Wie öffentliche Kritik wirkt: Großbritanniens CBDC ausgebremst

von | 6. Aug. 2025

Es scheinen immer mehr Länder von einer digitalen Zentralbankwährung abzurücken, weil sie niemand haben will. Die EU sieht das leider ganz anders!

Beim folgenden Artikel ist ein Nebensatz besonders interessant, in dem gesagt wird, dass es die Gruppen von Verschwörungstheoretikern gewesen seien, weshalb nun das CBDC-Projekt in Großbritannien infrage gestellt wird. Und dazu, die Verschwörungstheoretiker im gleichen Satz wie die Politiker zu erwähnen, die ebenfalls dagegen waren, plus einer öffentlichen Anhörung mit mehrheitlich negativen Rückmeldungen, zeigt, dass der Autor oder seine Quelle große Schwierigkeiten hat, Verschwörungstheoretiker von Menschen mit anderer Meinung abzugrenzen. Das scheint einfach nicht ins Narrativ zu passen.

Es ist auf jeden Fall positives Signal, dass Andersdenken und das Vertreten einer eigenen Meinung durchaus etwas bewirken kann.

Bericht: Die Bank von England erwägt das Ende des CBDC-Plans

Martin Young – 23. Juli 2025

Die britische Zentralbank erwägt, ihre Pläne für ein digitales Pfund aufzugeben, da ihr Gouverneur Andrew Bailey privatwirtschaftlichen Zahlungsinnovationen gegenüber einer staatlich gestützten Zentralbank-Digitalwährung (Central Bank Digital Currency, CBDC).

Die britische Zentralbank erwägt Berichten zufolge, ihre Pläne für eine Zentralbank-Digitalwährung (Central Bank Digital Currency, CBDC) aufzugeben, da Bedenken bestehen, dass diese für die Bank oder das Finanzsystem nicht vorteilhaft sein könnte.

Die Bank von England (BoE) erwägt, ihre Pläne für ein verbraucherorientiertes digitales Pfund angesichts wachsender Skepsis hinsichtlich seiner Notwendigkeit und seines Nutzens zu überdenken, berichtete Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. (Vgl. Bloomberg)

Vertreter der Bank von England (BoE) ermutigen Banken demnach intern, Zahlungsinnovationen zu beschleunigen, anstatt eine CBDC für Verbraucher zu schaffen. Der Gouverneur der Zentralbank, Andrew Bailey, erklärte, er bräuchte „sehr viele überzeugende Argumente“ für die Einführung digitalen Zentralbankwährung, sollten die Innovationen der Geschäftsbanken erfolgreich sein.

„Ich denke, das ist der richtige Ansatz“, sagte er am Dienstag vor dem Schatzkomitee (Treasury Committee) während einer Anhörung im Parlament.

„Wenn das ein Erfolg ist, frage ich mich, warum wir eine neue Form von Geld einführen sollten.“

Diese Entwicklung ist ein weiteres Anzeichen für die schwindende Unterstützung staatlich gestützter digitaler Währungen weltweit und bedeutet einen Rückzug von der bisherigen Position der Bank von England, dass ein digitales Pfund „wahrscheinlich benötigt wird“.

„Auf Basis unserer bisherigen Arbeit halten die Bank von England und das britische Finanzministerium (HM Treasury) es für wahrscheinlich, dass in Zukunft ein digitales Pfund benötigt wird“, sagte Bailey im Jahr 2023.

Großbritannien zögerlich bei der Einführung einer CBDC

Der US-amerikanische Politik-Thinktank Atlantic Council [Denkfabrik mit Sitz in Washington, D.C., die sich auf internationale Angelegenheiten spezialisiert hat] zeigt, dass sich das CBDC-Projekt Großbritanniens noch in der Entwicklung befindet und im internationalen Vergleich hinter anderen Ländern zurückliegt, wie Bloomberg berichtete. (Vgl. AtlanticCouncil) Eine endgültige Entscheidung darüber, ob das Projekt weitergeführt wird, wurde noch nicht getroffen.

Globaler Entwicklungsstand digitaler Zentralbankwährungen. Quelle: Atlantic Council

Berichten zufolge hat das Projekt die Aufmerksamkeit von Gruppen von Verschwörungstheoretikern auf sich gezogen, ist Angriffen von Politikern ausgesetzt gewesen und hat während einer öffentlichen Anhörung über 50.000 Rückmeldungen erhalten, die überwiegend kritisch waren.

Von Verbrauchern wurden Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes geäußert, zusätzlich zu der Angst vor destabilisierenden Bank-Runs während Krisenzeiten. Zudem gibt es Sorgen, dass ausländische oder große Technologiekonzerne herausgegebene Stablecoins das britische Pfund untergraben könnten.

US-Anti-CBDC-Gesetz verabschiedet

CBDC-Initiativen wurden in den USA gestoppt, da das Repräsentantenhaus den „Anti-CBDC Surveillance State Act“ neben zwei weiteren Gesetzen zu Kryptowährungen in der vergangenen Woche verabschiedet hat.

Das Gesetz soll verhindern, dass die Federal Reserve [Zentralbank der Vereinigten Staaten] eine CBDC ohne ausdrückliche Zustimmung des Kongresses herausgibt oder testet.

Anfang dieser Woche erklärte die republikanische Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene, dass der „GENIUS Act“ [Gesetzesentwurf zur Regulierung von Stablecoins in den USA] zur Stablecoin-Regulierung eine „Hintertür“ für die Regierung öffne, um eine CBDC einzuführen, getarnt als privat ausgegebene Krypto-Token.

CBDC-Ökosystem wächst

Bisher haben nur drei Länder eine CBDC offiziell eingeführt: die Bahamas, Jamaika und Nigeria.

Laut dem CBDC-Tracker des Atlantic Council befinden sich 49 Länder in der Pilotphase, 20 in der Entwicklungsphase und 36 in der Forschungsphase.

Quelle: Cointelegraph

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