China integriert weiter Blockchaintechnologie, wobei ein Satz aus dem folgenden Artikel die Lage sehr gut beschreibt: „…in dem die Blockchain als Instrument für Governance und Transparenz dient und nicht als Grundlage für eine alternative, nicht von der Zentralbank kontrollierte Währung.“ Oder knapp formuliert: Krypto für Struktur: Ja, für private, unabhängige Finanztransaktionen: Nein.
Das Vorhaben Chinas, massiv in nationale Dateninfrastrukturen auf Blockchain zu investieren, sollte nicht losgelöst betrachtet werden. Es geht einher mit einer massiven Entwicklung von KI und Robotik. Wie weit das bereits vorangeschritten ist, zeigt sich an der Stadt Shenzhen, die direkt neben Hongkong auf dem chinesischen Mainland liegt. Dort wird der Verkehr mittels tausender Kameras über KI geregelt. Und diese Kameras an anderer Stelle und in anderen Geräten erlauben es, an vielen U-Bahn-Stationen durch einen Gesichtsscan zu bezahlen oder die eigene Haustür zu öffnen. In vielen Geschäften gibt es inzwischen „Smile-to-pay“-Systeme, das heißt: Gesichtsscan, und es wird automatisch bezahlt. Und die vielen Kameras erlauben es, verdächtige Personen in Echtzeit zu identifizieren. Das geschieht natürlich nicht durch die Kamera selbst, sondern durch die damit verbundene KI.
Die große Frage beim Einsatz von KI in diesen Bereichen betrifft nicht einmal den Bereich, wie weit sie als Social-Credit-System dienen kann, sondern Fehler. Denn auch KI macht Fehler. Was passiert, wenn das Gesicht nicht mehr erkannt wird? Was passiert, wenn es einen Fehler gibt und eine falsche Person als verdächtig identifiziert wird? Die Folgen für diese Menschen können massiv sein.
Blockchain und Besteuerung: China beschleunigt die Modernisierung seiner Verwaltung
Ben Canton – 07. April 2026
Blockchain in allen Bereichen. Die chinesische Regierung intensiviert den Ausbau ihrer nationalen Dateninfrastrukturen und stützt sich dabei auf Technologien verteilter Register [Distributed-Ledger-Technologie (DLT), eine Datenbank, die dezentral auf mehreren Rechnern gleichzeitig geführt wird]. In einer gemeinsamen Richtlinie, die am 6. April 2026 veröffentlicht wurde, forderten die staatliche Steuerverwaltung und die nationale Finanzaufsichtsbehörde Banken sowie lokale Behörden dazu auf, die Interaktion zwischen Steuerwesen und Banken zu optimieren. Dieses neue regulatorische Rahmenwerk empfiehlt den Einsatz von Blockchain und vertraulichem Rechnen [Confidential Computing, eine Methode, bei der Daten auch während der Verarbeitung geschützt bleiben], um den Informationsaustausch zu standardisieren und die Datenasymmetrie zwischen Staat, Finanzinstitutionen und Unternehmen zu verringern. Ziel ist es, die Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen zu erleichtern, indem deren Steuerhistorie genutzt wird, um Kreditmodelle zu verbessern und die Effizienz von Kreditgenehmigungen zu steigern.
Die wichtigsten Punkte dieses Artikels:
- Die chinesische Regierung hat den Ausbau ihrer nationalen Dateninfrastrukturen verstärkt und setzt dabei auf Blockchain, um die Interaktion zwischen Steuerbehörden und Banken zu verbessern.
- Eine massive Investitionsstrategie zielt auf rund 400 Milliarden Yuan [~50 Milliarden Euro] jährlich ab, um Daten zu einem zentralen wirtschaftlichen Faktor zu machen, mit dem Ziel einer vollständigen Umsetzung bis 2029.
