Bitcoin-Mining stand bereits öfter vor dem Problem der Rentabilität, doch dieses Mal ist eine grundlegende Sache anders: künstliche Intelligenz. Diese benötigt enorme Rechenkapazitäten, inzwischen teilweise deutlich mehr als das Bitcoin-Mining. Für Bitcoin-Miner eröffnet sich damit eine zweite Einnahmequelle, auch wenn die dafür eingesetzten Rechner technisch unterschiedlich sind.
Beim Bitcoin-Mining werden sogenannte ASIC-Miner (Application-Specific Integrated Circuits) eingesetzt. Dabei handelt es sich um spezialisierte Chips, die ausschließlich für den SHA-256-Hashalgorithmus von Bitcoin optimiert sind. Sie arbeiten sehr effizient, können jedoch praktisch keine anderen Aufgaben übernehmen.
Für Anwendungen der künstlichen Intelligenz kommen dagegen vor allem Grafikprozessoren (GPU) oder spezielle KI-Beschleuniger zum Einsatz. Diese sind für komplexe mathematische Berechnungen ausgelegt, wie sie beim Training von KI-Modellen erforderlich sind. ASIC-Miner lassen sich deshalb nicht für KI nutzen.
Viele große Mining-Unternehmen verfügen jedoch über umfangreiche Rechenzentren, leistungsfähige Stromanschlüsse und ausgebaute Kühlinfrastruktur. Genau diese Infrastruktur kann auch für KI-Rechenzentren oder sogenanntes Hochleistungsrechnen (High Performance Computing, HPC) genutzt werden. Einige Unternehmen beginnen deshalb, ihre Anlagen teilweise für KI-Hosting oder Rechenzentrumsdienstleistungen zu verwenden.
Auf der anderen Seite sehen wir Länder wie beispielsweise Bhutan, die Bitcoin minen. Das geschieht nur teilweise aus Verdienstgründen, sondern hat auch mit der strategischen Ausrichtung des Staates zu tun.
KI-Infrastruktur verändert die Ökonomie des Bitcoin-Minings – Können sich Miner anpassen?
Steigende Kosten und Konkurrenz durch künstliche Intelligenz (KI) verändern das Bitcoin-Mining grundlegend.
Muriuki Lazaro – 13. März 2026
Das Verhalten der Miner prägt zunehmend die Marktstruktur von Bitcoin (BTC), da die Profitabilität im gesamten Mining-Sektor unter Druck gerät.
Kürzlich transferierte Marathon Digital (MARA) [auf Mining spezialisiertes Unternehmen] 298 Bitcoin, nachdem das Unternehmen seine Richtlinie aktualisiert hatte, um Verkäufe aus den Treasury-Beständen zu erlauben. Da Bitcoin nahe bei 68.000 bis 70.000 US-Dollar gehandelt wurde, deutete dieser Schritt auf wachsenden Druck auf die Mining-Margen hin.

Quelle: CryptoQuant
Gleichzeitig sind die Produktionskosten stark gestiegen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels lagen die durchschnittlichen Mining-Kosten von Marathon bei etwa 70.027 US-Dollar pro Bitcoin (BTC) und damit leicht über dem damaligen Bitcoin-Preis. Wenn die Betriebskosten die Einnahmen übersteigen, liquidieren Miner häufig ihre Reserven, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Historisch treten solche Verkaufswellen während sogenannter Kapitulationsphasen der Miner auf, die häufig gegen Ende größerer Korrekturen und in der Nähe möglicher Marktwendepunkte erscheinen.
KI-Infrastruktur beginnt, die Ökonomie des Bitcoin-Minings zu verändern
Der Mining-Sektor durchläuft einen strukturellen Wandel, da sich Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) ausweitet. Mehrere Mining-Unternehmen haben begonnen, Ressourcen in Richtung KI-Rechenzentrumsbetrieb und Hosting für Hochleistungsrechnen [High-Performance Computing (HPC)] umzuschichten. Da die Profitabilität des Bitcoin-Minings sinkt, bieten diese alternativen Dienstleistungen höhere und stabilere Margen.
Gleichzeitig bleibt auch die Ökonomie des Minings unter Druck. Tatsächlich schien sich der Hashpreis laut Daten des Hashrate Index [eine Kennzahl für die erwarteten Einnahmen pro Einheit Rechenleistung im Mining] der Marke von 33 US-Dollar pro Petahash pro Sekunde [PH/s, Maßeinheit für Rechenleistung im Mining] zu nähern, was auf schwache Einnahmen pro Einheit an Rechenleistung hindeutet. (Vgl. Hashrate Index) Da sich der Wettbewerb im Netzwerk verschärft und die Hashrate 1.000 Exahash pro Sekunde [EH/s, eine noch größere Maßeinheit für Rechenleistung] überschreitet, sind die operativen Erträge weiter gesunken. Das führt zu Sorgen über die langfristige Tragfähigkeit von Mining-Betrieben angesichts steigender Kosten und sinkender Profitabilität.
Unterdessen haben sich die Ausgaben für KI-Infrastruktur stark beschleunigt. Analysten schätzen bis 2026 Investitionen von Hyperscalern [große Cloud- und Rechenzentrumsanbieter mit massiv skalierbarer Infrastruktur] von mehr als 500 Milliarden US-Dollar, was die Nachfrage nach Energie und fortschrittlicher Hardware erhöht. Da Miner mit Technologieunternehmen um hochwertige Stromversorgung und Rechenressourcen konkurrieren, werden die Produktionskosten steigen und die langfristige Ökonomie des Bitcoin-Minings verändern.
Aktienmärkte beginnen, den Übergang zu KI einzupreisen
Da Mining-Unternehmen auf KI-Infrastruktur umschwenken, beginnen die Aktienmärkte, diesen strategischen Wandel widerzuspiegeln. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde Core Scientific (CORZ) [ein Unternehmen für Bitcoin-Mining und digitale Infrastruktur] nahe bei 16,54 US-Dollar gehandelt, was einem Anstieg von rund 90 Prozent im Jahresvergleich entspricht. (Vgl. Google Finance)
Diese Entwicklung hob sich deutlich ab, während der breitere Mining-Sektor mit strukturellen Veränderungen zu kämpfen hat.

Quelle: Google Finance
Investoren preisen zunehmend die künftige Profitabilität ein, die mit Partnerschaften im Bereich KI-Rechenzentren und Dienstleistungen für Hochleistungsrechnen verbunden ist. Diese Initiativen versprechen im Vergleich zu traditionellen Mining-Zyklen stabilere Einnahmen.
Auch die institutionelle Eigentümerschaft bleibt hoch, da große Vermögensverwalter weiterhin bedeutende Positionen halten. Während die Kapitalmärkte auf Diversifizierungsstrategien reagieren, verhalten sich Mining-Aktien zunehmend wie gehebelte Wetten sowohl auf eine Erholung von Bitcoin als auch auf die wachsende Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Das ist ein Zeichen dafür, dass Investoren eher mit Anpassung als mit einer Schrumpfung des Sektors rechnen.
Abschließende Zusammenfassung
- Die Margen im Bitcoin-Mining werden enger, da steigende Produktionskosten Miner dazu zwingen, Reserven zu verkaufen, was auf Stress in der Spätphase des Zyklus und mögliche Wendepunkte am Markt hindeutet.
- Bitcoin-Mining-Unternehmen orientieren sich zunehmend in Richtung KI-Infrastruktur und Hochleistungsrechnen, während die Aktienmärkte diversifizierte Erlösmodelle immer stärker einpreisen.
Quelle: AMBrypto
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