EXPLOSIV: Die älteste Zentralbank der Welt benötigt ein 7-Millarden-Rettungspaket (wegen massiven Anleiheverlusten)

von | 26. Okt 2023

Vor zwei Wochen haben wir die Welt daran erinnert, dass die bereits steigenden Zinssätze tendenziell weiter enorm ansteigen werden. Dies wird solange andauern, bis die Fed herausfindet welche Krise „groß genug“ ist, um QEx+1 auszulösen.

Die schwindelerregenden Verluste, die sich bei den weltweiten festverzinslichen Wertpapieren zeigten, belaufen sich laut IIF auf 307 Billionen Dollar. Dies berechnete Jim Reid von der DB. Die Verluste sind auf gigantische 107 Billionen Dollar angestiegen.

Und während bei Einrichtungen, wie bei der BTFP, ein Großteil des MTM-Risikos (wenn auch nur vorübergehend) von den Geschäftsbanken auf die Fed verlagert wurde, sind die kumulierten Verluste bei den Zentralbanken jetzt absolut schwindelerregend hoch. Angefangen mit dem größten und schlimmsten von allen, beträgt der Betriebsverlust der Fed jetzt 111 Milliarden Dollar – und jeden Tag mit steigender Tendenz. (Vgl. Federal Reserve Banks Report)

Die Fed zahlt mehr Zinsen an Banken (Überschussreserven) und Geldmärkte (Reverse Repos), als sie aus ihrem Anleiheportfolio einnimmt. Der kumulierte MTM-Verlust seines Multi-Billionen-Anleihen- und MBS-Portfolios beläuft sich inzwischen auf schwindelerregende über 1 Billion Dollar. Und das, obwohl seit dem Höchststand Anfang 2022 mehr als 1 Billion Dollar an Vermögenswerten aus der Bilanz abgezogen wurden.

Und doch wird die Fed, wie inzwischen jeder weiß, dank des Druckens der Weltreservewährung niemals bankrott gehen.

Das ist richtig: Die buchhalterische Behandlung von Rekordgewinnen oder Bilanzverlusten ist, wie gesagt, nicht der Rede wert: Es wird einfach davon ausgegangen, dass die Fed lediglich genug druckt, um jedes Loch zu stopfen. Somit ist die Fed von den gewöhnlichen Regeln des Kapitalismus ausgeschlossen. Denn ein Verlust, der groß genug ist, führt dazu, dass man das Geschäft aufgibt.

Dies ist ein philosophischer Paradox: Einerseits überweist die Fed standardmäßig ihre Gewinne an das Finanzministerium, egal ob es sich um 1 Dollar oder 1 Billion Dollar handelt… doch wenn sie am Ende des Jahres einen Nettoverlust hat, ist das Finanzministerium nicht verpflichtet, ihr aus der Patsche zu helfen. Dies ist die schönste Form des Vetternkapitalismus, die je erdacht wurde. Und bei weitem ist es sogar der größte Vorteil für die Nation, die die Weltreservewährung des Tages ausgibt.

Das Gleiche gilt jedoch nicht für andere Zentralbanken wie die Bank of England. Diese hat vor etwa hundert Jahren den Status einer Weltreservewährung an die USA abgegeben und musste vor einem Jahr vom britischen Finanzministerium gerettet werden. Damals hatte die Zentralbank ihre ersten großen Verluste aus dem QE-Programm erlitten (siehe „Treasury bails out BoE for first losses on QE programme“). (Vgl. Financial Times)

Das kann man von der ältesten und wohl auch experimentierfreudigsten Zentralbank der Welt, der schwedischen Riksbank, sicher nicht behaupten. Sie ist nicht nur die älteste Zentralbank der Welt, sondern auch die erste, die Negativzinsen eingeführt hat. Nun hofft auch sie, die erste zu sein, die die BOE übertrifft. Denn sie erhält die größte Rettungsaktion für eine Zentralbank in der Geschichte.

