Im Marktgeschehen lässt sich immer wieder erkennen, dass meistens nicht das beste Produkt gewinnt, sondern das bestvermarktete. Hat etwas einmal eine gewisse Größe erreicht, wirkt es wie ein Magnet, weil die Menge an Nutzern einen Mehrwert schafft. So sehen wir es seit Längerem bei dezentralen sozialen Netzwerken, die sehr viele gute Eigenschaften haben. Aber mit Konkurrenten wie X ist es kaum möglich, einen langfristigen Erfolg zu verbuchen. Buterin, der Mitgründer von Ethereum, will dem etwas entgegensetzen (siehe unseren Beitrag in den Artikelempfehlungen), nutzt aber dennoch selbst weiterhin X, weil es natürlich auch immer um Reichweite geht und diese mit der Anzahl der Plattformnutzer steigt.
SocialFi 2.0: Werden „Twitter Coins“ dezentrale soziale Medien endgültig zerstören?
Plattformen mit 250 Nutzern können nicht mit einer konkurrieren, die Millionen auszahlt.
Samyukhtha LKM – 28. Januar 2026
SocialFi [Social Finance – ein Konzept, das soziale Netzwerke mit direkten finanziellen Anreizen für Nutzer und Creator verbindet] sollte verändern, wie Creator online Geld verdienen. Stattdessen wurde es zu einem der vorhersehbarsten Fehlschläge im Krypto-Sektor.
Nun richtet sich die Aufmerksamkeit woanders hin. X führt neue Creator-zentrierte Monetarisierungswerkzeuge ein, die sich die besten Ideen von SocialFi leihen, aber ganz ohne den Ballast von Krypto.
SocialFi entfachte das Feuer
Creator wollen heute direkte Zahlungen, und Fans sind bereit, sie finanziell zu unterstützen. Was zuvor jedoch nicht funktionierte, war, dass SocialFi-Plattformen vor allem Trader anzogen, keine Communities.
Friend.tech erreichte seinen Höhepunkt bei fast 80.000 täglichen Nutzern, bevor die Zahl auf unter 250 fiel. Lens verzeichnete nach kurzen Wachstumsschüben ebenfalls einen deutlichen Aktivitätsrückgang. Branchenübergreifend zeigten Studien, dass mehr als 90 Prozent der Nutzer innerhalb von 30 Tagen wieder abspringen.
Statt Creator für Inhalte zu belohnen, setzten die meisten Nutzer auf Kurssteigerungen.
X’ Creator-Offensive verändert die Spielregeln
Die Plattform geht das Problem aus einem völlig anderen Blickwinkel an. Im Januar 2026 erklärte X dieses Jahr zum „Jahr der Creator“, nachdem das Unternehmen 2025 mit den höchsten Auszahlungen seit Einführung der Monetarisierung abgeschlossen hatte. (Vgl. X) X hat seinen Pool für Umsatzbeteiligungen mehr als verdoppelt und die Berechnung der Auszahlungen überarbeitet. Creator-Einnahmen basieren nun auf verifizierten Impressionen in der Home-Timeline.
X wies außerdem darauf hin, dass längere, aufwendigere Formate wie Artikel stärker gewichtet werden könnten als kurze Beiträge. Aufrufe von Premium-Abonnenten höherer Stufen haben einen größeren Wert, während die Plattform angibt, ihre Bemühungen zur Erkennung von Betrug und künstlichem Engagement zu intensivieren.

Quelle: X
Wir haben den Revenue-Sharing-Pool mehr als verdoppelt.
Mit dem Wachstum der X-Premium-Abonnements im Jahr 2025 ist es nur fair, dass wir diesen Erfolg mit unseren Creatorn teilen.
Diese Erhöhung eröffnet deutlich höhere Auszahlungspotenziale für Creator auf der gesamten Plattform.
Wir haben außerdem aktualisiert, wie Auszahlungen berechnet werden.
Revenue-Sharing-Auszahlungen basieren nun auf verifizierten Home-Timeline-Impressionen. Das bedeutet, dass deine Einnahmen von echten Aufrufen durch Premium-Nutzer abhängen, die deine Beiträge in ihrer Home-Timeline sehen.
Dieser Wandel soll Inhalte belohnen, die wirklich Anklang finden: Beiträge, die regelmäßig in Timelines erscheinen und Diskussionen auslösen.
Ein detaillierteres Einnahmen-Dashboard kommt demnächst auch im Creator Studio. Bleib dran.
Wir verstehen, dass einige Inhaltsformate mehr Aufwand erfordern und eine größere Wirkung haben können als andere.
Deshalb könnten wir Formate wie Artikel stärker gewichten als kurze Inhalte.
Das bleibt gleich:
Aufrufe von Nutzern mit höheren Premium-Stufen sind mehr wert als solche von niedrigeren Stufen.
Wir werden weiterhin konsequente Maßnahmen ergreifen, um Betrug zu erkennen und unauthentische Interaktionen zu bestrafen.
Was bedeutet das für dezentrale soziale Medien?
X verfügt bereits über Reichweite, Creator, Publikum und integrierte Zahlungsstrukturen. Während dezentrale soziale Plattformen darum kämpften, auch nur Zehntausende Nutzer zu halten, operiert X mit Hunderten Millionen. Sollten als Nächstes In-App-Währungen oder sogenannte „Twitter Coins“ eingeführt werden, verliert SocialFi sein stärkstes Argument.
Creator-Monetarisierung benötigt dann kein Krypto mehr, um zu funktionieren. Und wenn X das im großen Maßstab beweist, bleiben den dezentralen sozialen Medien nur sehr wenige Nutzer und sie verschwinden in der Bedeutungslosigkeit
Abschließende Gedanken
- Die Creator-Auszahlungen bei X steigen, während SocialFi kollabiert.
- Sollten „Twitter Coins“ als Nächstes kommen, wird die Distribution über den Gewinner entscheiden.
Quelle: AMBCrypto
Artikelempfehlungen:
- Vitalik Buterin sagt zentralen Plattformen Lebewohl – nutzt sie aber weiter über Firefly
Der Ethereum Mitgründer Vitalik Buterin will zurück zu dezentralen sozialen Medien und kritisiert die Anreizstrukturen heutiger Plattformen. Für ihn braucht es mehr Wettbewerb, bessere Werkzeuge für Massenkommunikation und weniger spekulative Experimente.
Gleichzeitig nutzt er mit Firefly weiterhin einen Multi Client, der auch etablierte Netzwerke einbindet. - In 24 Stunden hat Friend.tech Gebühren von über 1 Mio. $ generiert und damit die Netzwerke von Uniswap und Bitcoin übertroffen (August 2023)
Friend.tech ist noch in der Beta-Version, weshalb dieser Verdienst noch höher erstaunlicher ist.
Die Herangehensweise von Friend.tech im Vergleich zu etablierten Social-Media-Plattformen ist ziemlich anders und kann für die Nutzer viele Vorteile mit sich bringen.
„Bye Bye Staat & Hallo Freiheit“
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