Eine massive Investitionsstrategie in die Dateninfrastruktur
Diese Initiative ist Teil eines umfassenderen Fahrplans mit dem Ziel einer landesweiten vollständigen Umsetzung bis 2029. (Vgl. NDA China) Laut jüngsten Aussagen von Shen Zhulin, stellvertretender Direktor der nationalen Datenverwaltung, erwartet China, dass diese auf Blockchain basierenden Infrastrukturen jährlich rund 400 Milliarden Yuan, also etwa 58 Milliarden US-Dollar, an Investitionen anziehen werden.
Über einen Zeitraum von fünf Jahren könnte das Gesamtinvestitionsvolumen 2.000 Milliarden Yuan [~252 Milliarden Euro] erreichen. Diese Kapitalmobilisierung zielt darauf ab, Daten zu einem wesentlichen Produktionsfaktor zu machen, vergleichbar mit Energie- oder Wasserressourcen in der Industrieökonomie. Der staatliche Aktionsplan setzt auf technologische Konvergenz, um Vertrauensprobleme beim Austausch von Informationen zu lösen.
Die Behörden betonen den Einsatz des „Internets der Daten“ [Data Internet, ein Konzept zur strukturierten Vernetzung und Nutzung von Daten] sowie sicherer Datenelemente, um sicherzustellen, dass der Austausch nachvollziehbar und geschützt bleibt. Durch die Senkung der Betriebskosten und die Schaffung eines vertrauenswürdigen Umfelds will Peking die Entstehung eines robusten industriellen Ökosystems fördern. Offizielle Schätzungen gehen zudem davon aus, dass ein Anstieg des Datenflusses um 10 % ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,2 % bewirken könnte, was die wirtschaftliche Bedeutung dieser strukturellen Modernisierung unterstreicht.
Das Paradoxon zwischen Bitcoin-Verbot und Blockchain-Förderung
Die aktuelle chinesische Politik ist durch eine klare Trennung zwischen der zugrunde liegenden Technologie und spekulativen digitalen Vermögenswerten gekennzeichnet. Während das Land seit September 2021 ein striktes Verbot für Transaktionen und das Mining von Bitcoin aufrechterhält, betrachtet es die Blockchain als strategische Schlüsseltechnologie für unabhängige Innovation.
Dieser Ansatz ermöglicht es dem Staat, verteilte Register in die Realwirtschaft zu integrieren, insbesondere für elektronische Rechnungsstellung und das Management von Lieferketten, während gleichzeitig die finanziellen Risiken durch die Volatilität privater Märkte neutralisiert werden. Trotz der regulatorischen Einschränkungen bleibt die Präsenz des Mining-Sektors auf chinesischem Staatsgebiet bemerkenswert.
Im Januar 2026 machte China weiterhin 11,7 % der globalen Hashrate von Bitcoin aus und belegte damit den dritten Platz unter den produzierenden Ländern. Diese Diskrepanz zwischen Gesetzgebung und tatsächlicher Aktivität verdeutlicht die Komplexität der Regulierung einer dezentralen Infrastruktur. Für die Behörden liegt die Priorität weiterhin im Aufbau eines einheitlichen und sicheren nationalen Datenmarktes, in dem die Blockchain als Instrument für Governance und Transparenz dient und nicht als Grundlage für eine alternative, nicht von der Zentralbank kontrollierte Währung.
Die Beschleunigung der Reformen im Bereich der nationalen Dateninfrastruktur bestätigt somit den Willen Chinas, die technologischen Standards des kommenden Jahrzehnts zu dominieren. Durch die Institutionalisierung des Einsatzes von Blockchain für bank- und steuerbezogene Interaktionen versucht die Regierung, Daten in einen liquiden und sicheren Vermögenswert zu verwandeln. Der Erfolg dieses Projekts wird davon abhängen, ob es den Behörden gelingt, ein Gleichgewicht zwischen staatlicher Kontrolle der Informationsflüsse und der für private Innovation notwendigen Flexibilität zu wahren. Das geplante jährliche Investitionsvolumen unterstreicht zudem Pekings Ambition, diese digitale Architektur zu einem der Motoren seines zukünftigen Wirtschaftswachstums zu machen.
Quelle: Journal du Coin
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„Bye Bye Staat & Hallo Freiheit“
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