Bei einer Pressemitteilung erklärte Erik Thedéen, Präsident der Riksbank, am Dienstag vor dem Finanzausschuss des schwedischen Parlaments:

Die jetzt insolvente Zentralbank benötigt eine Kapitalspritze von mindestens 80 Mrd. SEK, d.h. etwas mehr als 7 Mrd. $, was etwas mehr als 1 % des schwedischen BIP entspricht.

(Vgl. Sveriges Riksbank)

Damit würde das Eigenkapital der Riksbank wenigstens die im Gesetz über die Sveriges Riksbank festgelegte Grundgrenze von 40 Mrd. SEK wieder erreichen. Die Zahlen von Ende September 2023, lauten wie folgt:

Im Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 wies die Riksbank einen Verlust von knapp über 80 Milliarden SEK aus. Infolge des Verlustes war das Eigenkapital der Riksbank negativ, nämlich -18 Mrd. SEK.

Natürlich sind das Peanuts im Vergleich zu den gigantischen Verlusten der Fed. Doch wann hat jemand außerhalb Schwedens das letzte Mal die Krone verwendet?

Hier einige weitere Auszüge aus der Rede Thedéens:

Der Verlust und das negative Eigenkapital sind auf den starken Anstieg der Zinssätze im Jahr 2022 zurückzuführen. Dies hat zu einem Wertverlust der Anleihen geführt, die von der Riksbank im Zeitraum 2015-2021 gekauft wurden. Ziel war es, das Vertrauen in das Inflationsziel aufrechtzuerhalten, die Kreditversorgung während der Koronavirus-Pandemie zu sichern und zu einer guten wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen.

Wenn der Wert der von der Riksbank gehaltenen Anleihen sinkt, führt dies zu nicht realisierten Verlusten, die das Ergebnis und das Eigenkapital der Riksbank belasten. Ein negatives Eigenkapital beeinträchtigt nicht die Fähigkeit der Riksbank, auf kurze Sicht eine Geldpolitik zu betreiben. Um aber langfristig das Vertrauen in eine unabhängige Geldpolitik zu erhalten, ist es notwendig, dass die Riksbank finanziell unabhängig ist. Das heißt, sie muss über genügend Eigenkapital und Erträge verfügen, um ihre Kosten zu decken.

Und dann, vielleicht um die Auswirkungen der beispiellosen Nachfrage nach Rettungsmaßnahmen abzumildern, bestätigte Thedéen, dass …

… die Ankäufe von Vermögenswerten durch die Riksbank in einer Situation internationalen Stresses stattfanden, als die großen Zentralbanken auf der ganzen Welt umfangreiche Ankäufe von Vermögenswerten tätigten.

Die Fed mag zwar über das Konzept des negativen Eigenkapitals spotten, weil sie buchstäblich Geld drucken kann. Damit kann sie das Loch im Eigenkapital stopfen, das sie einfach als „aufgeschobene Aktiva“ bezeichnet. Außerdem kann sie weiterhin so tun, als ob sie nicht über eine Billion Dollar an Verlusten in ihren Bilanzen hätte. Aber für andere Banken, vor allem für jene, die sich nicht in Privatbesitz eines geheimnisvollen Kartells von Bankern, wie der Fed, befinden, kann es ein Problem sein, der Welt mitzuteilen, dass sie insolvent sind. Denn sie sind lediglich ein Mündel des Staates.

Wussten Sie nicht, dass die Fed ein privates Unternehmen ist? Sie sollten sich vielleicht informieren …

Die Riksbank teilte mit, dass sie nun die Arbeit an der Petition an das Parlament fortsetzen wird. Wenn der Jahresbericht für 2023 im Februar 2024 fertiggestellt ist, beabsichtigt das Direktorium, eine Entscheidung über eine Petition zu treffen. Die Petition wird einen Antrag auf Kapitalzuführungen und möglicherweise auch Vorschläge für zusätzliche Ertragskapazitäten enthalten.

