetriebs verhängt
Die Strafe umfasst Berichten zufolge eine teilweise Suspendierung des Geschäftsbetriebs für sechs Monate. Die Aufsichtsbehörden gaben jedoch nicht an, dass die Börse vollständig geschlossen wird.
Südkorea verfügt über einen der strengsten Regulierungsrahmen für Börsen für digitale Vermögenswerte und verlangt von den Plattformen die Umsetzung robuster „Know Your Customer“-Verfahren (KYC) sowie Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche (Anti-Money Laundering, AML).
Nach dem Gesetz über besondere Finanzinformationen müssen Börsen ihre Kunden identifizieren, Transaktionen überwachen und verdächtige Aktivitäten einschränken, die mit potenziell illegalen Finanzströmen verbunden sind.
Verstöße gegen diese Pflichten können zu Geldstrafen, Sanktionen gegen Führungskräfte und betrieblichen Einschränkungen führen, wie im Fall von Bithumb zu sehen ist.
Won-Handel bleibt an der Börse dominant
Trotz der regulatorischen Maßnahmen wird das Handelsgeschehen bei Bithumb weiterhin von Märkten dominiert, die auf den südkoreanischen Won (KRW) basieren.
Daten von CoinGecko [Plattform für Kryptomarktdaten] zeigen, dass auf KRW lautende Geschäfte mehr als 92 Prozent des gesamten Handelsvolumens ausmachen, was die Stärke der inländischen Kryptonachfrage in Südkorea unterstreicht. (Vgl. CoinGecko)
Zu den am aktivsten gehandelten Paaren gehörten:
- XRP (Ripple) / KRW – 14,68 Prozent des Volumens
- BTC (Bitcoin) / KRW – 11,15 Prozent
- ETH (Ether) / KRW – 10,83 Prozent
- USDT (Tether) / KRW – 10,44 Prozent
Andere Märkte, darunter SOL (Solana) / KRW, und DOGE (Dogecoin) / KRW, machten kleinere Anteile des Gesamtgeschäfts aus.
Die Börse verzeichnete außerdem ein Handelsvolumen von rund 724 Millionen US-Dollar innerhalb von 24 Stunden, was trotz der regulatorischen Strafe auf eine anhaltende Marktteilnahme hinweist.
Abschließende Zusammenfassung
- Südkoreanische Aufsichtsbehörden belegten Bithumb mit einer Strafe von 25 Millionen US-Dollar und verhängten eine teilweise Suspendierung für sechs Monate, nachdem sie mehr als 6,6 Millionen Compliance-Verstöße festgestellt hatten.
- Trotz der Durchsetzungsmaßnahme bleibt der auf KRW lautende Handel dominant, was auf eine starke inländische Beteiligung am südkoreanischen Kryptomarkt hindeutet.
Quelle: AMBrypto
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