Telegram übernimmt TON: Wie dezentral ist das Netzwerk noch?

von | 8. Mai 2026

Die Richtung für Telegram und seinen hauseigenen Coin TON ist klar: mehr Zentralisierung der Entwicklung, mehr Zentralisierung der Governance, mehr Zentralisierung der Validierung – angeblich für mehr dezentrale Anwendungen auf der Blockchain.

Das zeigt eine Struktur, wie sie in vielen Fällen zu beobachten ist: Die Anwendungen laufen zwar möglicherweise dezentral, aber auf einer Basis, die deutliche zentralisierte Züge trägt. Die dezentralen Anwendungen sind also klar an diese zentralisierte Struktur gebunden. Überspitzt könnte man auch sagen: Wo DeFi draufsteht, ist nicht unbedingt DeFi drin.

Marktwirtschaftlich sind die Veränderungen bei TON nachvollziehbar, aber sie gehen am ursprünglichen Gedanken der Dezentralität vorbei – und das gerade bei Telegram, das offenbar besonders unabhängig sein soll.

Telegram übernimmt die Kontrolle über TON: Die Token schießen in die Höhe

Ben Canton – 06. Mai 2026

Durov ändert die Regeln. Das mit dem Messengerdienst Telegram verbundene Ökosystem verzeichnet auf den Märkten für digitale Vermögenswerte eine bemerkenswerte Bewegung, mit starken Anstiegen bei mehreren Token. Diese Dynamik folgt auf die Aussagen des Unternehmensgründers Pavel Durov zu einer großen Änderung der Governance [Regeln und Entscheidungsstrukturen eines Projekts] der Blockchain TON (The Open Network) [das Blockchain-Netzwerk, das eng mit Telegram verbunden ist]. Die direkte Beteiligung des Messengerdienstes an der Sicherheit und Ausrichtung des Netzwerks verändert die Entwicklungsperspektiven des Projekts.

Die wichtigsten Punkte dieses Artikels:

  • Das Telegram-Ökosystem erlebte nach den Ankündigungen von Pavel Durov zu einer großen Änderung der Governance der Blockchain TON einen Schock.
  • Telegram traf die historische Entscheidung, der wichtigste Validator [Teilnehmer, der Transaktionen prüft und Blöcke bestätigt] des Netzwerks zu werden, und veränderte damit die Dynamik der Projektentwicklung.

Beteiligung von Telegram und Governance des Netzwerks

Die wichtigste Ankündigung betrifft den Willen von Telegram, die TON Foundation [Stiftung, die die Entwicklung des TON-Netzwerks unterstützt] als Hauptmotor der Entwicklung zu ersetzen, und das Unternehmen plant sogar, der größte Validator des Netzwerks zu werden. Diese Maßnahme bedeutet eine direkte Beteiligung der technischen Teams an der Absicherung der Transaktionen und der Überprüfung der Blöcke.

Durch die Stärkung seiner Rolle versucht der Messengerdienst somit, die operative Governance mit seinen Entwicklungsambitionen in Einklang zu bringen. Parallel dazu kündigte die Leitung der Plattform die Einführung neuer Werkzeuge für Entwickler sowie eine Überarbeitung der offiziellen Website und Leistungsverbesserungen an, die in den kommenden Wochen geplant sind.

Diese Aktualisierungen sollen die Infrastruktur modernisieren und mehr dezentrale Projekte anziehen. Analysten beobachten, dass diese Zentralisierung der Bemühungen daher die Lücke zwischen dem Potenzial der Anwendung und der zuletzt beobachteten technischen Umsetzung verringern könnte.

Die Gebühren bei TON sind um das Sechsfache gesunken – auf nahezu null.
Nächster Schritt: Telegram ersetzt die TON Foundation als treibende Kraft hinter TON und wird dessen größter Validator.
Der Fokus verlagert sich auf technologische Überlegenheit.
Neue Website ton.org, neue Entwicklerwerkzeuge, neue Leistungsverbesserungen.
Zeitrahmen: 2–3 Wochen.

Senkung der Transaktionsgebühren und Nutzungsperspektiven auf TON

Die jüngste Senkung der Transaktionsgebühren stellt natürlich einen wichtigen technischen Hebel für Anwendungen für die breite Öffentlichkeit dar. Die Kosten einer Transaktion wurden dadurch auf ein Sechstel gesenkt und liegen nun nahe bei null. Diese Entwicklung erleichtert Überweisungen kleiner Beträge, die Nutzung von Mikrozahlungen und den Betrieb von Mini-Anwendungen, die in den Messengerdienst integriert sind.

Die Senkung der Betriebskosten beseitigt ein großes Hindernis für Dienste, die eine hohe Transaktionsfrequenz erfordern. Trotz dieser geschäftlichen Dynamik liegen die grundlegenden Kennzahlen der dezentralen Finanzwelt weiterhin unter den im vergangenen Sommer verzeichneten Niveaus. Die Handelsvolumen und der gesperrte Gesamtwert zeigen im Vergleich zu den in der Vergangenheit beobachteten Spitzenwerten eine bescheidenere Aktivität.

Die Fähigkeit des Ökosystems, die Nutzerbasis des Messengerdienstes in aktive Nutzer auf der Blockchain umzuwandeln, wird die Dauerhaftigkeit dieses Wachstums bestimmen. Die verstärkte Beteiligung der Plattform markiert einen wichtigen Übergang in der Steuerung des Projekts, während der Erfolg der nächsten technischen Aktualisierungen und die Annahme durch die Nutzer die künftigen Trends des Ökosystems bestimmen werden. Fortsetzung folgt.

Quelle: Journal du Coin

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