Thedéen teilte mit:

Der Umfang der Kapitalzuführung in der Petition wird auf dem Eigenkapital der Riksbank und den ausgewiesenen Ergebnissen für 2023 basieren. Es ist beabsichtigt, den Antrag dem Parlament im März 2024 vorzulegen.

Die Zentralbank ist verpflichtet, eine Rettungsaktion zu beantragen, nachdem 2022 ein neues Riksbankgesetz verabschiedet wurde. Danach muss die Riksbank ein Kapital von mindestens 40 Mrd. SEK anstreben; fällt dieser Betrag unter 20 Mrd. SEK, muss die Riksbank das schwedische Parlament um mehr Geld bitten. Die gestrige Rede von Thedéen war daher der erste Schritt im Rettungsprozess.

Die SEB-Analysten Amanda Sundström und Olle Holmgren kommentierten diese Ankündigung damit, Thedéens Rede lasse darauf schließen, dass eine Kapitalspritze in Höhe von 80 Mrd. SKR angestrebt werde, was natürlich auch der Fall sei:

Der Umfang der Kapitalzufuhr ist ungewiss, und es bestehen sowohl Risiken nach unten als auch nach oben. Um die Risiken in der Bilanz zu verringern, hat die Riksbank damit begonnen, ein Viertel der Devisenreserven abzusichern. Realisierte Gewinne aus der Devisenabsicherung könnten einen Teil des Bedarfs an Kapitalzuführungen ausgleichen.

Auch aus anderen Beständen der Riksbank, z. B. Gold und der Währungsreserve im Allgemeinen, könnten Gewinne erzielt werden. Diese könnten den Umfang der Kapitalzuführung begrenzen, obwohl dies angesichts der Diskrepanzen zwischen den Rechnungslegungsgrundsätzen der Riksbank und dem Riksbankgesetz ungewiss ist. Die Gewinne aus der Währungsabsicherung stellen ein Abwärtsrisiko für die Kapitalzuführung dar. Herr Thedéen weist jedoch auch darauf hin, dass das Eigenkapital über das Basisniveau hinaus wiederhergestellt werden muss, um ausreichende Erträge zur Gewährleistung der Unabhängigkeit der Riksbank zu erwirtschaften.

Die Riksbank erklärt, dass sie auch die Aussichten auf zusätzliche Erträge prüft. Der geringe Bargeldumlauf in Schweden bedeutet, dass die Riksbank Schwierigkeiten haben könnte, auch mit dem Zielkapital (60 Mrd. SEK) ausreichende Erträge zu erwirtschaften. Daher wies Herr Thedéen darauf hin, die Riksbank könnte einen Antrag stellen, wobei der Bank die Möglichkeit zusätzlicher Erträge eingeräumt werden sollte. Einem Kommentar gegenüber der Presse zufolge handelt es sich dabei um Kosten aus dem Finanzsektor.

Aber obwohl der Antrag der Riksbank auf Rettung sicherlich neuartig ist, könnte er in Bezug auf Neuartigkeit (und Umfang) von keinem Geringeren als der Bank of England herausgefordert werden. Wie oben erwähnt, hat die Bank of England die britische Regierung bereits aufgefordert, sie mit 29 Mrd. GBP zu retten – nachdem sie ähnliche massive MTM-Verluste bei ihrem Durationsrisiko erlitten hatte. Und das ist nur der Anfang: In den nächsten zwei Jahren könnte der Gesamtbetrag der BOE-Rettungsmaßnahmen nach Angaben der Deutschen Bank auf 90 Mrd. GBP ansteigen.

Und dann, wenn alle anderen Zentralbanken, die ebenfalls keine Reservewährungen drucken und in diesem „höher für länger“-Umfeld mitmischen, wird das Volk endlich erkennen, wie nackt der globale Geldkaiser wirklich ist.

Quelle: Zero Hedge

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