Privatsphäre unerwünscht: Binance stoppt den Handel mit Privacy-Coins in Teilen Europas

von | 2. Jun 2023

Transparenz und die Gefahr von Geldwäsche sind so Zauberwörter, um die Privatsphäre einschränken zu können. Der Handel mit Privacy-Coins, die wie ihr Name bereits sagt, für die Privatsphäre sind, wird immer schwerer gemacht. Binance musste nun den lokalen Gesetzgebungen nachgeben und wird ab dem 26. Juni den Handel mit 12 Privacy-Coins einstellen.

‚The Block‘ hat darüber einen kurzen Artikel geschrieben und mit einem Binance-Sprecher gesprochen. Den Artikel gebe ich hier in seiner deutschen Übersetzung wieder. Im Anschluss schauen wir uns die ersten zwei Coins der Liste kurz an. Die weiteren Coins der Liste werden in weiteren Artikeln beschrieben, damit du Zeit hast, dich mit den jeweiligen Coins zu befassen, wenn du das möchtest.

Kurzübersicht
Binance streicht Privacy Coins in Frankreich, Italien, Polen und Spanien von der Liste.
Die Maßnahme tritt am 26. Juni in Kraft und betrifft 12 Privacy Coins, darunter Zcash und Monero.

Binance wird die Auslistung von Privacy Coins in Frankreich, Italien, Polen und Spanien aufheben.

Die Maßnahme tritt am 26. Juni in Kraft und betrifft 12 Privacy Coins, darunter Decred, Dash, Zcash, Horizen, PIVX, Navcoin, Secret, Verge, Firo, Beam, Monero und MobileCoin.

Privacy Coins sind eine Art von Kryptowährung, die darauf ausgelegt ist, Transaktionen zu anonymisieren, indem sie Technologien wie Zero-Knowledge-Proofs einsetzt, die Transaktionsdetails verbergen können und es schwierig machen, den Absender, den Empfänger und die Transaktionsbeträge zu ermitteln. Die Europäische Union hat sich aktiv mit Geldwäschebedenken im Zusammenhang mit anonymen Kryptotransaktionen auseinandergesetzt und erwägt neue Vorschriften, die Privacy Coins verbieten könnten.

Heute hat die Europäische Bankaufsichtsbehörde in einem Entwurf für einen Leitfaden erklärt, dass Kryptounternehmen auf Kunden achten sollten, die Privacy Coins verwenden, um mögliche Geldwäscheaktivitäten zu erkennen.

„Während wir bestrebt sind, so viele qualitativ hochwertige Projekte wie möglich zu unterstützen, sind wir verpflichtet, lokale Gesetze und Vorschriften in Bezug auf den Handel mit Privacy Coins zu befolgen, um sicherzustellen, dass wir weiterhin so viele Nutzer wie möglich bedienen können“, sagte ein Binance-Sprecher gegenüber ‚The Block‘.

„Als Teil der laufenden Compliance-Prozesse von Binance haben wir uns an die betroffenen Nutzer gewandt, um sie darüber zu informieren, dass sie ab Juni keine Privacy-Token mehr auf unserer Plattform kaufen oder handeln können“, so der Sprecher weiter.

Abhebungen von Privacy Coins in den vier europäischen Ländern werden weiterhin möglich sein, wie aus einer E-Mail hervorgeht, die ‚The Block‘ von einem Krypto-Händler erhalten hat, der sich auf Twitter ‚Tree of AlphaAnonymity‘ nennt und ein Binance-Nutzer in Europa ist.

The Block

Die Gürtel werden von der EU immer enger geschnallt und die Luft für unsere Privatsphäre wird dabei immer knapper.

Im Moment sind die Transaktionen auf zentralisierten Börsen betroffen, dezentral sieht die Lage noch besser aus.

Wahrscheinlich wird sich aber eine Tendenz abzeichnen, dass Transaktionen mit Privacy-Coins laut Gesetz irgendwann ganz illegal sein werden.

Decred (DCR)

Bildquelle: Finiche.io

Der Name Decred eine Kombination aus den Worten ‚decentralized‘ und ‚credit‘.

Decred wurde 2016 eingeführt und nutzt sowohl Proof of Work (PoW), wie z.B. Bitcoi,n als auch Proof of Stake (PoS), wie z.B. inzwischen Etherium.

Für die Privatisierung der Transaktionen benutzt Decred das CoinShuffle++ (CSPP). Es ist ein Mischprotokoll, das zur Erstellung von Decred CoinJoin-Transaktionen verwendet wird. Es verschleiert das Eigentum an DCR-Coins, bei dem die Ausgabeadressen über ein Mixnet anonymisiert werden. Bei der Verwendung von CSPP sind die Outputs vollständig anonymisiert.

  • CoinShuffle++ (CSPP) ist ein Protokoll, das wie eine Art „Mischmaschine“ für Kryptowährungen fungiert. Das Protokoll sammelt Transaktionen von vielen Benutzern und mischt sie zusammen, bevor sie an die Blockchain weitergegeben werden. Auf diese Weise ist es schwer zu sagen, wer was gesendet hat, wodurch die Privatsphäre der Benutzer geschützt wird.

Weiterführende Links:

Dash (DASH)

Bildquelle Dash.org

Dash wurde ursprünglich im Januar 2014 unter dem Namen ‚Xcoin‘ eingeführt. Der Name wurde jedoch bald darauf in ‚Darkcoin‘ geändert, um die stärkere Ausrichtung auf Datenschutz und Anonymität zu betonen. Im März 2015 wurde der Name schließlich zu ‚Dash‘ geändert, was eine Kontraktion von ‚Digital Cash‘ ist, also digitales Bargeld.
Für die Privatsphäre nutzt Dash CoinJoin, das die Dash-Einheiten von einem Wallet mit denen anderer Nutzer mischt. Der gesamte Prozess läuft im Hintergrund ab und bietet damit eine benutzerfreundliche Lösung.

Unterschiede zwischen CSPP und CoinJoin

CoinJoin kombiniert mehrere Transaktionen von mehreren Benutzern zu einer einzigen Transaktion, um es schwieriger zu machen, den Ursprung und das Ziel jeder einzelnen Transaktion zu ermitteln. Bei CoinJoin fließen die Transaktionen also sozusagen alle zusammen.

CoinShuffle++ (CSPP) hingegen ermöglicht es Benutzern, Transaktionen so zu mischen, dass sie nicht mehr nachvollziehbar sind, ohne dabei eine zentrale Instanz zu benötigen. Dabei kommunizieren die Teilnehmer untereinander, um ihre Transaktionen zu vermischen.

Weiterführende Links:

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